© Ana Šantl (Slowenien)
© Fifou (Frankreich)
© Aiga Redmane (Lettland)
© Tomas Gal (Tschechien)
© Cat Music (Rumänien)

Auf dem Weg nach Tel Aviv mit …

Heute nehmen wir weitere fünf Länder des diesjährigen Eurovision Song Contest unter die Lupe. Diese Länder sind Slowenien, Lettland, die Tschechische Republik, Rumänien und Frankreich.

Das Eurovision Austria Team hat auch heute das jeweilige Song mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet (1 ist Flop, 10 ist Top) und kommentiert. Natürlich freuen wir uns auch auf eure Noten und Kommentare.

Slowenien: Zala Kralj & Gašper Šantl – Sebi

Markus (8 Punkte)
Toll dass sich Slowenien weiterhin auf die eigene Sprache besinnt. Man fühlt den Song auch wenn man ihn nicht versteht. Finde sie hat eine tolle Aura. Sie braucht keine große Show kein fancy Kleid und trotzdem kommt da eine Menge rüber.

Daniel (8 Punkte)
Ein Paar, das gemeinsam Elektromusik macht? Das hatten wir letztes Jahr mit Madame Monsieur aus Frankreich. Zala Kralj & Gašper Šantl sind anders. Sie lassen uns an ihrer Liebesbeziehung noch viel stärker teilhaben als ihr französisches Vorbild. Während ihres Live-Auftritts beim slowenischen Vorentscheid schauten sich die beiden so verknallt an, als hätten sie sich erst am Tag zuvor kennengelernt. Sebi hinterlässt Gänsehautmomente, weil es ganz ohne Chi-chi auskommt und mit seinem immer wiederkehrenden Rhythmus hypnotisiert. Für mich qualifiziert sich Slowenien deswegen fürs Finale.

Tjabe (6 Punkte)
Ein unscheinbares Lied, dass aber mit dem Calm After The Storm Spirit es weit schaffen könnte und gegen die bombastischen orchestralen Beiträge sich durchsetzen könnte.

Salman (1 Punkt)
Der langweiligste Song in diesem Jahrgang. Mich berührt er ganz nicht. Das Lied ist sehr monoton und hat keine Höhepunkte. Ausserdem sahen die beiden nach ihrem Sieg in der slowenischen Vorentscheidung überhaupt nicht aus als ob sie sich freuen würden. Ich finde es sehr schade, dass Raiven nicht nach Tel Aviv fährt. Sie hätte es echt verdient gehabt.

Marc (5 Punkte)
Gala Kralj & Gašper Šantl haben schöne zarte Stimmen. Sebi klingt sehr eigenständig, reduziert und in gewisser Weise auch faszinierend. Auf mich wirkt der Song jedoch eher hypnotisierend und traurig.

Manfred (7 Punkte)
Bei 2 Punkte begonnen jetzt bei 7 gelandet. Das heißt, ich musste mich erst anfreunden mit den Beiden. Schwer einzuschätzen wie sie letztendlich ankommen werden da Zala meistens distanziert und abwesend wirkt. Der Song hat für mich ein wenig Bar-Musik Touch.

Sascha (7 Punkte)
Irgendwie schleichend der slowenische Song. Anfangs möchte ich ihn gar nicht, langsam aber glaube ich, dass dieser Song sogar einen Top 10 Platz im Finale erreichen könnte. Auf der anderen Seite passiert im Song gar nichts; immer dasselbe Rhythmus, dieselbe Melodie, kein Höhepunkt, dennoch eben schleichend.

Tschechische Republik: Lake Malawi – Friend Of A Friend

Markus (6 Punkte)
Wirkt sehr jung und frisch und hat den Charme einer Schülerband. Der Sound erinnert mich an US Produktionen aus den 80ern. Irgendwie zuckersüß aber doch nicht verklebt …

Daniel (9 Punkte)
Erst nach ihrem Auftritt beim ukrainischen Vorentscheid hat Friend Of A Friend bei mir gezündet. Und wie! Albert Černýs Stimme ist live toll. Er übertrifft damit schon die recht gute Studiofassung. Der typische Indie-Sound, der an eine Band wie z.B. Ok Go (nie gehört? Siehe hier →), gefällt mir. Überhaupt, dieses Jahr haben wir mit Österreich, Slowenien und Aserbaidschan einige Indie-Popsongs im Rennen.

Tjabe (7 Punkte)
Das Land hat gelernt und kommt wieder ganz jugendlich frisch herüber. Leider fehlt dem Song die Besonderheit, die Mikolas Josef in sein Lied zauberte. Es ist halt nur ein fröhlicher Radiosong.

Salman (9 Punkte)
Nach letztem Jahr hat Tschechien wieder einen tollen Beitrag am Start. Die Jungs von Lake Malawi sind super sympathisch und das Lied verbreitet gute Laune. Sie können auch sehr gut live performen wie man in Amsterdam und London gesehen hat. Ich mag den Song sehr!

Marc (6 Punkte)
Tschechien versucht mit relaxtem Indie-Hipster-Pop auf der Erfolgswelle des Vorjahres weiter zu surfen. Der Song Friend of a Friend kommt extrem lässig und spritzig daher. Die „spoken words“ im Song sind vermutlich nicht jedermanns Sache. Das Video lebt vom Charme des Sängers Albert. Bin sehr gespannt, ob er damit auch die große Bühne in Tel Aviv füllen kann.

Manfred (7 Punkte)
Klingt überraschend international und Hitparaden tauglich. Extrem gut zum mittanzen. Bin jetzt schon sehr neugierig auf den Auftritt, wird wohl an die coole Lässigkeit von Mikolas Josef nicht herankommen. Gehe stark davon aus, dass sie das Finale erreichen werden.

Sascha (7 Punkte)
Der Beitrag aus Tschechien schwankt bei mir dauernd; mal finde ich ihn Super, dann rutscht er mal nach unten, dann klettert er wieder höher. Jedenfalls, die Melodie ist nett, tanzbar, die Truppe aus Tschechien kommt unbeschwert rüber. Das Finale ist auf jeden Fall drin, dort Top 10 möglich.

Lettland: Carousel – That Night

Markus (7 Punkte)
Stimmlich hat sie irgendwas von Katie Melua. Gibt mir ein total gechilltes Gefühl. Freue mich schon sehr auf die Umsetzung auf der großen Bühne in Israel.

Daniel (10 Punkte)
Wow! Beiträge wie That Night lassen meine Leidenschaft für den Song Contest immer wieder aufflammen. Die Band Carousel erzeugt Lagerfeuer-Atmosphäre mit einfachsten Mitteln. Es geht schlicht darum, handwerklich richtig gute Musik zu machen. Sabīne Žugas Stimme wärmt und ist herausragend gut. Der Song soll langweilig sein? Nein, das ist genau das richtige langsam gleißende Feuer für eine lange unvergessliche Nacht. Umso besser, wenn es dank Juroren für den Finaleinzug reichen sollte. Vielleicht sogar für eine Platzierung in den Top 10 entgegen allen Erwartungen des ESC-Fan-Mainstreams.

Tjabe (5 Punkte)
Neben Slowenien die wohl ruhigste Nummer im Contest. Aber der Song ist nicht so überzeugend wie Sebi, da man nur auf die Clubatmosphäre setzt. Trotzdem könnten auch die Letten für einen besonderen Moment sorgen.

Salman (3 Punkte)
Eigentlich ein ganz netter Song. Wenn man ihn öfters gehört hat bleibt das „Looooove“ im Ohr hängen. Beim ersten Mal hat der Song aber nur wenig Instant Appeal, so dass Lettland mit ziemlicher Sicherheit im Semifinale hängen bleiben wird.

Marc (3 Punkte)
Mir wird schwindelig! Bei Carousel läuft der Refrain in Dauerschleife und ansonsten passiert leider wenig. Der Song schafft eine jazzig angehauchte Atmosphäre. Klingt wie abends an einer Hotelbar. Danach ist man müde und geht zu Bett.

Manfred (3 Punkte)
Easy Listening auf dem hohem Niveau. Angenehmes Stimmchen, aber für mich mehr gute Nacht Song als ESC-Beitrag.

Sascha (4 Punkte)
Easy-Listening, so kann ich den lettischen Song am besten beschreiben. Ich sehe mich bei diesem Beitrag durchs Fenster meiner Wohnung Richtung Wiener Hügel träumerisch hinaus schauen. Das bedeutet aber auch, dass dieser Song völlig an mir vorbei plätschert. Was war nochmal der Beitrag aus Lettland? – höre ich schon die manche Reaktionen in Tel Aviv.

Rumänien: Ester Peony – On A Sunday

Markus (4 Punkte)
Total schwer einzuschätzen wie die Jury und das Publikum auf Ester reagieren wird. Für mich fehlt ein wenig der Höhepunkt. Sie macht ihre Sache sicher gut und es kommt auf eine live Performance an. Bei mir nicht mehr als Mittelfeld.

Daniel (4 Punkte)
Warum die Rumänen überhaupt eine große und teure Fernsehshow produzieren, wenn dann die Stimmen des Publikums nur ein Bruchteil zum Gesamtergebnis beitragen, mag verstehen wer will. Dass schließlich Ester Peony mit Schützenhilfe der Juries es nach Tel Aviv schaffte, war jetzt an und für sich keine Katastrophe, wie es viele Fans dargestellt haben. On A Sunday ist recht eingängig und braucht sich auch vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Der Popsong hat einen peitschenden Beat, der aufhorchen lässt. Aber wie der Beitrag beim Vorentscheid inszeniert wurde, das war schon grenzwertig: Hat jemand da etwa Draculas Fundus in Transsilvanien durchwühlt und auf die Bühne geholt? Nichts passt zusammen und das wirkt schließlich seltsam komisch.

Tjabe (5 Punkte)
Beim ersten Hören dachte ich mir, was haben sich die Rumänen denn dabei gedacht, aber mittlerweile kann ich mir auch vorstellen, dass dieses etwas sperrige aber abwechslungsreiche Lied ins Finale einziehen könnte und Rumänien in der Nacht zum Sonntag auf dem Scoreboard enthalten ist.

Salman (6 Punkte)
Nach ihrem umstrittenen Sieg in der rumänischen Vorentscheidung musste ich mir das Lied auch erstmal schön hören. Mittlerweile finde ich es ganz okay. Das Staging von Ester ist sehr schön und sie hat eine gute Stimme. Kein Top-Beitrag aber im Gesamtpaket ganz passabel.

Marc (4 Punkte)
Bei Rumäniens Vorentscheid „Selectia Nationala“ fühlte ich mich verschaukelt, dabei gab es interessante Songs im Angebot. Das Publikum hatte einen verschwindend geringen Anteil am Voting und die beiden Wiwi-Blogger hievten (absichtlich oder ungewollt) Ester Peony auf den Thron. On a Sunday wird zwar überladen mystisch und geheimnisvoll inszeniert, aber der Song geht dabei leider ziemlich unter.

Manfred (2 Punkte)
Rumänien gehört für mich dieses Jahr zu den Songs, die ohne Wirkung an mir vorbeigehen.

Sascha (5 Punkte)
Ungefähr dasselbe wie bei Lettland, kann ich auch beim Beitrag aus Rumänien schreiben. Nicht Top, aber auch nicht Flop. Irgendwie mittig und gleich auch wieder langweilig.

Frankreich: Bilal Hassani – Roi

Markus (8 Punkte)
Madame Monsieur sind zurück als Komponisten für Roi. Der Sänger und YouTube Star Bilal Hassani musste sich im Vorfeld viel Anfeindungen über sich und seinen offenen Lebensstil anhören. Und deshalb brauchen wir Beiträge wie diesen mehr als zuvor. Mich berührt die Geschichte. Klassisch zeitlose Ballade.

Daniel (7 Punkte)
Das muss man auch erstmal schaffen. Madame Monsieur haben quasi zweimal hintereinander den qualitativ hochkarätig besetzten französischen Vorentscheid gewonnen. Diesmal allerdings „nur“ als Songwriter. Zu verdanken haben sie den Sieg auch dem exzentrischen, aber äußerst sympathischen Bilal Hassani. Der lässt seine Kindheit und seine „Wie ich erwachsen wurde“-Geschichte in den Song Roi (französisch für König!) einfließen. Der ständige Wechsel zwischen Französisch und Englisch mag vielen nicht gefallen. Mich stört er überhaupt nicht. Im Gegenteil: Das passt für mich ausnahmsweise sogar sehr gut, schließlich spricht Bilal auch exzellentes Englisch und er versucht nicht krampfhaft den französischen Text zu übersetzen. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Song Längen vor allem in der Mitte vorweist. Angeblich soll es ja für Tel Aviv eine neue Version geben. Schauen wir mal.

Tjabe (2 Punkte)
Was finden alle nur an diesem Beitrag? Nach den schönen Liedern der letzten drei Jahre schickt Frankreich einen sehr langweiligen und langatmigen Song nach Tel Aviv. Eigentlich lebt das Lied nur von der Story rund um den Interpreten. Also ich sehe das Lied eher weiter hinten im Klassement.

Salman (8 Punkte)
Conchita’s französische Kopie. Ich finde es gut, wenn auch spezielle Charaktere beim ESC dabei sind. Der Song hat eine wichtige Botschaft. Am Anfang fand ich die englisch/französich Mischung etwas nervig, aber habe mich mittlerweile damit gut angefreundet. Allez la France!

Marc (7 Punkte)
10 Punkte für das Statement und 4 Punkte für den Live-Gesang = 7 Punkte. Der 19jährige YouTuber Bilal ist seit seinem Sieg rassistischen und homophoben Anfeindungen ausgesetzt. Ich mag sein Charisma und finde es klasse, dass er gegen alle Widerstände seinen Weg geht. Roi stammt aus der Feder von Madame Monsieur und ist eine eingängige Pop-Nummer. Schade nur, dass man sich sich für Englisch-Französisch-Sprachmix entschieden hat.

Manfred (5 Punkte)
Bilal Hassani ist eine interessante Persönlichkeit, mit netter Stimme. Der Song an sich wirkt für mich aber ein wenig zu ESC-dramatisch, was ich an sich nicht schlecht finde, aber in diesem Fall zu wenig funktioniert.

Sascha (7 Punkte)
Ich mag den französischen Beitrag Roi und bin schon neugierig auf die Inszenierung. Musikalisch wird der Song zwar keinen Walk Of Fame Stern bekommen, aber in Verbindung mit Bilals Geschichte verdient dieser volle Aufmerksamkeit. Mal sehen, wie dieser Song platziert wird.

Zwischenstand

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Gerne möchten wir auch eure Kommentare und Bewertung für diese Songs lesen und sie dann in das Gesamtergebnis miteinbeziehen. Die Note 1 ist Flop, die Note 10 ist Top! Macht einfach mit!

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