© RTÉ/Lili Forberg (Irland)
© Miodrag Marković & Isidora Mijanović (Montenegro)
© Kynthia Kindeli (Zypern)
© AMPTV (Armenien)
© NDR/Hendrik Lüders (Deutschland)

Auf dem Weg nach Tel Aviv mit …

Gerne möchten wir in den nächsten Tagen einen Blick auf die Teilnehmer des diesjährigen Eurovision Song Contest werfen. Heute beginnen wir mit den ersten fünf Ländern, nämlich Zypern, Armenien, Montenegro, Irland und Deutschland. Das gesamte Eurovision Austria Team hat das jeweilige Song mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet (1 ist Flop, 10 ist Top) und kommentiert. Das möchten wir gerne mit euch teilen. Viel Spaß dabei!

Zypern: Tamta – Replay

Markus (4 Punkte)
Zypern setzt auf das gleiche Autorenteam wie im letzten Jahr. Nur Replay ist eine schlechte Kopie von Fuego. Viel zu viel Autotune. Mal sehen, wie sie das live rüber bringt. Ein Beitrag, der wohl nach 3 Minuten in Vergessenheit gerät, da ich keinen signifikanten Höhepunkt höre.

Marc (7 Punkte)
Christer Björkman hat eine gute Wahl getroffen, Tamta mit Replay als Opener in Semifinal 1 auszuwählen. Der Song macht ordentlich Alarm und wir dürfen uns wohl wieder auf eine spektakuläre Bühnenshow freuen. Für mich hat Replay aber nicht ganz so viel Feuer wie Fuego, daher wird Zypern den Silberrang vom Vorjahr wohl nicht verteidigen können.

Daniel (7 Punkte)
Was für ein Auftakt! Replay ist die verloren geglaubte Zwillingsschwester von Fuego. Es ist schwer, die beiden Lieder überhaupt voneinander zu unterscheiden. Der Name eines italienischen Jeans-Herstellers wurde clever in den Song und ins Musikvideo eingeschleust. Hierfür müsste es einen Preis geben: Beste Schleichwerbung des Jahres.

Salman (7 Punkte)
Replay wird oft als Kopie vom letztjährigen zypriotischen Beitrag Fuego beschrieben. Ich finde Fuego war um einiges stärker. Trotzdem bin ich mir sicher, dass spätestens im Euroclub auch ich dazu abgehen werde. Vieles wird von der Bühnenperformance abhängen. Denn diese hat Fuego erst zum 2. Platz gebracht. Mal schauen, ob Tamta gleichzeitig singen und tanzen kann wie Eleni Foureira.

Tjabe (7 Punkte)
Der Titel sagt alles. Eine Wiederholung aus dem Vorjahr. Extravagante Sängerin mit einem eher dünnen aber schwungvollen Titel. Mal sehen, was live daraus gemacht wird, denn auch Eleni Foureira hat erst in Lissabon bei der ersten Probe für Furore gesorgt und ist in der Aufmerksamkeit gestiegen.

Manfred (5 Punkte)
Warum sollte man ein Erfolgsrezept groß ändern, denken sich wohl die Zyprioten; Tamtas Bühnenperformance wird zeigen, ob sie mit der grandiosen Eleni mithalten kann.

Sascha (5 Punkte)
Nach dem so tollen Ergebnis vorm Vorjahr wird Replay mit Fuego verglichen, alleine deshalb, weil die Songs „ähnlich“ klingen. Kein Wunder; fast das gesamte Team, das am Fuego gearbeitet hat, hat auch Replay geschnitzelt. Ob sie mit „Replay Replay Replay“ auf das Wiederholungsergebnis anspielen, weiß ich nicht, aber es wird bestimmt eine optische Wiederholung geben, denn auch die Choreographin wird dieselbe sein – Sacha Jean-Baptiste.

Armenien: Srbuk – Walking Out

Markus (7 Punkte)
Srbuks Stimme sagt mir sehr zu. Auch das Arrangement finde ich sehr gelungen. Tolle Steigerung nach typischer Song-Contest-Manier. Armeniens Wahl gefällt mir.

Marc (6 Punkte)
Auch der Opener von Semifinal 2 ist geschickt gewählt: Walking out klingt ‚fresh‘ und der Refrain hat viel Power. Nun das Manko: Mir fehlt etwas das Landestypische. Der Song klingt so sauber, steril und international, dass es aus jedem x-beliebigen Land kommen könnte. Srbuk war im aktuellen ESC-Jahrgang die erste Kandidatin, die für Tel Aviv fest stand. Ich tippe auf einen ordentlichen Mittelfeldplatz im Finale.

Daniel (6 Punkte)
Walking Out ist ein musikalischer Liebes-Thriller. An wen will sich Srbuk rächen? Wer hat ihr was angetan? Man weiß es nicht. Und dennoch liegt die ganze Zeit so eine Spannung in der Luft. Am Ende muss Srbuk noch einmal alles richtig rauslassen.

Salman (3 Punkte)
Walking Out finde ich eher einen schwächeren Beitrag von Armenien. Srbuk hat zwar eine gute Stimme, aber das Lied ist irgendwie belanglos. Es steckt für meinen Geschmack auch zu viel Aggressivität darin. Ein Song, den ich derzeit auf dem iPhone meistens skippe.

Tjabe (6 Punkte)
Armenien möchte unbedingt wieder ins Finale. Ein kraftvoller Song, der sicherlich auf der Bühne auch dementsprechend dargeboten wird. Ähnlich wie Aram MP3 kann Srbuk den Zuschauer von Start-Nr. 1 gleich in den Bann ziehen. Der einzige Nachteil für Armenien ist, dass noch ein paar weitere kraftvolle balladesk geprägte Lieder im zweiten Halbfinale folgen.

Manfred (8 Punkte)
Für mich ein sehr cooler Song von einer selbstbewussten jungen Sängerin interpretiert. Der Beitrag hat einen Rhythmus, der mir sehr gut gefällt und jetzt schon große Neugierde weckt, wie sie es auf der Bühne in Tel Aviv umsetzen wird. Sicher ein guter Opener für das 2. Semifinale.

Sascha (7 Punkte)
Die Strophen von Walking Out sagen mir nicht zu 100% zu, dafür aber der Refrain. Deshalb eine 7 von mir. Nichtsdestotrotz ist der Beitrag von Srbuk ein ganz guter. Alle Herrschaften, die im Video um sie kämpfen, wird sie nach Tel Aviv leider nicht mitnehmen können, aber zumindest zwei von denen – so meine Vermutung. Irgendwie voraussehbar, nicht?

Montenegro: D mol – Heaven

Markus (3 Punkte)
Sorry Montenegro, das ist nicht mein Ding. Wirkt mir zu hektisch und ich hab keine Ahnung warum die Balkaneinschläge im Arrangement sein müssten, wenn der Rest nichts damit zu tun hat. Komisch, dass ich schon nach einer Minute wusste, dass irgendwann ein Halbtonschritt kommt (in Minute 2 war er auch da).

Marc (2 Punkte)
Den vermeintlichen Todesslot 2 hat Christer Björkman D Mol aus Montenegro zugeschoben. Heaven hat zwar Ohrwurmcharakter, aber leider eher im negativen Sinn: Der Refrain klingt zwar zuckersüß, aber viel zu klebrig. Das Gesamtwerk hat kaum Ecken und Kanten und ist musikalisch ein Rückfall in die 80er/90er. Ich tippe auf ein Aus im Halbfinale.

Daniel (5 Punkte)
Heaven verbreitet gute Laune und Balkan-Flair. Die sechs Vokalisten singen exzellent und harmonisch, scheinen aber nur auf sich konzentriert zu sein. Das lässt sie etwas künstlich aussehen. Die folkloristischen Einsprengsel sind nett, aber unnötig. Kleiner Trost: Rizo Feratović ist mit Dreitagebart und feschen Haaren ein Augenschmaus!

Salman (5 Punkte)
Six4one reloaded. Hätte auch ein Song von Ralph Siegel sein können. Grundsätzlich mag ich diese Balladen, die ans Herz gehen, sehr. Es war anfangs auch mein „Guilty Pleasure“ von diesem Jahrgang. Leider wurde mittlerweile aber das Arrangement verändert. Man wollte es wohl modernisieren, hat es aber nur verschlimmschönert.

Tjabe (4 Punkte)
Ein klassischer Eurovisionssong, der auch schon in den siebziger Jahren hätte gespielt werden können. Ein solches Angebot gab es in den letzten Jahren immer seltener und wird mit Startplatz 2 sicherlich auch einen für die Position klassischen Abgang hinlegen. Kein Lied fürs Finale.

Manfred (4 Punkte)
Netter interessanter Beitrag, plätschert ein wenig zu viel dahin, der letzte Funken fehlt einfach, aber sicher eine nette Bereicherung für den heurigen Contest.

Sascha (1 Punkt)
Sorry Montenegro, das wird nix! Übertriebene Gefühle (Balkan halt) mit vielen musikalischen Einschnitten, als ob dem Komponist die drei Minuten zu kurz waren, um alle seine Emotionen und Gedanken auszudrücken.

Irland: Sarah McTernan – 22

Markus (8 Punkte)
Das wir wohl wieder eine Wackelpartie fürs Finale. Mag ihre Stimme und die Einfachheit des Liedes. Ein Song, den ich schon in meiner Playlist aufgenommen habe. Ich kann es noch nicht einschätzen, einerseits weil es vielleicht doch zu simpel ist. Aber wenn’s nach mir geht, sollte sie am Samstag dabei sein.

Marc (5 Punkte)
Schöner Feelgood-Song von Sarah McTernan. 22 startet locker-luftig und man spürt förmlich die Sonnenstrahlen der Frühlingssonne. Leider passiert dann 3 Minuten herzlich wenig und der Song plätschert einfach nur angenehm dahin. Auf der schwierigen Startposition 2 muss sich Irland beim Staging etwas Besonders einfallen lassen (wie letztes Jahr bei Tonight) um nicht im Semifinale zu stranden.

Daniel (3 Punkte)
Sarah McTernans Stimme hat eine interessante Farbe. 22 beginnt vielversprechend. Doch irgendwann steige ich dann aus, weil nicht mehr viel passiert. Das „Ich bin die nächste Katy Perry“-Image, das man ihr aufdrücken möchte, passt irgendwie überhaupt nicht zu ihr. Schade.

Salman (6 Punkte)
22 ist eine laue Radionummer. Ganz nett sich beim Autofahren anzuhören, aber nicht unbedingt etwas, für das man anrufen wird. Irland wird es schwer haben sich für das Finale zu qualifizieren. Schade, denn Sarah ist eine sehr sympathische Künstlerin und hätte einen Song mit etwas mehr Pep verdient gehabt.

Tjabe (6 Punkte)
Persönlich gefällt mir das Lied sehr gut. Aber ich fürchte, dass die Iren nach ihrem großen Erfolg 2018 dieses Jahr wieder im Halbfinale hängen bleiben. Die Start-Nr. 2 wird höchstwahrscheinlich zusätzlich dazu beitragen. Eine gigantische Show wird zu dem Lied nicht passen und daher fürchte ich, dass es schnell wieder vergessen ist.

Manfred (8 Punkte)
Einer meiner Lieblings Beiträge heuer. Cooler entspannter Song, bisschen sixties Touch. Ich finde Sarah McTernan sehr sympathisch und der Text des Beitrags gefällt mir sehr gut.

Sascha (6 Punkte)
22 ist ein netter Song, der niemandem weh tun wird. So auch die Reaktionen, ganz gleich ob der Song im Semifinale hängen bleibt oder im Finale weiterhin plätschern darf. Ideal, um alle übliche Haushaltstätigkeiten zu verrichten.

Deutschland: S!sters – Sister

Markus (2 Punkte)
Mal abgesehen wie der deutsche Beitrag wieder zustande gekommen ist…… glaube ich das 2018 ein Unfall war, da es genauso weiter geht wie in den Jahren vor Michael Schulte. Ich finde den Beitrag zu zickig und stimmlich harmoniert er auch nicht. Was im letzten Jahr volle Emotion war, ist 2019 nicht zu spüren.

Marc (5 Punkte)
Carlotta und Laurita rockten den deutschen Vorentscheid. Dank Höchstpunktzahl bei internationaler Jury und im Televoting und verwiesen sie die gehypten Fanfavoriten auf die Plätze. Die Show mit Drehpodest und schwarz-weiß-Fotos wirkte stimmig, der Gesang kam im Refrain kraftvoll rüber und der günstige letzte Startplatz tat sein Übriges. Während Michael Schulte mit Authentizität und Emotionen begeistern konnte, wirken die S!sters, die ja gar keine Schwestern sind, im direkten Vergleich leider eher wie ein Retortenprodukt. Ziel der Bühnenshow in Tel Aviv muss es daher sein genau diesen Eindruck zu widerlegen.

Daniel (2 Punkte)
Carlota und Laurita machen ihren Job so gut es geht. Sister ist unglaublich schwer zu singen, hat viele Tempowechsel und Pausen. Gesangsakrobatik alleine löst noch keine Gefühlsstürme aus. Und an denen fehlt es noch gewaltig. Was würde helfen, damit es Deutschland vielleicht doch noch in die Top 10 schaffen könnte? Weg mit der Drehbühne! Mehr Wärme! Viele Close-ups! Konzentrierung auf die Geschichte, die sie erzählen wollen. Ansonsten droht Ungemach.

Salman (5 Punkte)
Was soll ich sagen? Als Deutscher drücke ich unserem Beitrag immer sehr fest die Daumen und wünsche den S!sters nur das Beste für Tel Aviv. Leider befürchte ich aber, dass eine gute Platzierung in diesem Jahr sehr unwahrscheinlich ist. Es ist kein Song, für den ich zum Hörer greifen würde, falls ich aus einem anderen Land wäre. Da waren sogar die Songs von Ann Sophie und Levina viel stärker, die leider ganz hinten gelandet sind. Den Song als Konzeptsong zur „Me-too Debate“ zu deklarieren, finde ich sehr konstruiert. Ich würde mich sehr wundern, wenn Frauen nur zum Hörer greifen, weil sie so sehr von der „Botschaft“ der S!sters gerührt sind. Ich lasse mich aber sehr gerne am 18. Mai vom Besseren belehren.

Tjabe (3 Punkte)
Liegt es an Barbara Schöneberger oder warum kann man sich Deutschland 2019 wieder einen Platz unter den letzten 6 vorstellen. Die Jahre, wo die Schöneberger national moderiert hat, lagen die Deutschen extremst weit hinten. 2018 war der nationale Contest moderationstechnisch kein Highlight, aber Deutschland konnte mal wieder punkten. 2019 brillierte Barbara wieder die Show, aber das Ergebnis lässt nichts Gutes erwarten. Der Song zu getragen und zu geschrien, ohne auch nur ein bißchen von dem gewissen Etwas zu besitzen. Schade! Man kann nur hoffen, dass es nicht wieder der letzte Platz wird.

Manfred (4 Punkte)
Sister ist ein Song, der mir erst nach öfteren Hören begonnen hat zu gefallen. Sicher live schwer zu singen für die Beiden. Befürchte kein gutes Ergebnis für Deutschland. Doppelt schade nach dem tollen Erfolg vom letzten Jahr.

Sascha (1 Punkt)
Musikalisch kommt der Song bei mir gar nicht an. Optisch habe ich das Gefühl, als ob die Protagonistinnen ein Battle bei The Voice Of Germany bestreiten. Ab der Minute 2 bekomme ich zusätzlich die Angst, dass sie sich noch gegenseitig weh tun werden. Sorry Nachbarn.

Die Punkte auf einen Blick

# ESC 2019 Markus Daniel Tjabe Salman Marc Manfred Sascha Total
1 Armenien 7 6 6 3 6 8 7 43
2 Irland 8 3 6 6 5 8 6 42
3 Zypern 4 7 7 7 7 5 5 42
4 Montenegro 3 5 4 5 2 4 1 24
5 Deutschland 2 2 3 5 5 4 1 22

 

Wie ist eure Meinung zu diesen fünf Songs liebe Leser? Gerne möchten wir auch eure Kommentare und Bewertung für diese Songs lesen und sie dann in das Gesamtergebnis miteinbeziehen. Die Note 1 ist Flop, die Note 10 ist Top! Macht einfach mit!

2 COMMENTS

  1. Zypern: 5 Punkte, weil es für mich leider wie Fuego klingt, aber es ist keine billige Kopie
    Armenien: 7 Punkte – starke Stimme und starker Song
    Montenegro: 2 Punkte – leider für mich sehr schwach
    Irland: 6 Punkte – schöner mittelprächtiger Mitschwing-Song, höre ich mir gerne an
    Deutschland: 4 Punkte – schöne Stimmen, aber zusammen einfach zu wenig für mich

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