Eurovision 2012: Analyse Semifinale

Eine Woche ist es her, seit 57. Eurovision Song Contest 2012, der in Baku in Aserbaidschan stattfand beendet wurde. Schweden hat gewonnen, Österreich hat verloren. In der Gesamtplatzierung, Finale und Semifinale mitgerechnet, hat Österreich den letzten Platz belegt. Neben Österreich gab es einige Länder, die Semifinale überraschend nicht überstanden haben. Hier blicken wir auf größten Verlierer des 57. Eurovision Song Contest 2012.

Das hätten wir nicht gedacht, so ist aber gekommen; Trackshittaz haben mit Woki mit deim Popo den letzten Platz beim Eurovision Song Contest in Baku belegt. Woran lag es? Die Show war gut, der Gesang, hm, nun ja, das war kein Gesang. Lukas und Manuel haben gerappt. Auch gut. War Europa reif dafür oder funktioniert ihr Song im Gesamten nur in Österreich? Die Tatsache ist, dass die Zuschauer in Österreich den Song bei der Vorausscheidung gewählt haben. Trackshittaz-Fans haben sich durchgesetzt, Jury gab es keine. Was aber in Österreich funktioniert hat, hat auf der großen internationale Bühne versagt.

Noch im Januar 2012, als alle Songs der österreichischen Vorausscheidung bekannt waren, haben wir eine Umfrage gestartet, wer soll Österreich in Baku vertreten? Das Ergebnis der Umfrage sprach nicht für Trackshittaz. Beim Gesamtergebnis belegten sie Platz 3, bei der Songbewertung waren sie Vorletzter. War das nicht ein Barometer dafür, wer nach Baku nicht fahren soll? Wie dem auch sei, hoffen wir, dass ORF und dafür zuständige Herrschaften, den Auswahlmodus für das nächste Jahr gut überlegen – der Erfolg beginnt schon bei Auswahl der Songs für die nationale Vorausscheidung, nicht danach.

Auch eine Überraschung, Slowenien belegte mit Eva Boto nur vorletzten Platz im zweiten Semifinale. Der Song Verjamem, komponiert von Vladimir Grajic, der für den serbischen Sieg in 2007 verantwortlich ist, erhielte Punkte nur von ehemaligen Ex-Jugoslawischen Länder und von Deutschland. Das hat niemand erwartet. Eva Boto war mit dem Ergebnis sehr enttäuscht. Wie der Komponist mit dieser Niederlage umgegangen ist, wissen wir nicht.

Am schlimmsten erwischte es eigentlich Bulgarien. Sofi Marinova belegte mit Love Unlimited 11 Platz im zweiten Semifinale. Der Song bekam insgesamt 45 Punkte, genau so viel, wie der norwegische Song Stay, der als Zehnter das Finale erreichte. Nun, den norwegischen Song bewerteten 11 Länder, den bulgarischen 10. So viel Pech muss man haben. Dafür bestraften Zuschauer und Jury Norwegen mit dem letzten 26. Platz im Finale. Das ist übrigens 11. Mal, das Norwegen in der Eurovision Song Contest Geschichte den letzten Platz im Finale erreichte.

Ergebnisse ohne Nachbarn und Diaspora

Von allen ausgeschiedenen Ländern des ersten und zweiten Semifinales haben einige manche 12 Punkte erhalten: Im ersten Semifinale waren das Finnland (12 Punkte aus Ungarn) und Montenegro (12 Punkte aus Albanien) und im zweiten Semifinale waren es Kroatien (12 Punkte aus Bosnien und Herzegowina und Serbien), Georgien (12 Punkte aus Litauen) und Weißrussland (12 Punkte aus Ukraine). Wie man sieht, die Vergabe der 12 Punkte war brav durch geschichtliche bzw. nachbarschaftliche Beziehungen verteilt. Radiert man aber alle Punkte aus, auch die Kleinen, die mithilfe Nachbarn und Diaspora vergeben wurden, hätten wir diese Ergebnisse im ersten und zweiten Semifinale gehabt:

Das erste Semifinale
Bis auf Verschiebungen in den Top 10 Platzierungen, sehen wir, dass Ausradieren der Punkte von den Nachbarn und Diaspora keinen Einfluss auf die Top 10 hätte. Es hätten sich gleiche 10 Länder ins Finale qualifiziert, die tatsächlich das Finale auch erreichten.

Das zweite Semifinale
Ganz andere Situation im zweiten Semifinale: Mazedonien und Bosnien & Herzegowina wären draußen gewesen, stattdessen wären Bulgarien und Portugal im Finale dabei. Slowenien wäre sogar Letzter ohne Punkte gewesen. Somit können Mazedonien und Bosnien & Herzegowina dank Nachbarschaftshilfe das Finale erreichen.



A1 Brand

Powered by Facebook Comments