San_Marino_press_13MaiWien, Österreich – San Marino, Norwegen und Tschechien gaben ihren Einstand in der Wiener Stadthalle.

Am 3. Tag der ersten Probenwoche durfte ich heute 3 Länder bei ihren Auftritten und Pressegesprächen näher beobachten und kennen lernen.

San Marino

Das kleine noch sehr junge Eurovisionsland nimmt auch heuer mit einem Song aus der Feder von Ralph Siegel teil. Der Maestro selbst ist natürlich anwesend und promotet die jüngsten Teilnehmer des Wettbewerbs Anita Simoncini und Michele Perniola. Der Friedenssong Chain of light soll San Marino ins Finale führen, eine orchestrale Ballade mit Ohrwurmcharakter, sympathisch in Szene gesetzt von den beiden jungen Interpreten. San_Marino_press_13MaiDas Bühnenbild ist farbenprächtig und unterstreicht die Botschaft des Songs. Alle in allem eine sympathische Performance.

Sowohl Anita als auch Michele schwärmten von Ralph Siegel, dass er sich wie ein väterlicher Freund um sie kümmert und dass diese Teilnahme am ESC für beide überhaupt das Größte sei, was man sich nur vorstellen kann.  Ralph Siegel wurde natürlich von anwesenden Fans und Journalisten belagert und was immer wieder auffällt, er nimmt sich Zeit für jeden und man muss nicht erwähnen, dass man ihm in jeder Faser seines Tun die Liebe zum ESC anmerkt. Er ist eine Institution und gehört zum ESC wie die Eurovisionsfanfare! Schön, dass Sie in Wien dabei sind, lieber Ralph!

Norway_press_13MaiNorwegen

Der hoch favorisierte Beitrag Norwegens mit der Monsterballade A monster like me feierte auch heute sein Probendebut. Tja, und was soll man sagen, die Inszenierung auf der Bühne ist gemessen an den Möglichkeiten der Specialeffects sehr schlicht gehalten, wobei die beiden Sänger Morland und Debrah Scarlett durch ihre stimmliche und optische Präsenz alles überstrahlten und es einfach nicht mehr Effekte braucht. Ein wunderbar stimmiger Auftritt der vor allem aus den vielen Duetten beim heurigen ESC haushoch herausragt. Im Pressegespräch wurde Morland gefragt, was es denn mit seiner schrecklichen Tat, die im Song angedeutet wird, tatsächlich auf sich hat. Natürlich wurde das Geheimnis von Morland nicht gelüftet, denn er meinte, „das ist ja das schöne und geheimnisvolle an dem Song, jeder kann sich seine Geschichte dazu denken…!“ – Raffiniert, und ich bin sehr sicher, dass das Konzept der Norweger einschlagen und im Finale mit einer Top-Position belohnt wird.

Czech_press_13MaiTschechien

Unser Nachbarland hat sich dann also doch entschlossen, in Wien dabei zu sein, und das ist gut so! Mit Marta Jandová & Václav Bárta schicken die Tschechen zwei starke Stimmen ins Rennen, mit der dramatischen Ballade Hope never dies. Der Auftritt der beiden ist stimmlich genial, die optische Umsetzung mit sich im Hintergrund drehenden Animationsspiegeln durchaus passend zum Song. Václav hat eine unglaublich charismatische Ausstrahlung und das wird von seiner rauchigen Stimme noch unterstrichen, und Martas kraftvolle Stimme ist die perfekte Ergänzung dazu. Marta ist ja auch in Deutschland keine Unbekannte, zumal sie ja sogar zweimal bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest dabei war und aktuell die Frontfrau von Die Happy ist. In Deutschland hat sie also schon sehr viele Fans. Und da Deutschland ja im 2. Semifinale mitstimmen darf, kommen ja hoffentlich auch Punkte an Tschechien!

Czech_press_13MaiDas Pressegespräch der beiden war übrigens eines der besten der bisherigen Teilnehmerländer: Marta und Václáv boten eine echte Comedyshow und in Kombination mit der bezaubernden FM4-Moderatorin Riem Higazi als eine der Moderatorinnen der Pressekonferenzen (mit Kati Bellowitsch) hat auch sie sich  mit ihrer Schlagfertigkeit und pointiertem Witz längst in die Herzen der Journalisten moderiert. Obwohl es die letzte Pressekonferenz des Tages war, waren nach diesem Pointenfeuerwerk alle wieder voll dabei. Die Energie und der Schmäh der beiden Tschechen waren einfach nur großartig, bravo! Marta erzählte auch, dass der ESC in Tschechien nach den bisherigen 3 missglückten Anläufen eher als Weihnachten ohne Geschenke gesehen wird und man daher auch ihre Teilnahme nicht nur kritisch sondern von vornherein als abfällig niedermacht. Hmm, kennen wir das nicht auch aus Österreich, bevor die Wurst kam und siegte? Nun ja, liebe Tschechen: Macht Euch bitte keine Sorgen, denn mit diesen beiden Vollprofis habt ihr wahre Perlen nach Wien geschickt! Seid stolz! Mal sehen, wie sich der Song bei all den vielen Duetten heuer tun wird, ich persönlich wünsche den Tschechen den Finaleinzug von ganzem Herzen! Also: Wer kann, bitte für unsere Nachbarn voten, voten, voten!

(Wir verzichten auf Gendersprache, Männer und Frauen sind gleichermaßen angesprochen.)

Harald Tamegger
eurovision-austria.com

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