Über Baku
Baku wurde im September 1918 zur Hauptstadt der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik. Mit zwei Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des gesamten Kaukasus. Im November 2000 traf ein Erdbeben mit der Stärke 6,7 auf der Richterskala die Stadt und beschädigte unter anderem die Baudenkmäler der Altstadt. Die Altstadt liegt im Zentrum Bakus und wird von einem Festungsring umgeben, in dem zahlreiche historische Bauwerke erhalten geblieben sind. Ein markantes Bauwerk der Stadtbefestigung ist die Burg Dschebachan aus dem 14. Jahrhundert, die seit dem 20. Jahrhundert freigelegt und erforscht wird. Im Jahr 2000 wurde die Altstadt innerhalb der Festungsmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.
Baku liegt knapp unter dem Meeresspiegel, südlich auf der Abşeron-Halbinsel an der Westküste des Kaspischen Meeres. Die Stadt ist von mehreren Süßwasserseen umgeben, darunter der Boyukshorsee, der mit zehn Quadratkilometern der zweitgrößte See des Landes ist. Die Stadt ist in elf Bezirke und 59 Stadtgemeinden eingeteilt. Das Klima ist sonnig und trocken mit gelegentlich aufkommenden orkanartigen Winden. Im Monat Mai beträgt die Temperatur zwischen 14,9 °C und 22,1 °C.
Baku ist mit dem Heydar Aliyev International Airport ein regionales Drehkreuz des internationalen Luftverkehrs. Der Flughafen ist über eine Schnellstraße mit dem 25 km westlich liegendem Stadtzentrum verbunden. Es ist der Heimatflughafen der Azerbaijan Airlines, außerdem wird er unter anderem von Austrian Airlines, British Airways, Lufthansa und Turkish Airlines bedient. Nahezu alle wichtigen Autobahnen und Schnellstraßen in Aserbaidschan führen auf Baku zu. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Baku sind U-Bahn und Stadtbusse. Die Metro Baku ist 1967 eröffnet worden und umfasst ein Betriebsnetz von 21 Stationen auf zwei Linien mit einer Gesamtlänge von 32,1 Kilometern.
Quelle: Wikipedia
Eurovision Song Contest in Baku
Der Eurovision Song Contest gilt als reine Unterhaltungsshow. Heuer wurde die Veranstaltung aber bereits im Vorfeld zum Politikum. Der diesjährige Austragungsort Aserbaidschan wurde mit scharfer Kritik konfrontiert. Dem Land werden Unterdrückung der Opposition, Verstöße gegen Menschenrechte und Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit vorgeworfen.
Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch machte aufmerksam: In den vergangenen Wochen ließ das Regime Dutzende Wohnungen zwangsräumen und abreißen. Die Bewohner seien bereits aus dem Teil der Hauptstadt Baku vertrieben worden. Alijews Regime verweigere den Betroffenen eine gesetzlich vorgeschriebene Entschädigung.
Menschenrechtsorganisationen in Aserbaidschan wollen mit einem eigenen Festival unter dem Titel “Sing for Democracy” vor dem Song Contest Finale in Baku gegen die politische Verfolgung im Land protestieren. Der Song Contest biete eine Bühne, um auf die Lage in seinem Land aufmerksam zu machen, sagte der Vorsitzende des Bakuer Menschenrechtsclubs (HRC), Rasul Jafarow. Seinen Angaben zufolge sitzen in seiner Heimat mehr als 60 Menschen aus politischen Gründen hinter Gittern.
Erst am Wochenende (KW 12) demonstrierten tausend Menschen für Menschenrechte, mehr Demokratie und die Freilassung politischer Gefangenen. Auf vielen Plakaten stand: “Eurovision ohne politische Gefangene.” 22 Demonstranten wurden daraufhin laut offiziellen Angaben festgenommen.
“Der Eurovision Song Contest ist keine Plattform, um Menschenrechte zu fördern”, sagte EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre und fügte hinzu: “Als Vereinigung öffentlicher Rundfunkveranstalter liegt es natürlich in unserer DNA, Werte wie freie Meinungsäußerung und Sicherheit von Journalisten zu verteidigen.”
Quelle: ORF







