Das Ergebnis von Unser Lied für Israel sorgte hauptsächlich in Deutschland für Kontroversen.

Wie in jedem Jahr nach der Deutschen Vorentscheidung sind die Meinungen der Fans und Journalisten geteilt. Ich möchte Euch einige Stimmen, Reaktionen und Meinungen der ESC-Gemeinde sowie der Journalisten zusammenfassen. Diese wurden über den deutschen Beitrag Sister des Duos S!sters während und nach der TV-Sendung Unser Song für Israel  verfasst.

Ein Fan sieht S!sters auf einem Platz auf den vorderen Rängen:

Ich denke dieses Lied kommt trotz der ganzen Kritiken ganz weit nach vorne. Würde mich sehr wundern wenn das stimmliche Talent, der facettenreiche Song nicht gut ankommt. Die Zwei sehen auch noch gut aus. Viel Glück Mädels ihr schafft das!!!

Sabine K, eurovision.de

Anders sieht es dagegen dieser Fan:

Das mit 2018 scheint wohl nur ein Kurzerfolg gewesen zu sein, Sisters hatten zwar nicht unbedingt den schlechtesten Song beim Vorentscheid, aber auch bei weitem nicht den Besten. Kommt nicht gegen „You Let Me Walk Alone“ an. Tschüss, Top 24.

ESC-Buddy, eurovision.de

Anja Rützel kommentiert den Abend:

Mit dem Anti-Zicken-Song „Sister“ wird Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Israel reisen – und mit ihm ein Frauenduo vom Reißbrett. Dabei hätte es eine Kandidatin gegeben, die man so tatsächlich noch nicht gehört hat.

Anja Rützel, spiegel.de

Zwei Leser des englischen Wiwibloggs zeigen sich erfreut über die Wahl, sehen den Beitrag aber als etwas künstlich. Zumal die Dopplung aus Titel und Namen verwirrt:

This was only my third favourite song, but it was by far the best performance of the night. The girls were super confident and the vocals on point, the harmonies to die for and they tell their story very convincingly. This kind of performance paid off both for the tele vote and the jury. Even if the whole act is a bit fabricated and not as authentic as last year, it sounds and looks damn good. A top 5 is easily within reach.

L’oiseau, wiwibloggs

When I first heard “Sister”, I really liked it. It accurately portrays how women can be really bitchy and competitive with each other – even friends. And I was genuinely moved by its message, that it’s better to put that aside and be on the same side. But I thought, “Nah, that’s just me. Everyone else will prefer Aly or Lilly.” And yet the S!sters came along and delivered a really strong performance. All that was good about the studio version was emphasised. I was still surprised that it won, but delighted. My only complaint – S!sters is a terrible name for the duo. It’s confusing with the song title, hard to spell correctly and even harder to google.

Robyn Gallagher, wiwibloggs

„Musikpolizist“ Klaus Kauker hat sich in diesem Video dem Song auf seine Weise angenähert:

Die Bild hat den Fakt, dass der Beitrag im letzten Jahr bereits in der Schweiz eingereicht wurde, so kommentiert:

Der Song, den ein internationales Team komponiert hatte, war eigentlich für die Schweiz gedacht. Dort fand man keine passenden Interpreten. Prompt wurde das Lied nach Deutschland „geschoben“. Hier hatte man schon sechs Interpreten nach einem neuen Auswahlverfahren nominiert. Doch dann fand man für das „aussortierte“ Lied aus der Schweiz zwei deutsche Sängerinnen. S!sters bekamen einen zusätzlichen Startplatz und haben prompt gewonnen.
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Auch der Umstand, dass der Revolverheld-Sänger Carlotta damals bei The Voice Kids selbst gecoacht hatte, wurde betont:

Unglücklich ist, dass Revolverheld-Sänger Johannes Strate (38) auch Punkte vergeben durfte.

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Oliver Foss findet die Kritik an S!sters schade und schrieb einen Beitrag auf der Facebook-Seite der OGAE Germany:

Jedes Jahr wieder wird unser gewähltes Lied in Grund und Boden getreten. Das find ich immer sehr Schade .Hab mich dieses Jahr gar nicht vorher um die Songs und Interpreten gekümmert und bin deshalb ohne Voreingenommen zu sein in den Freitag Abend gestartet .Nach den 7 Songs muss ich sagen ,fand ich Sisters am besten und hab dafür auch angerufen .30 Punkte sind ja schon klarer Sieger gewesen .Die Europäische Jury hat auch 12 Punkte an Sisters gegeben .Lediglich die 100 Fans gaben nur 6 Punkte. Ich denke Sisters wird uns nicht den Sieg bringen ….aber auch nicht so schlecht abschneiden .Gutes Mittelfeld könnte drin sein .Ich drücke den Mädels die Daumen ..und letztendlich ist es doch alles eine grosse Party und Spaß .Man darf das alles nicht verbissen sehen .Meine Meinung !!!!

Oliver Foss, Facebook-Seite von OGAE Germany

Marcel twitterte während der Show:

OK, Sisters war mit Abstand das Beste. Mal was anderes in der Performance und schön kraftvoll ULfI #esc

@mac260, Twitter

Twitter-Nutzerin Anni sieht es etwas kritischer:

Sister fand ich halt in der Studio Version schon am schlechtesten. Was ist das bitte?! #UlfI

@BrauseAnni, Twitter

 

Markus aus Berlin wünscht auf rbb24.de den S!sters einen vorderen Platz:

Mal abwarten auf welchen Platz die beiden landen werden. Die Konkurrenz ist genauso gut und es wird sicherlich schwer.Vielleicht ist vorderer Platz moeglich. Ich wuensche es ihnen.

Markus, rbb24.de

Sarah Obertreis schrieb für die Frankfurter Allgemeine:

Wenn man den eigenen Sieg nicht mitbekommt – S!sters gewinnen den ESC-Vorentscheid mit einer gehörigen Portion Unbedarftheit. Sie singen über Frauenpower hauptsächlich deswegen, weil das gerade Mainstream ist.

Sarah Obertreis, Frankfurter Allgemeine

Lars Peters legt den Blickwinkel auf die Umstände, mit denen die Sisters den Vorentscheid gewonnen haben. Bei stern.de lobt er:

Noch am Donnerstag war nicht klar, ob S!sters überhaupt bei „Unser Lied für Israel“ würden antreten können. Denn die 19-jährige Carlotta Truman aus der Nähe von Hannover, die eine Hälfte der S!sters, kämpfte mit Fieber. Von ihren gesundheitlichen Problemen bekamen bei der Show am Freitag dann aber weder das Publikum oder die Juroren im Studio in Berlin, noch die Zuschauer am Fernseher etwas mit. Zusammen mit ihrer Duettpartnerin Laurita Spinelli, 26, stand Carlotta als letzter Beitrag auf der Bühne und stemmte ihren Song „Sister“, als ob nichts gewesen wäre. Damit überzeugten die beiden letztlich knapp die internationale Jury und die TV-Zuschauer und dürfen am 18. Mai beim Eurovision Song Contest in Tel Aviv für Deutschland singen. Diese Ehre haben sie ihrer Professionalität, aber auch etwas Glück und Unterstützung von verschiedenen Seiten zu verdanken.

Kommerziell scheint es, allen Unkenrufen zum Trotz, für S!sters nicht schlecht zu laufen: