Eine Bootstour mit Lys Assia
Knapp 5 Stunden vor dem Beginn des großen Finales werden schon die ersten Plätze im Pressecenter reserviert. Ein Grund dafür ist der Umstand, dass einige Fans und Presseleute nur Sitzplätze am linken und rechten vorderen Bühnenbereich zugewiesen bekommen haben und somit auch die Sicht auf die Wertungstabelle fehlt. Wie jedes Jahr beobachte ich am Finaltag die Stimmungslage in der Stadt. Schon den ganzen Tag war wenig Hektik zu erkennen. Viele Einheimische würden gerne heute Abend ebenfalls gerne in der Crystal Hall „ihren“ Eurovision Song Contest mitverfolgen. Die Aserbaidschaner, unabhängig vom Rang ihres beruflichen und gesellschaftlichen Ranges, sind sehr stolz auf die erbrachten Leistungen rund um diesen Wettbewerb. Sie betrachten es auch als eine Art Öffnung dem Westen gegenüber.
Wenn man schon einmal die Gelegenheit hat eine Hauptstadt am Kaspischen Meer zu besuchen, dann gehört auf jeden Fall eine Bootstour mit dazu. Am frühen Nachmittag, fast gegenüber dem neuen Hilton Hotel liegt die Anlegestelle und wir trafen uns mit Lys Assia und ihrem süßen Hund, zu einer 30 minütigen Bootsfahrt auf dem Kaspischen Meer. Die Grand Dame der Eurovision ist noch sehr fit unterwegs und sieht blendend aus. Man merkt ihr an, dass sie noch immer sehr viel Spaß und Freude hat, den Wettbewerb vor Ort mit zu verfolgen. Auf die Frage, ob Sie Backstage dabei sein möchte, erklärte sie ganz bescheiden, dass sie nur einmal kurz „Hallo“ sagen möchte und den Künstlern alles Gute wünsche. Sie freut sich natürlich auch auf das heutige Finale.
Gestern bin ich im Pressecenter auch von einem spanischen Journalisten befragt worden, woran es meiner Ansicht nach liegt, dass Spanien immer so schlecht abschneidet. Hmm, im ersten Moment dachte ich, diese Frage könnte man so einigen Landesvertreter stellen. Da finde ich das Statement von Marco Schreuder, der für den Standard einen täglichen Blog verfasst, doch sehr zielführend. Das Schwedische Modell für den heimischen Markt anzupassen und im nationalen Finale eine ausländische Jury bei der Beurteilung teilhaben lassen.
Unabhängig welche Nation und welcher Künstler in paar Stunden als strahlender Gewinner die Crystall Hall verlässt, der wichtigste Aspekt bei diesem Wettbewerb ist das Gemeinsame. Wir wünschen Euch einen spannenden und kurzweiligen Eurovision Song Contest 2012 aus Baku!