AUSTRIA IN EUROVISION (1956 – 1959)

Song: Wohin, kleines Pony?
Musik: Kurt Svab
Text: Kurt Svab, Hans Werner
Interpret: Bob Martin
Punkte: 3
Platz: 10

Erste Teilnahme und gleich ein Flop

1957 wurde Bob Martin intern vom ORF ausgewählt, der erste österreichische Vertreter beim Eurovision Song Contest in Frankfurt am Main zu sein. Mit dem Song Wohin, kleines Pony? ginge er mit der Startnummer 5 in Rennen, hatte damit allerdings wenig Erfolg: Mit nur drei Punkten – einem aus den Niederlanden und zwei aus Großbritannien – landete er auf dem zehnten und damit letzten Platz. Der Song wurde von Kurt Svab und Hans Werner geschrieben.

Von 1951 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1981 war Bob Martin als Sänger im Chor der Wiener Staatsoper tätig, engagierte sich in diese Jahren aber auch in anderen Musikrichtungen: Unter anderem unterstützte er die Jazz-Combos Die Montecarlos und Die blauen Jungs. 1957 spielte er an der Seite von Grethe Weiser in der Neuverfilmung des Filmklassikers “Einmal eine große Dame sein” aus dem Jahre 1934 mit. Darüber hinaus wirkte er als Sänger an Schallplattenaufzeichnungen einiger Opern und Operetten mit, die teils heute noch in Neuauflagen erhältlich sind. Bob Martin starb am 13. Januar 1998 in Wien und wurde am Ottakringer Friedhof bestattet.

Beim ersten Eurovision Song Contest 1956 in Lugano (Schweiz) war Österreich nicht vertreten, da ORF die Anmeldefrist versäumte.

Song: Die ganze Welt braucht Liebe
Musik: Günther Leopold, Kurt Werner
Text: Günther Leopold, Kurt Werner
Interpret: Liane Augustin
Punkte: 8
Platz: 5

Die erste Top 5 Platzierung für Österreich

Die zweite Österreichische Eurovision Song Contest Teilnahme kann man als erfolgreich bezeichnen: Liane Augustin erreichte mit dem Song Die ganze Welt braucht Liebe den 5. Platz von 10 Teilnehmer. Der Beitrag bekamt insgesamt acht Punkte – drei aus Frankreich, zwei aus der Schweiz und jeweils einen Punkt aus Belgien, Luxemburg und Schweden.

Weihnachten 1958 überlebt die Künstlerin nur knapp eine Flugzeugkatastrophe, als eine Maschine der Air France, in der sie sitzt, beim Landeanflug auf den Flughafen Wien mit dem Gelände kollidiert und in Flammen aufgeht.

1961 tritt Liane Augustin mit großem Erfolg in der New Yorker Town Hall auf, und die Wiener Laterne in der 79. Straße in Manhattan ist während ihres Gastspiels stets ausverkauft. In jenen Jahren erreicht auch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Robert Stolz ihren Höhepunkt. Im Großen Sendesaal des Wiener Funkhauses mit dem Großen Wiener Rundfunkorchester unter der Leitung des Meisters werden etliche Titel eingespielt, die die internationale Klasse der Diseuse Augustin nachhaltig bestätigen.

1964 nimmt Liane Augustin an der Deutschen Schlager-Festspiele teil, scheitert jedoch mit dem Song Da hilft kein Rosenstrauß in der Vorrunde und erreicht das Finale nicht.

Im Jahr 2008 wurde in Wien Neubau (7. Bezirk) der Augustinplatz nach ihr benannt, wobei sich die Benennung auch auf den Sänger Marx Augustin (1643–1685) bezieht. Die neue Tafel wurde unter anderen von der Tochter von Liane Augustin enthüllt.

Song: Der K. und K. Kalypso aus Wien
Musik: Norbert Pawlicki
Text: Günther Leopold, Kurt Werner
Interpret: Ferry Graf
Punkte: 4
Platz: 9

Nur der vorletzte Platz für Ferry Graf in Cannes

Ferry Graf hatte bereits kleinere Auftritte absolviert, bevor er 1959 vom ORF ausgewählt wurde, Österreich beim Eurovision Song Contest in Cannes zu vertreten. Mit dem ungewöhnlichen, von Norbert Pawlicki komponierten und von Günther Leopold und Kurt Werner getexteten Schlager Der K. und K. Kalypso aus Wien erreichte Ferry Graf mit vier Punkten (2 aus Schweden und jeweils einen aus Monaco und der Schweiz) den 9. Platz. Obwohl der Song als Single veröffentlicht wurde, war er kein kommerzieller Erfolg.

In den Jahren nach seiner Teilnahme hatte Ferry Graf noch einige Auftritte im österreichischen und deutschen Fernsehen, so unter anderem 1969 bei der ZDF-Hitparade, konnte aber keine größeren Erfolge verzeichnen. In den 70er Jahren zog er nach Finnland, wo er seine eigene Band gründete, die sich musikalisch auf Hillbilly sowie auf deutsche Cover-Versionen von Elvis-Klassikern konzentrierte. Die Gruppe war mit Live-Auftritten sehr erfolgreich. Ferry Graf hat mittlerweile die finnische Staatsbürgerschaft angenommen und wohnt heute in Jyväskylä.