Zum zehnten Mal vertritt ein Solosänger das Königreich

Nun ist es offizell. Jeangu Macrooy übernimmt die Gastgeberrolle 2020 in Rotterdam. In den letzten Wochen kursierten Gerüchte, wer die Niederlande vertreten würde. Den ersten Hinweis lieferte der NPO Radio 2 DJ Timur Perlin, in dem er erklärte, dass der Name des niederländischen Vertreters mit dem Buchstaben „J“ beginnt. Das machte das Angebot zwar kleiner, aber die interessierten Medien präsentierten immer noch andere Namen.

Die Onlineseite der Tageszeitung Algemeen Dagblad enthüllte dann den Namen von Jeangu Macrooy, was der federführende Sender AVROTROS dann anschließend bestätigte.

Die Auswahl

Nach dem Weggang des langjährigen Kommentators Daniël Dekker aus der Auswahlkommission wurde die Gruppe auf sechs Personen aufgestockt. Neben Eric van Stade (in leitender Funktion bei der AVROTROS), Jan Smit und Cornald Maass (Kommentatoren für das niederländische Fernsehen in den letzten Jahren) verstärkten die Radio-DJs Coen Swijnenberg und Sander Lantinga vom Radiosender Radio 538 sowie Joyce Hoedelmans (Leitung Online Eurovision
Songcontest AVROTROS) das Auswahlkomitee in den Niederlanden. Somit lag auch dieses Jahr die Entscheidung in den Händen von wenigen Menschen. Aber der Erfolg gibt der niederländische Auswahlmethode recht.

2020 schaute man wieder in erster Instanz auf das Lied. Jeangu Macrooys Song konnte am meisten überzeugen. Zudem wird sein Stil als intenational angesehen. Man hat sich für ein Lied entschieden, das keine Durchschnittsware darstellt. Entweder man mag den Song oder nicht, den Jeangu Macrooy im Herbst bei der AVROTROS ablieferte.

Wer ist Jeangu Macrooy?

Am 6. November 1993 wurde Jeangu Macrooy in Paramaribo(Surinam) geboren. Zwei Eurovisionsvorbilder haben ihre Wurzeln ebenfalls in Surinam. Humphrey Campbell, der 1992 mit „Wijs me de weg“ den 9. Platz in Malmö ersang und Ruth Jacott die ein Jahr später mit „Vrede“ und einem 6. Platz eine riesige Karriere startete, bereicherten den niederländischen Musikmarkt.

Jeangu Macrooy studierte am Konservatorium in Paramaribo und gründete mit seinem Zwillingsbruder Xilian die Formation Between Towers, die das Album „Stars On My Radio“ herausbrachte. 2014 ging es dann in die Niederlande. In Enschede besuchte er die Popakademie, um sich in der Songschreibung weiterzubilden.

2016 kam seine Debüt-EP „Brave Enough“ auf dem Markt. In der Sendung „De Wereld Draait Door (DWDD)“ stellte er die zugehörige Single vor. Der Auftritt war der Startschuss für eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Team dieser Sendung. In der Sendung DWDD wurden in den letzten Jahren des öfteren die niederländischen Teilnehmer unter anderem The Common Linnets 2014, Waylon 2018 und Duncan Laurence 2019 für die Eurovision vorgestellt.

Zwei Alben hat Jeangu Macrooy auf seinem Namen stehen. 2017 erschien „High On You“ und 2019 „Horizon“. Seine musikalische Leidenschaft, die im Bereich Modern Soul liegt, tat er dem Publikum auf diversen Festivals kund, was ihn auch ins Ausland brachte, unter anderem zum Reeperbahnfestival nach Hamburg.

Neben seiner musikalischen Karriere profilierte sich Jeangu Macrooy als Stilikone. 2018 wurde er von der Zeitschrift „Esquire“ zum bestangezogenen Mann nominiert.

Einem größeren Publikum wurde Jeangu Macrooy bekannt, als er die Rolle des Judas in „The Passion“ übernahm. Zudem schrieb er den Titelsong „Dance With Me“ für den Film „Niemand In De Stad“.

Jeangu Macrooy ist sehr stolz, die Niederlande zu vertreten. Seine Einsendung sei das Beste, was er bisher geschrieben hat. Es sei schwer gewesen, so lange Stillschweigen zu bewahren, denn er wäre am liebsten in die Luft gesprungen, als ihm Cornald Maass die freudige Botschaft bei einem Glas Wein verkündete.

Die Herausforderung

Nun ist Europa in den Niederlanden zu Gast und auf Jeangu Macrooy lastet ein imenser Druck. In den letzten Jahren wurden die Gastgeber mit hinteren Plätzen abgestraft. Kobi Marimi landete für Israel 2019 auf dem 23 Platz. O. Torwald schaffte für die Ukraine 2017 nur Platz 24, was zu Diskussionen an oberster Stelle führte. Gar letzte wurden 2015 The Makemakes in Österreich und Cláudia Pascoal 2018 in Portugal.

Hoffen wir für Jeangu Macrooy, dass sein Lied zündet und die niederländische Statistik weiter brilliert.