© Thomas Cato (Dänemark)
© MTVA/Nikolett Kaszner (Ungarn)
© BTRC (Weißrussland)
© Sotarn (Schweden)

Auf dem Weg nach Tel Aviv mit …

Im vierten Teil unserer Reihe Auf dem Weg nach Tel Aviv konzentrieren wir uns auf Ungarn, Dänemark, Weißrussland und Schweden.

Auch dieses Mal haben wir den jeweiligen Song mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet (1 ist Flop, 10 ist Top) und kommentiert. Eure Noten und Kommentare sind auch heute mehr als herzlichst Willkommen! Also, ran an die Tasten!

Ungarn: Joci Pápai – Az én apám

Markus (7 Punkte)
Jonci ist zurück und liefert auch in diesem Jahr wieder ab. Er bleibt sich und seinem Stil treu. Manchmal ist weniger einfach mehr.

Daniel (5 Punkte)
Joci Papais Rückkehr ist erfreulich. Papai ist ein sympathischer Sänger, dem ich gerne beim Singen zuhöre. Doch schafft er es, besser abzuschneiden als bei seiner ersten Teilnahme 2016 (8. Platz)? Az én apám ist eine dieser Vater-und-Kind-Geschichten, von denen sich in den Vorentscheiden europaweit erstaunlich viele heuer tummelten. Es ist ein ruhiger Song, der ganz ohne Feuerwerk und hektische Tanzeinlagen auskommen muss. Ich sehe die Gefahr, dass andere Beiträge in Landessprache wie beispielsweise Polen, Island und Portugal dieses kleine Juwel in den Schatten stellen werden und Ungarn von den Zuschauern vergessen wird.

Tjabe (6 Punkte)
Ein toller Interpret, aber dem Lied kann ich mich nicht so nähern. Es ist gut, dass die meisten Zuschauer aus dem Moment heraus entscheiden und nicht an vor zwei Jahren sich erinnern. Das könnte ihm helfen wie vor zwei Jahren die Zuschauer zu überzeugen.

Salman (5 Punkte)
Nach 2017 hat erneut Joci Papai die ungarische VE gewonnen. Schön, dass er wieder auf Landessprache singt. Origo war aber finde ich der stärkere Beitrag.

Marc (4 Punkte)
Joci Papai ist ein klasse Typ mit Ausstrahlung. Toll, dass er einen zweiten Anlauf beim ESC wagt. Ich liebte Origo. Trotz schönem Anfang entwickelt sich Az én apám leider nirgends so richtig hin. Man hofft immer, dass noch irgendetwas passiert und dann ist der Song plötzlich zu Ende.

Manfred (5 Punkte)
Leider kein Vergleich mit dem tollen Song, mit dem Joci Papái 2017 schon einmal beim ESC aufgetreten ist. Zu Beginn des Songs bin ich noch gespannt auf eine Steigerung, die allerdings nicht passiert.

Sascha (7 Punkte)
Eigentlich passiert nicht viel in ungarischem Beitrag; auch hier wie schon bei solch manchen Songs, immer wieder dieselbe Melodie, kein wirklicher Höhepunkt und viel Na na na… Na na na… Dennoch, irgendwie passt das hier bei Ungarn.

Dänemark: Leonora – Love Is Forever

Markus (9 Punkte)
Ich finde den dänischen Beitrag zauberhaft. Zeitlos im Vortrag und im Arrangement. Er drängt seine Botschaft niemandem auf. Und er  bringt mir ein Lächeln ins Gesicht :). English Französisch, Deutsch und Dänisch in 3 Minuten unterzukriegen empfinde ich auch überhaupt nicht aufdringlich. 

Daniel (7 Punkte)
Warum lieben wir uns nicht alle einfach? Friedensbotschaften hat es in der Song-Contest-Geschichte schon viele gegeben. Love Is Forever ist süß und geschmeidig leicht wie Zuckerwatte. Und Leonora darf sogar fünf Wörter auf Deutsch singen. Die Qualifikation ist angesichts des starken zweiten Semifinale nicht garantiert, aber ich hoffe es sehr für sie.

Tjabe (7 Punkte)
Pippi Langstrumpf hat sich fein gemacht. Ein knuffiges Lied, dem ich den Finaleinzug sehr gönne. Solche fröhlichen und leicht beschwingten Lieder gehen immer.

Salman (6 Punkte)
Wie oft in den letzten Jahren schickt Dänemark wieder einen „niedlichen Beitrag“ von einer Solofrau gesungen ins Rennen. Love is forever hat eine schöne Botschaft, aber geht wohl möglich etwas unter. Vielleicht doch zu leise für den ESC.

Marc (7 Punkte)
Ich muss gestehen, das ist einer meiner „Guilty Pleasure“-Songs 2019. Vom Charme erinnert mich der Beitrag etwas an Zoë und Loin d’ici. Love is forever kommt zwar im Stil eines einfachen Kinderliedchens daher, aber ich muss sofort mitwippen und bekomme gute Laune. Leonora ist zuckersüß und die Choreo mit dem überdimensionalen Stuhl ist zwar kitschig, aber passt super zum locker flockigen Song. Das Mehrsprachige im Song finde ich klasse und die Zeile „Don’t get too political“ darf sich die EBU gerne hinter die Ohren schreiben ;-)

Manfred (8 Punkte)
Einer meiner Lieblingssong 2019. Ich mag die Melodie und die Sängerin. Ich höre mir den Song an und bin entspannter als zuvor. Und das soll doch das Wichtigste bei einem Song sein, oder?

Sascha (3 Punkte)
Sorry Dänemark, das ist nicht meins. Das hatten wir schon 2011 bei Anna Rossinelli. Ja schon, viele Songs klingen ähnlich, aber bei dem hier ist mir das einfach zu viel des Guten.

Weißrussland: Zena – Like It

Markus (2 Punkte)
Das wirkt mir alles so gewollt modern und international. Und genauso kommt es bei mir an. Wenn sie nun eine fantastische Sängerin wäre ….. aber das ist sie leider auch nicht.

Daniel (1 Punkt)
ZENA ist die weißrussische Hannah Montana. Die 16-Jährige kann eine beachtliche Song-Contest-Karriere vorweisen. 2015 wurde sie Dritte beim Junior Eurovision Song Contest in Minsk. Drei Jahre später war sie Co-Moderatorin beim Junior-Bewerb, ebenfalls in Minsk. Ihre Bekanntheit war wohl der Grund, warum sie schließlich den nationalen Vorentscheid gewonnen hat. Für Weißrussland sehe ich heuer aber schwarz. Like it ist leider herzloses Fast Food. Erfolgsrezepte ehemaliger ESC-Beiträge scheinen hier wieder aufgetischt worden zu sein. Ein Finaleinzug ist damit eher unwahrscheinlich.

Tjabe (3 Punkte)
Die weißrussischen Teilnehmer wollten kein Televoting, aber ob ein Zuschauerentscheid was Besseres geliefert hätte? Dieses Jahr gibt es wenigstens keinen offenen Rücken mit Rosen verziert und auf eine tanzende Frl. Rottenmeier wird hoffentlich auch verzichtet.

Salman (7 Punkte)
Der Song ist ganz klar „Euro-Trash“. Trotzdem macht er irgendwie Spaß. Man fühlt sich etwas wie im High School Musical. Die Frage ist ob Zena es schaffen wird gleichzeitig zu singen und zu tanzen. ich drücke ihr dafür die Daumen

Marc (4 Punkte)
Die 16jährige Zena wagt den Sprung vom Junior ESC nun auf die große ESC Bühne. Sie offeriert uns Dance-Pop à la Britney. Like it ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Es hat leider nichts Originelles oder Eigenständiges. Im Euroclub kann man sicher gut darauf tanzen. Den „Like“-Button würde ich bei dem Song aber trotzdem nicht unbedingt drücken.

Manfred (2 Punkte)
Ein Song für junge Leute, eine Musik, der ich entwachsen bin! Deshalb schwer für mich einzuschätzen.

Sascha (5 Punkte)
Ich bin meisten kein Freund der weißrussischen ESC-Beiträge. Dieser hier aber ist voll in Ordnung. Weißrussland präsentiert sich frisch und modern. Ich glaube, niemand hätte was dagegen, falls Weißrussland mit diesem Song ins Finale einziehen würde. Ich zumindest nicht.

Schweden: John Lundvik – Too Late for Love

Markus (8 Punkte)
John, gebürtig aus London und er kann seine Wurzeln nicht verstecken. Ein schwedischer Beitrag der nicht gleich nach 30 Sekunden als dieser auch entlarvt wird. Handwerklich eine super Arbeit. Der Chor knallt auch richtig gut rein . Gute Leistung ! 

Daniel (7 Punkte)
Haben die Schweden sich von den Österreichern eine Scheibe abgeschnitten? John Lundvik fehlt nur noch eine tief hängende silberfarbene Trainingshose und er könnte der Cousin von Cesàr Sampson sein. Mit Cesàr verbindet ihn auch eine andere große Leidenschaft: Sport. Lundvik hat früher Fußball gespielt. John Lundvik macht aber wie sein Linzer Vorbild alles richtig gut. Gesang und Performance sind spitze. Und John lächelt genauso, wie ich es mir damals von Cesàr mehr gewünscht hätte. Am Song an sich ist nichts auszusetzen. Einzig der Text ist etwas schmalzig geraten. Das fällt aber nicht weiter auf.

Tjabe (7 Punkte)
Von den schwedischen Einsendungen der letzten drei Jahre sicherlich das Beste. Gut gemacht und ohne zu viel Brimbamborium aus Leuchtstäben, Laufbänder und gezeichneten Männchen. Aber nächstes Jahr darf es mal wieder etwas Anderes sein bitte.

Salman (10 Punkte)
Ich habe das Lied das allererste Mal gehört und war gleich begeistert. John Lundvik ist ein sehr sympathischer und hochtalentierter Künstler. Ich höre das Lied von dem diesjährigen Jahrgang am Meisten auf meinem Iphone und es kann gut sein, dass Schweden in Tel Aviv seinen siebten Sieg einfährt und mit Irland gleichzieht.

Marc (10 Punkte)
Too late for Love gehört mit zu meinen absoluten Top-Favoriten für den ESC-Sieg 2019. Dass Soul und Gospel beim ESC toll punkten kann, hat Cesár Sampson letztes Jahr beeindruckend bewiesen. Live on Stage sind John Lundvik und seine „Mamas“ wirklich mitreisend. Die Friends Arena stand Kopf beim Melodifestivalen und von der 8-köpfigen internationalen Jury gab es 8x die Höchstpunktzahl. John ist zudem ein klasse Typ: er ist sehr fokussiert, aber zugleich mega sympathisch und auf dem Boden geblieben.

Manfred (7 Punkte)
Solider schwedischer ESC-Beitrag, natürlich wieder im Finale. War nicht mein Melodifestivalen-Favorit, aber was soll bei dieser tollen Nummer von John Lundvik schief gehen?

Sascha (7 Punkte)
Irgendwie kommt Schweden seit Jahren mit demselben Konzept zum ESC: eingängige Melodie, fast immer Top 5 tauglich, klasse Sängern, perfekte Performance. Heuer ist das auch nicht anders. Eigentlich langweilig, es funktioniert aber fast immer, zumindest bei der Jury. Für mich der persönliche Störfaktor ist die Art, wie die heutige Musik produziert wird – Stop and Go. Gerade will man tanzen wollen, ist schon der Rhythmus unterbrochen. Wie ein Auto, das man parken möchte, es aber immer wieder in Bewegung setzt.

Zwischenstand

# ESC 2019 Markus Daniel Tjabe Salman Marc Manfred Sascha Total
1. Schweiz 10 8 10 8 10 6 8 60
2. Schweden 8 7 7 10 10 7 7 56
3. Tschechien 6 9 7 9 6 7 7 51
4. Dänemark 9 7 7 6 7 8 3 47
5. Frankreich 8 7 2 8 7 5 7 44
6. Polen 2 7 6 6 5 9 8 43
7. Armenien 7 6 6 3 6 8 7 43
8. Slowenien 8 8 6 1 5 7 7 42
9. Irland 8 3 6 6 5 8 6 42
10. Zypern 4 7 7 7 7 5 5 42
11. Ungarn 7 5 6 5 4 5 7 39
12. Lettland 7 10 5 3 3 3 4 35
13. Rumänien 4 4 5 6 4 2 5 30
14. Moldau 6 3 4 5 4 4 3 29
15. Weißrussland 2 1 3 7 4 2 5 24
16. Montenegro 3 5 4 5 2 4 1 24
17. Finnland 5 2 3 3 5 3 3 24
18. Deutschland 2 2 3 5 5 4 1 22

 

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Gerne möchten wir auch eure Kommentare und Bewertung für diese Songs lesen und sie dann in das Gesamtergebnis miteinbeziehen.

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