© Ronen Akerman (Israel)
© Alek Živković (Serbien)
© ORF (Österreich)
© Damjna Fiket/Marko Košutić (Kroatien)
© Filip Van Roe (Belgien)

Auf dem Weg nach Tel Aviv mit …

Wir sind knapp auf dem halben Weg unserer Reihe Auf dem Weg nach Tel Aviv gekommen. Heute schauen wir uns die Songs aus Serbien, Österreich, Belgien, Kroatien und dem Gastgeberland Israel an.

Euer Eurovision Austria Team hat auch heute den jeweiligen Song mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet (1 ist Flop, 10 ist Top) und kommentiert. Gerne laden wir auch euch heute an, die Songs in Kommentaren zu bewerten und zu kommentieren.

Serbien: Nevena Božović – Kruna

Markus (7 Punkte)
Endlich hat sie es geschafft. Vom Junior ESC und diversen Backing Jobs vertritt sie Serbien als Solokünstlerin. Und sie wird ihre Sache gut machen. Wunderschöne Instrumentalisierung mit viel Drama angereichert. Das erwartet man aus Serbien. Ich hoffe nur sie wird den englischen Teil streichen. Der wirkt etwas gewollt und nimmt dem Lied die Stimmung.

Daniel (4 Punkte)
Nevena Božović ist zum dritten Mal dabei. Diesmal als Frontsängerin sogar ganz alleine auf der Bühne. Kruna ist eine Balkanballade im Stil früherer osteuropäischer Beiträge aus den 90er Jahren. Aber ist das nicht ein wenig zu nostalgisch für den Song Contest? Mich reißt das nicht vom Hocker.

Tjabe (7 Punkte)
Die Frau ist mir sympathisch. Schließlich hat sie 2013 mein Lied des Jahres mitgesungen. Ljubav je svuda fand ich damals grossartig. Ich weiß, dass das viele nicht verstehen. Nun singt die gute Nevena eine Hymne, die sicherlich nicht wie anno 2013 zu meinen Topliedern wird, aber die Stimme von Frau Božović weiß zu überzeugen.

Salman (7 Punkte)
Nevena war 2013 schon mit Moje 3 beim ESC. Mittlerweile ist aus dem Teenie eine erwachsene Frau mit einer reifen Stimme geworden. Der Titel ist größtenteils in Landessprache gesungen und passt sehr zu Serbien. In Amsterdam hat Nevena live überzeugt. Wenn das Staging gut ist, könnte der Song positiv überraschen. Für mich der stärkste Beitrag aus dem Balkan in diesem Jahr.

Marc (3 Punkte)
Not my cup of tea. Schlichte und sehr vorhersagbare Balkan-Ballade. Der Song wird aber seine Liebhaber finden. Schade, dass Nevena Božović zwischendurch auf Englisch wechselt.

Manfred (5 Punkte)
Eine bildschöne Sängerin, mit romantischer Ballade. Ich hoffe, sie bleibt ihrer Landessprache treu, denn dann wäre der Auftritt Serbiens sicher eine große Bereicherung in Tel Aviv. Eine der besten weiblichen Stimmen des Abends.

Sascha (5 Punkten)
Mir ist der Song aus Serbien der Durchschnitt. Warum diese eine englische Zeile hineingequetscht wurde, weiß nur die Sängerin selbst. Kruna ist ein netter Liebessong und da endet´s auch bei mir. 5 Punkte vergebe ich nur deshalb, weil Nevena eine tolle Sängerin ist.

Österreich: PÆNDA – Limits

Markus (9 Punkte)
Ein Beitrag der die Gemüter spaltet. Entweder man liebt ihn oder nicht . Ich liebe ihn. Paenda braucht eigentlich nur eine Kameraeinstellung genauso wie im Videoclip. Ihre Stimme und ihr Gesicht wird 3 Minuten alles rüberbringen. Ganz großes Kino (wenn es kein Zebra Kostüm wie in Amsterdam sein wird).

Daniel (5 Punkte)
Da ist sie wieder: die Angst vor dem Aus im Semifinale. Sie ist berechtigt, denn Limits ist ein sehr zurückhaltender Beitrag ohne erkennbare Höhepunkte. Aber das traf auch 2014 auf Calm After The Storm zu und The Common Linnets schnappten der Conchita fast den Sieg weg, weil die Niederländer den Song mit einer filmreifen Bühnenperformance aufgewertet haben. PÆNDA hat bei ihren bisherigen Fernsehauftritten gezeigt, dass sie sehr charismatisch herüber kommt und sie sehr gut singen kann. Wenn sie und ihr Team es gemeinsam mit Choreograph Marvin Dietmann schaffen, ein stimmiges Gesamtbild in der Kamera einzufangen, wird sich Österreich für das Finale qualifizieren.

Tjabe (6 Punkte)
Es gibt wie jedes Jahr viele monströs aufgepuschte Lieder, jedoch wagen einige Länder den Schritt zurück zu klein aber fein. Salvador Sobrals Einfluss mit zwei Jahren Abstand. Letztes Jahr hat Österreich in Gold überrascht, mal sehen, was die Frau mit den blauen Haaren kann.

Salman (4 Punkte)
Paenda ist eine super sympathische Künstlerin. Der Song ist ganz nett anzuhören. Aber ob die Zuschauer & Juries dafür voten werden, wage ich zu bezweifeln. Das „Yooouuuuu“ ist sehr nervig und war in den letzten Jahren in so vielen ESC Beiträge. Nach den tollen Beiträgen in den letzten Jahren hätte ich mir auch im diesem Jahr von Österreich einen mitreißenderen Song gewünscht.

Marc (6 Punkte)
Hop oder Top! Eines muss man Österreich lassen, für so eine Songauswahl braucht man Eier. Limits ist wie ein Kunstwerk. Die Stimme von Paenda klingt zart und interessant. Gefahr ist jedoch im Verzug, da der Song sehr minimalistisch daher kommt und auf der großen ESC Bühne zu wenig auffallen könnte. Wichtig ist daher eine Inszenierung, die die Atmosphäre des Songs toll transportiert und Gänsehaut verursacht.

Manfred (4 Punkte)
Am Anfang war ich enttäuscht und traurig, hätte mir nach Cesár Sampson doch schon erwartet, dass Österreich nun endlich den Dreh herausgefunden hat, wie ESC funktioniert. Pænda ist sicherlich talentiert, aber ob die ESC-Bühne die Richtige für sie ist, bin ich mir nicht sicher. Ich habe Limits des öfteren gehört und finde ihn jetzt doch auch schön und interessant.

Sascha (3 Punkte)
Ich wünschte mir, ich könnte mehr Punkte für unseren Beitrag vergeben, kann ich leider aber nicht. Mir passiert einfach zu wenig im Song. Es piept plätschert einfach dahin, man wartet, dass irgendwas passiert, aber spätestens ab der zweiten Minuten resigniert man, dass der Song eigentlich schon vorbei ist. Sorry Pænda.

Belgien: Eliot – Wake Up

Markus (1 Punkt)
Und wieder mal ein Jüngling für Belgien. Ich überlege immer noch welchen englischen Akzent er versucht zu imitieren?!?! Tut mir leid Belgien das sagt mir überhaupt nicht zu.

Daniel (4 Punkte)
Das wird für Belgien dieses Jahr richtig schwer. So richtig einordnen kann ich den Song nicht. Der Stop-and-Go-Rhythmus von Wake Up erinnert da schon eher an eine Autofahrt mit starkem Verkehr auf der Wiener Südosttangente. Aber vielleicht ist das ja gerade in. Der Song weckt vielleicht das Interesse von Zuschauern, die in Eliots Alter sind.

Tjabe (8 Punkte)
Persönlich finde ich den Song gut, aber er hat nicht das Alleinstellungsmerkmal, das City Lights und Rhythm Inside hatten. Aber die Wallonen setzen wieder auf den bescheidend zurückhaltenden Typ, der dann mit Power die Bühne hoffentlich erobert.

Salman (7 Punkte)
Auch in diesem Jahr präsentiert sich Belgien jung und frisch und trifft mit Wake Up auch noch den Zahn der Zeit. Gerade jetzt wo jede Menge Jugendliche auf den Spuren von Greta Thunberg auf die Strasse gehen und für die Zukunft des Planeten demonstrieren, lässt sich das Thema super auf der Bühne inszenieren. Ich bin sehr gespannt, ob die Belgier das Thema aufgreifen. Nett anzuhören ist der Beitrag allemal.

Marc (6 Punkte)
Wake up startet vielversprechend. Leider ist die Bridge dann schon der Refrain und die aufgebaute Spannung verpufft. Schöner Song, aber da wäre noch mehr drin gewesen für Eilot aus Belgien.

Manfred (4 Punkte)
Einer tollen Strophe folgt ein mittelmäßiger Refrain. Alles in Allem eine interessante Nummer, die aber dann doch an mir vorübergeht. Habe Senek noch in sehr guter bzw. schmerzlicher Erinnerung, da sie das Finale nicht erreicht hat.

Sascha (6 Punkte)
Ich mag die Führung und die Instrumentation der Strophe sehr, dafür enttäuscht mich ein wenig der Refrain, der an der Stärke verliert. Dennoch ist Wake Up ein relativ guter Beitrag aus Belgien. So ganz aufgeweckt hat er mich jedoch noch nicht.

Kroatien: Roko – The Dream

Markus (6 Punkte)
Ein Engel im Licht aus Kroatien. Unverkennbare Handschrift von J. Houdek. Klar es ist voll Kitsch. Wir hatten doch schon mal was mit Dream und Flügel aus Malta?!? Und die sind in der Sonne in Norwegen verbrannt . Nun hoffe ich mal die Sonne scheint nicht zu heiss in Israel. Sowas kann absolut ins Finale kommen. Singen kann Roko. Und genug ljubav (dt. Liebe) ist auch dabei. Sretno von mir (dt. Viel Glück von mir) :-)

Daniel (7 Punkte)
Jacques Houdek, den Komponisten von The Dream, kann man mögen oder nicht. Der egozentrische kroatische Star hat allerdings das Gespür für Melodramatik und eine große Show. Er hat den 18-jährigen Sänger Roko beim kroatischen Vorentscheid Dora richtig in Szene gesetzt. In seinen weißen Flügeln sieht Roko einfach herausragend aus. Den schwierigen Refrain mit den lang gezogenen Tönen meisterte Roko grandios.

Tjabe (6 Punkte)
Don`t Cry For Me Argentina. Einer der Schreimomente im zweiten Halbfinale. So schlimm finde ich den Titel gar nicht, aber in der zweiten Hälfte des zweiten Halbfinales sind davon ein paar mehr. Und Roko ist sicher ein schöner Anwärter auf den Barbara Dex Award. So bleibt der Titel auf dem Balkan.

Salman (3 Punkte)
Ich finde den Song mega schmalzig. Und das Engelskostüm macht den Auftritt noch lächerlicher. Kroatien wird es in diesem Jahr wieder sehr schwer haben sich für das Finale zu qualifizieren. Not my cup of tea.

Marc (5 Punkte)
Hinter Roko und The Dream steckt kein geringerer als Jacques Houdek, der ja die große Drama-Inszenierung liebt. Eine extreme Power-Ballade und dazu ein Engelskostüm: das dürfte für manche „too much“ sein, aber es wird auffallen. Roko meistert das aber stimmlich „1 A“ und klassische ESC-Balladen finden doch immer ihre Liebhaber.

Manfred (5 Punkte)
Nur 5 Punkte da sich zu viel zu oft in dem Song wiederholt. Man erkennt die Handschrift des Komponisten Houdek, aber ich finde Roko ist nicht der Typ Künstler, dem solche Flügel stehen. Das tun sie nur Heidi Klum bei einer Unterwäschen-Modeschau.

Sascha (3 Punkte)
The Dream ist eine klassische Ballade aus dem Repertoire des Herrn Houdek, mir leider etwas zu altmodisch. Roko ist zweifellos ein sehr guter Sänger, aber nicht einmal er kann den im Grunde farblosen Song retten. Die Flügel des Herrn Roko möchte ich erst mal gar nicht kommentieren (Schreikrampf!). Aber nur weil er ein guter Sänger ist, gibt es von mir 3 Punkte für Kroatien.

Israel: Kobi Marimi – Home

Markus (10 Punkte)
Kobi zieht mich in den ersten Sekunden schon in seinen Bann. Nach all den Pop/Dance Beiträgen der letzten Jahren fällt dieser Beitrag auf. Er braucht nur einen Spot und damit würde er schon ohne große Bühnenshow überzeugen. Das ist auch der Song Contest. Ein Künstler der nur ein Lied braucht ohne große Effekte! Masel Tov Kobi!

Daniel (6 Punkte)
Wo ist zuhause? Wo fühle ich mich sicher? Wer bin ich? Dieser Beitrag spricht den Israelis aus der Seele. Er ist wie maßgeschneidert für den Heim-ESC. Mir kommt Home zu aufgeladen, gewollt und schwülstig daher. Macht aber nichts. Es ist ein würdevoller Gastgeber-Beitrag, der zumindest in der Halle für tobenden Applaus sorgen wird.

Tjabe (5 Punkte)
Sehr viel Pathos, aber irgendwie passt der Interpret nicht zum Gesamtkunstwerk. Gewollt klassisch. Vielleicht wird es bühnentechnisch noch etwas anders umgesetzt. Sicherlich aber ein passender Beitrag fürs Gastgeberland. Nach dem flotten A-Ba-Ni-Bi folgte auch das ruhige Hallelujah.

Salman (6 Punkte)
Nach Netta’s Toy ist das Gastgeberland diesmal mit einem ruhigeren Beitrag unterwegs. Am Anfang fand ich den Song recht langweilig, doch höre ihn mittlerweile sehr gerne. Kobi hat eine tolle Stimme. Vom Televoting wird es nicht viel geben, deshalb muss er wohl auf Punkte von den Juries hoffen.

Marc (5 Punkte)
Israel scheint nicht nochmal gewinnen zu wollen. Kobi erinnert mich optisch sehr an Freddie Mercury. Der Song ist etwas musicalhaft und sehr schlicht geraten (fast wie ein A Cappella Song). Trotzdem hat der Song etwas „Besonderes“. Israel hat eine Chance vertan, denn ich glaube, der Song würde auf Hebräisch noch intensiver seine Wirkung entfalten.

Manfred (10 Punkte)
Mein absoluter Lieblingssong 2019! Ich bin wahrscheinlich der Einzige, der so denkt, aber Home erzeugt mir bei jedem Hören Gänsehaut. Ich liebe seine Stimme und den Ausdruck seiner Augen im Video.

Sascha (4 Punkte)
Mir geht in israelischem Beitrag auf die Nerven die Dauerwiederholung des Satzes „I am Someone“ – die ganze 14 Male. Zunächst habe ich deswegen nur 3 Punkte vergeben, aber weil die Ballade eh nett ist und Kobi ein toller Sänger, habe ich mir erbarmt und einen Punkt hochgeschraubt.

Zwischenstand

# ESC 2019 Markus Daniel Tjabe Salman Marc Manfred Sascha Total
1 Schweiz 10 8 10 8 10 6 8 60
2 Schweden 8 7 7 10 10 7 7 56
3 Tschechien 6 9 7 9 6 7 7 51
4 Dänemark 9 7 7 6 7 8 3 47
5 Israel 10 6 5 6 5 10 4 46
6 Frankreich 8 7 2 8 7 5 7 44
7 Polen 2 7 6 6 5 9 8 43
8 Armenien 7 6 6 3 6 8 7 43
9 Slowenien 8 8 6 1 5 7 7 42
10 Irland 8 3 6 6 5 8 6 42
11 Zypern 4 7 7 7 7 5 5 42
12 Serbien 7 4 7 7 3 6 5 39
13 Ungarn 7 5 6 5 4 5 7 39
14 Österreich 9 5 6 4 6 4 3 37
15 Belgien 1 4 8 7 6 4 6 36
16 Lettland 7 10 5 3 3 3 4 35
17 Kroatien 6 7 6 3 5 5 3 35
18 Rumänien 4 4 5 6 4 2 5 30
19 Moldau 6 3 4 5 4 4 3 29
20 Weißrussland 2 1 3 7 4 2 5 24
21 Montenegro 3 5 4 5 2 4 1 24
22 Finnland 5 2 3 3 5 3 3 24
23 Deutschland 2 2 3 5 5 4 1 22

 

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