Finland_press_11Mai (7)Wien, Österreich – Am heutigen ersten Probentag probten die ersten 8 Länder des 1. Semifinales, darunter auch Finnland und Mazedonien.

Finnland

Finnlands Auftritt wurde von den Journalisten mit Spannung erwartet. Die 4 Bandmitglieder der Punktruppe PKN Kari Aalto, Pertti Kurikka, Sami Helle und Toni Välitalo gaben Ihren eineinhalb Minuten lang dauernden Song in einem Nebelmeer zum Besten. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten der anwesenden Beobachter eher verstört waren von der Darbietung. Der Beitrag polarisiert, Punkrock beim ESC als Novum von einigen wenigen bejubelt, von den meisten eher als Kuriosum zur Kenntnis genommen.

Finland_press_11Mai (3)Beim „Meet and Greet“, dem Pressegespräch, das von der bezaubernden Kati Bellowitsch (Ö3 Moderatorin und österreichische ESC-Punktefee) moderiert wurde, antworteten 3 der Bandmitglieder in ihrer finnischen Muttersprache, einer antwortete in Englisch. Von der Dolmetscherin wurden die Ausführungen der Band dann zusammengefasst und die Hauptaussagen waren „Wir sind hier, um zu gewinnen!“, und was das für den Song Contest untypische Genre ihres Songs Aina mun pitää angeht, sind sich die vier Punkrocker einig: „Wenn man Punkrock hört, fühlt man sich gut, es macht einfach Spaß.“ – Nun ja, das mag jeder für sich entscheiden. Ich persönlich sehe diesen Auftritt vom Gesamtpaket her nicht im Finale, aber das ist mein subjektives Empfinden, mal sehen, wie sich Europa entscheidet.

Macedonia_press_11Mai (6)Mazedonien

Die letzte Probe des heutigen Tages gehörte Mazedonien, das heuer von Daniel Kajmakoski vertreten wird mit dem Song Autumn leaves. Er lebt mit seiner Familie ja seit Jahren in Österreich und ist so gesehen ein „echter Wiener“. Er hat außerdem auch bei der österreichischen Talentshow „Starmania“ mitgemacht, und aus diesem Format sind ja bekanntlich Leute wie Christina Stürmer, Nadine Beiler und ESC-Ikone Conchita Wurst alias Tom Neuwirth hervorgegangen. Kein schlechtes Omen eigentlich.

Daniels Performance ist optisch ansprechend umgesetzt, nur dass er ständig von den 3 Chorsängern „umschwirrt“ wird und die choreografischen Bewegungen eher anmuten, als würde einer dem anderen im Weg stehen. Das stört meines Erachtens den durchaus ansprechenden Song. Es wäre schön, würde sich die mazedonische Delegation darauf einigen, Daniel in den Fokus zu stellen.

Macedonia_press_11Mai (3)Beim letzten Pressegespräch des heutigen Abends erzählte Daniel, dass er seinen Namen  Daniel Popovics verdankt (dem Sänger, der 1983 mit Dzuli für Jugoslawien den 4. Platz holte) und seine Mutter der größte Fan dieses Sängers war. Daniel Kajmakoski hat sogar den Song Dzuli für seine Mutter neu performt, das Video gibt’s auf YouTube.

Es wurde auch die Frage gestellt, warum der Song nicht in der Landessprache (wie in der Vorentscheidung) gesungen wird. Daniel sagt, dass der Song ursprünglich in Englisch geschrieben wurde und vom Text her in dieser Sprache eben näher an dem dran ist, was er mit dem Lied ausdrücken will „Nach dem Herbst kommt der Frühling, jedes Ende hat einen Anfang.“, so die Kurzzusammenfassung des Songs.

Jedenfalls kam Daniel total sympathisch rüber und ich wünsche ihm das Finalticket, aber ich glaube das klappt von der Bühnenumsetzung nur nach dem Motto „weniger ist oft mehr“.

Harald Tamegger
eurovision-austria.com

(Hinweis: Für die leichtere Lesbarkeit wird auf Genderformulierungen verzichtet, beide Geschlechter sind gleich angesprochen).

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