AUSTRIA IN EUROVISION 1960 – 1969

Song: Du hast mich so fasziniert
Musik: Robert Stolz
Text: Robert Gilbert
Interpret: Harry Winter
Punkte: 6
Platz: 7

Ein Platz im der Mitte beim Eurovision Song Contest in London

Anfang der fünfziger Jahre landete Horst Winter mit den Schlagern Dreh dich noch einmal um und Es wird ja alles wieder gut an der ersten Stelle der Hitparade. Sieben Mal vertrat er Österreich bei internationalen Festivals, so auch 1960 beim Eurovision Song Contest in London unter seinem Künstlernamen Harry Winter. Mit dem Song Du hast mich so fasziniert, der von dem bekannten Komponisten Robert Stolz geschrieben wurde, erreichte er mit sechs Punkten (2 aus Großbritannien und Dänemark, und 1 aus Belgien und Italien) den siebten Platz unter 13 Teilnehmern. Ein Jahr drauf beim Chanson Festival in Monte Carlo errang er mit dem Song Vogerl aus Wien den ersten Platz.

Horst Winter absolvierte ein Musikstudium an der Hochschule für Musik in Berlin mit dem Hauptfach Violine und Klarinette als Nebenfach. Er spielte daraufhin – hauptsächlich Klarinette – in Tanzorchestern wie in dem von Hans Rehmstedt, wo er aber auch mehr und mehr als Gesangssolist, der durchaus zu swingen imstande war, in Erscheinung trat.

Ab 1941 hatte Horst Winter sein eigenes Orchester, das für die Firma Tempo Schallplatten aufnahm. Die Platten hatten meist auf einer Seite einen unverfänglichen Tanzmusiktitel, während auf der B-Seite durchaus beachtlicher Jazz zu hören war. Die Platte mit der Aufnahme von Joseph! Joseph!als Sie will nicht Blumen und nicht Schokolade wurde verboten und im Radio nicht gespielt. Der Song Ein kleiner Bär mit großen Ohren wurde zu seinem Markenzeichen. Harry Winters starb am 3. Dezember 2001. Seine letzte Ruhestätte befindet sich am Friedhof in Pottendorf ca. 30 km südlich von Wien.

Song: Sehnsucht
Musik: Leopold Andrejewitsch
Text: Leopold Andrejewitsch
Interpret: Jimmy Makulis
Punkte: 1
Platz: 16

Geteilter letzter Platz für Österreich in Cannes

Jimmy Makulis war zunächst als Sekretär der britischen Botschaft in Griechenland tätig. 1949 gewann er in Athen einen Gesangswettbewerb, aufgrund dessen er bald zu einem erfolgreichen Sänger in seinem Heimatland wurde. Mitte der 50er Jahre kam er nach Deutschland. Sein erster großer Erfolg war 1956 der Song Auf Cuba sind die Mädchen braun. Der größte Erfolg kam dann 1959 mit der Coverversion des Songs Gitarren klingen leise durch die Nacht, ursprünglich ein Hit des DDR-Sängers Günter Geißler, der heute zu den Evergreens des deutschen Schlagers gehört. Wegen seines perfekten Aussehens und Auftretens nannten ihn die Medien den „Sinatra des Orients“.

1961 wurde Jimmy Makulis vom ORF engagiert, Österreich beim Eurovision Song Contest in Cannes zu vertreten. Der musikalische Beitrag Sehnsucht belegte dort Platz 15, mit einem Punkt aus Großbritannien, – damit war Jimmy Makulis mit dem belgischen Vertreter punktgleich Letzter.

1962 nahm der Künstler an den Deutschen Schlager-Festspielen 1962 teil, die damals als deutsche Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest dienten. Auch hier belegte sein Song Ich habe im Leben nur dich den letzten Platz – allerdings im Finale der Vorausscheidung, welche insgesamt über die vier Semifinalrunden gingen. Der Song konnte sich jedoch 12 Wochen in den deutschen Charts halten.

1990 nahm Jimmy Makulis an der griechischen Vorausscheidung für den Eurovision Song Contest mit dem Song Mia nichta san ki apopse teil, jedoch ohne Erfolg.

Im Jahr 2005 kam über eine Musikagentur ein Kontakt zu einem deutschen Label zustande. Seine letzten Studioaufnahmen machte er zusammen mit dem Musikproduzenten Horst Lemke. Seine letzte veröffentlichte CD I Don`t Think I Ever Told You mit drei seiner größten deutschen Hits und zwei englischsprachigen Titeln ist im Jahr 2006 bei Marabu-Records erschienen. Am 28. Oktober 2007 starb er im Alter von 72 Jahren in einem Krankenhaus in Athen, nachdem er sich einer Herzoperation hatte unterziehen müssen.

Song: Nur in der Wiener Luft
Musik: Bruno Uher
Text: Bruno Uher
Interpret: Eleonore Schwarz
Punkte: 0
Platz: 16

Die ersten Null Punkte für Österreich

Ihre größten Erfolge feierte Eleonore Schwarz in den 1960er und 1970er Jahren als Operettensängerin an der Wiener Volksoper. 1962 vertrat sie Österreich beim Eurovision Song Contest in Luxemburg mit dem operettenartigen Song Nur in der Wiener Luft, für das sie keine Punkte erhielt und mit drei weiteren Teilnehmern auf dem letzten Platz landete. Der von Bruno Uher komponierte, getextete und dirigierte Beitrag handelte von den Schönheiten der österreichischen Hauptstadt wie der Staatsoper, dem Rathausmann und dem Stephansdom aber auch dem Wiener Walzer und Johann Strauß. Eleonore Schwarz veröffentlichte den Song als Single, hatte damit aber nur mäßigen Erfolg.

Song: Vielleicht geschieht ein Wunder
Musik: Erwin Halletz
Text: Peter Wehle
Interpret: Carmela Corren
Punkte: 16
Platz: 7

Platz 7 für Carmela Corren in London

Bevor die israelische Sängerin Carmela Corren in deutschsprachigem Raum bekannt wurde, ginge sie mit Cliff Richard auf eine Tournee durch Südafrika und sang in englischen Clubs. Später spielte sie in mehreren Filmen und Fernsehproduktionen mit.

Mit dem Song Eine Rose aus Santa Monica erreichte Carmela Corren bei den Deutschen Schlager-Festspielen (damalige deutsche Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest) 1962 einen 7. Platz. Damit hatte sie ihren größten Erfolg.

1963 sendete ORF Carmela Corren zum Eurovision Song Contest nach London. Mit der Startnummer 4 und unter 16 Teilnehmer erreichte sie mit dem Song Vielleicht geschieht ein Wunder einen akzeptablen 7. Platz. Der Song wurde von Erwin Halletz und Peter Wehle geschrieben.

Punkte für Österreich

04 Finnland, Großbritannien
03 Schweden
02 Belgien, Frankreich
01 Dänemark

1965 versuchte Carmela nochmals beim Eurovision Song Contest, diesmal für die Schweiz, teilzunehmen. Sie war bei der Vorausscheidung mit zwei Songs vertreten – Ay ay lachende Sonne und Eines Tages – konnte sich sich aber nicht gegen Siegerin Yovanna durchsetzen.

Song: Warum nur, warum?
Musik: Udo Jürgens
Text: Udo Jürgens
Interpret: Udo Jürgens
Punkte: 11
Platz: 6

Die erste Eurovision Song Contest Teilnahme für Udo Jürgens

Im Jahr 1950 gewann Udo Jürgens bei einem Komponisten-Wettbewerb des Österreichischen Rundfunks unter 300 Einsendungen mit dem Song Je t’aime als jüngster Teilnehmer den 1. Preis. Seine ersten Auftritte unter dem Künstlernamen Udo Bolán Band fanden während seiner Studienzeit in kleineren Lokalen statt. Erst später machte er aus seinen beiden Vornamen Jürgen & Udo in umgekehrter Reihenfolge den Künstlernamen „Udo Jürgens“.

1959 erzielte er einen ersten Erfolg mit dem Song Jenny; der Song wurde 1961 von Lale Andersen mit einem neu geschriebenen Text (Jonny) interpretiert. 1960 komponierte er für Shirley Bassey den Welthit Reach for the Stars. Ab 1963 arbeitete er mit dem Münchener Medienmanager Hans Rudolf Beierlein zusammen, der ihn besonders als Komponist förderte.

1964 vertrat Udo Jürgens zum ersten Mal Österreich beim Eurovision Song Contest und erreichte mit seinem Song Warum nur, warum? und mit 11 Punkten (5 aus Italien und Spanien, 1 aus Belgien) den 6. Platz. Eine Original-Videoaufnahme aus dem Jahr existiert leider nicht. Neben dem Gewinnersong aus Italien, war Udo Jürgens Beitrag ein großer Hit in Europa. Mit der englischen Version Walk Away verkaufte er 1,5 Millionen Schallplatten, kam auf Platz 23 in den USA.

Nach seiner ersten Eurovision-Erfahrung komponierte Udo Jürgens für Frank Sinatra den Song If I Never Sing Another Song. Da Frank Sinatra zu diesem Zeitpunkt eine Karrierepause machte, gab er den Song an Sammy Davis Jr. ab.

Song: Sag ihr, ich laß sie grüßen
Musik: Udo Jürgens
Text: Frank Bohlen
Interpret: Udo Jürgens
Punkte: 16
Platz: 4

Die zweite Top 5 Platzierung für Österreich

Nach dem tollen Erfolg im Vorjahr, sendete ORF erneut Udo Jürgens zum Eurovision Song Contest nach Neapel. Das Ergebnis lies sich sehen: Mit der Startnummer 6 erreichte Udö Jürgens einen 4. Platz mit 16 Punkte. Der Song Sag ihr, ich laß sie grüßen wurde von Udo Jürgens und Frank Bohlen geschrieben. Übrigens, Udo Jürgens nahm in selbem Jahr beim italienischen Sanremo Festival mit dem Song Abbracciami forte teil. Dort schaffte er sogar bis zum Finale.

Punkte für Österreich

05 Irland, Portugal
03 Italien, Großbritannien

Song: Merci Chérie
Musik: Udo Jürgens
Text: Thomas Hörbiger
Interpret: Udo Jürgens
Punkte: 31
Platz: 1

Der erste Sieg Österreichs beim Eurovision Song Contest in Luxemburg

1966 sendete ORF zum dritten Mal in der Reihenfolge Udo Jürgens zum Eurovision Song Contest, diesmal nach Luxemburg. Mit dem Song Merci Chérie gewann Österreich, mit der Startnummer 9 und mit 31 Punkten, zum ersten mal den Wettbewerb. Der Sieg von Udo Jürgens war bis 2014 der einzige Sieg Österreichs beim Eurovision Song Contest. Der Song Mercie Chérie wurde von Udo Jürgens komponiert und von Thomas Hörbiger getextet.

Punkte für Österreich

05 Belgien, Luxemburg, Monaco, Jugoslawien
03 Frankreich, Italien, Schweiz
01 Portugal, Spanien

Am 21. Dezember 2014 brach Udo Jürgens während eines Spaziergangs in Gottlieben im Kanton Thurgau (Schweiz) bewusstlos zusammen und starb trotz eines Wiederbelebungsversuches im Spital von Münsterlingen an Herzversagen im Alter von 80 Jahren. Nur zwei Wochen zuvor hatte er in Zürich den ersten Teil seiner 25. Konzerttournee, die unter dem Motto „Mitten im Leben“ stand, beendet.

Song: Warum es 100.000 Sterne gibt
Musik: Kurt Peche
Text: Karin Bognar
Interpret: Peter Horton
Punkte: 2
Platz: 14

Platz 17 beim Heimspiel in Wien für Peter Horton

1967 vertrat Peter Horton – damals noch unter dem Namen Peter Horten – Österreich beim Eurovision Song Contest mit dem von Kurt Peche und Karin Bognar geschriebenen Song Warum es 100.000 Sterne gibt. Mit Startnummer 3 und mit nur zwei Punkten (jeweils einen aus Portugal und Jugoslawien) landete er auf dem 14. Platz unter 17 Teilnehmern.

In selbem Jahr erntete Peter Horton im Maracanazinho-Stadion von Rio de Janeiro beim “Festival-do-cançao-popular” eine Goldmedaille und den größten Publikumserfolg von 46 Nationen. Zudem nahm er zweimal an der deutschen Vorausscheidung teil: 1972 scheiterte er mit dem Song Wann kommt der Morgen an der Vorrunde als Sechstplatzierter1975 erreichte er mit dem Song Am Fuß der Leiter den 11. Platz unter 15 Teilnehmern.

Song: Tausend Fenster
Musik: Udo Jürgens
Text: Walter Brandin
Interpret: Karel Gott
Punkte: 2
Platz: 13

Nur 2 Punkte in London für Goldene Stimme aus Prag

Nachdem Udo Jürgens bereits dreimal als Interpret beim Eurovision Song Contest an den Start ging, hat er nun 1968 den Song Tausend Fenster komponiert. Der Song wurde von Walter Brandin getextet. Als Sänger holte ORF den Tschechen Karel Gott ans Bord. Seine wunderschöne Stimme brachte Österreich allerdings kein besonderes Ergebnis beim Eurovision Song Contest in London: Mit der Startnummer 4 und nur 2 Punkte aus Spanien erreichte er Platz 13 unter 17 Teilnehmer. Einer seinen bekanntesten Songs ist die Titelmusik der Zeichentrickverfilmung von Biene Maja.

Die nächsten zwei Jahre verzichtete Österreich auf Teilnahme beim Eurovision Song Contest. Die Austragung 1969 in Madrid wurde boykottiert, da man der Diktatur Francos keine Plattform bieten wollte. 1970 verzichtete Österreich aus Unzufriedenheit mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen.