Allgemeine Infos
Austria in Eurovision
Österreich nahm erstmals 1957 an der zweiten Ausgabe des Eurovision Song Contest teil, blieb dem Wettbewerb aber achtmal fern. Österreich konnte erst einmal den Eurovision Song Contest gewinnen, nämlich 1966 mit Merci Chérie von Udo Jürgens.
Österreich nahm erstmals 1957 an der zweiten Ausgabe des Eurovision Song Contest teil, blieb dem Wettbewerb aber achtmal fern: 1969 boykottierte man die Veranstaltung, die in Madrid stattfinden sollte, da man der Diktatur Francos keine Plattform bieten wollte. Im Jahr darauf verzichtete Österreich zusammen mit Finnland, Norwegen, Portugal und Schweden aus Unzufriedenheit mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen der letztjährigen Veranstaltung, nachdem vier Länder als Sieger hervorgegangen sind. In den Jahren 1973 bis 1975 wurde aus Desinteresse verzichtet, 1998 und 2001 durfte wegen schlechter Vorjahresergebnisse kein Beitrag eingereicht werden. 2006 wurde wegen schlechter Erfolgschancen und aus Kritik an der musikalischen Qualität verzichtet. Auch 2008 reichte Österreich keinen Beitrag ein. Als Grund wurden ungleiche Chancen der west- und osteuropäischen Länder angegeben.
Österreich konnte erst einmal den Eurovision Song Contest gewinnen, nämlich 1966 mit Merci Chérie von Udo Jürgens. Dieser bescherte dem Land im Vorjahr auch sein zweitbestes Ergebnis, den vierten Platz. Zudem kam Österreich noch viermal auf den fünften Platz. Auf der anderen Seite landete Österreich siebenmal auf dem letzten Platz (darunter bereits bei der ersten Teilnahme 1957), und belegt in der Liste der meisten roten Laternen zusammen mit Belgien den zweiten Platz hinter Norwegen. Insgesamt endeten nur 17 der 43 Teilnahmen - also knapp zwei Fünftel - in der vorderen Tabellenhälfte. Österreich gehört damit - gerade unter den Ländern, die seit frühen Jahren teilnehmen - eher zu den weniger erfolgreichen Teilnehmern im Wettbewerb.
Die erste österreichische Vorausscheidung überhaupt fand 1981 statt. Sie fiel relativ klein aus: Marty Brem stellte alle drei Lieder vor, bevor die Zuschauer per Postkarte für ihren Favoriten abstimmen konnten. In den Jahren 1982 bis 1984 wurden je zwölf Lieder von unterschiedlichen Künstlern bei der Vorentscheidung vorgestellt. Der Sieger wurde durch eine Publikumsbefragung ermittelt. 1990 und 1991 wurde je zehn Lieder vorgestellt, abgestimmt wurde mittels Jury und Telefonvoting. 1990 gewann ursprünglich die Gruppe Duett den Vorentscheid mit dem Lied Das Beste. Kurz nach der Sendung stellte sich jedoch heraus, dass der Titel bereits 1988 in Deutschland am Radio-Halbfinale der dortigen Vorentscheidung teilgenommen hatte und deshalb disqualifiziert wurde. Simone, die Zweitplatzierte, durfte deshalb nach Zagreb fahren. 1993 stellte Tony Wegas alle sieben Lieder der Vorentscheidung vor, bevor die Zuschauer erneut per Postkarte abstimmen durften. Im Jahr darauf nahmen acht Künstler mit je einem Titel teil, eine Jury kürte alleine die Siegerin. In den Jahren 2002 bis 2004 fand die Österreichische Vorausscheidung unter dem Titel song.null.… (ergänzt durch die jeweilige Jahreszahl) statt. In allen Jahren standen zehn Lieder zur Auswahl, wobei 2002 bis 2004 jeder Künstler ein Lied hatte, 2005 jedoch fünf Sänger und Gruppen je zwei Titel vorstellten. Der Abstimmungsmechanismus wechselte: 2002 wurde das Televoting durch eine Internetjury, die aus dem Siegern eines Gewinnspieles zusammengesetzt wurde, 2003 wurde die Telefonabstimmung in weibliche und männliche Anrufer unterteilt. 2005 wurden die Anrufer nach den neun Bundesländern, sowie in ein fiktives zehntes Bundesland aufgeteilt, das alle Anrufe per Handy zählte. Das Abstimmungsverfahren wurde heftig kritisiert, da jedes Bundesland, unabhängig von seiner Einwohnerzahl, sowie die Handyanrufer, die gleiche Stimmberechtigung hatten, womit die Abstimmung zugunsten ländlicher Regionen und älterer Menschen verschoben wurde. Tatsächlich stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Zweitplatzierte Alf Poier 106.100 Anrufe erhalten hatte, 45.000 Stimmen mehr als die Sieger Global Kryner.
