© Lilja Jóns (Island)
© Edvina Meta (Albanien)
© Attilio Cusani (Italien)
© Daniil Velichko (Russland)
© Stina Kase (Estland)

Auf dem Weg nach Tel Aviv mit …

Heute werfen wir den Blick auf die nächsten vier Länder unserer Reihe „Auf dem Weg nach Tel Aviv“. Das sind Island, Russland, Estland, Albanien und Italien.

Wie schon gewohnt, hat das Eurovision Austria Team den jeweiligen Song mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet (1 ist Flop, 10 ist Top) und kommentiert. Viel Freude damit!

Island: Hatari – Hatrið mun sigra

Markus (6 Punkte)
Man muss es den Isländern lassen, wenn sie provozieren möchten, ziehen sie es gnadenlos durch. Nun habe ich mir ein paar Interviews angesehen und es fällt den Mitgliedern der Gruppe immer schwerer ernst zu bleiben. Sie werden Tel Aviv sicher aufmischen. Ich bin selbst noch hin und hergerissen was passieren wird.

Daniel (9 Punkte)
Rammstein trifft Sigur Rós. Für den Mut, die BDSM-Combo nach Tel Aviv zu schicken, würden die Isländer alleine schon 10 Punkte verdienen. Hatari ist ein grandioses Kunstprojekt, das heraussticht und volle Kontrolle über die eigene Bildwirkung hat. Sie reizen aus, was auf der Bühne erlaubt ist. Und das finde ich sensationell. Am Ende fehlt dann doch aber eine gewisse Botschaft, die über den bloßen Krawalleffekt hinausgeht. Geht da vielleicht noch was?

Tjabe (1 Punkt)
Gruselig. Und damit will Island nach 1999 und 2009 wieder Platz 2 holen? Dagegen haben Lordi ja noch ein Schlagerliedchen gesungen. Ungarn hat es 2018 mit AWS auch nur ganz knapp ins Finale geschafft. Hoffentlich löst der Song nicht einen neuen Vulkanausbruch aus.

Salman (5 Punkte)
Eigentlich ist das gar nicht meins. Es ist mir zu viel Geschreie und in der Playlist klicke ich es immer weg. Trotzdem kann ich verstehen, warum es viele Fans begeistert. Im Televoting wird Hatari bestimmt sehr gut abschneiden. Ob jedoch auch die Jurys dafür Punkte geben wird man sehen.

Marc (6 Punkte)
Was für ein toller Farbtupfer im ESC Line Up 2019 und was für ein krasser Gegensatz zu Ari Olafsson vom Vorjahr. Hatari werden in Tel Aviv für Furore sorgen. Der Song knallt und polarisiert extrem. Hatrið mun sigra wird im Televoting weit vorne landen, aber dürfte die Jurys verschrecken.

Manfred (6 Punkte)
Der wohl schillerndste Beitrag des Jahres und deswegen nicht zu unterschätzen. Bin mir sicher Island im Finale wieder zu sehen und durch eine sehr gute Televotingwertung auf einer Top 10 Platzierung.

Sascha (2 Punkte)
Der isländische Beitrag ist zwar ein Song aber das, was die Herren aus ihren Kehlen herauspressen ist kein Gesang! Die isländische Devise heuer ist wohl hauptsächlich auffallen – optisch, musikalisch, gesanglich. Das tun sie auf jeden Fall. Die Frage ist nur noch in welcher Richtung? Das erfahren wir wohl zunächst im ersten Semifinale am 12. Mai. Ich persönlich kann mit dem Song wenig anfangen. Was singen sie da überhaupt, Katrin muss singen?

Russland: Sergey Lazarev – Scream

Markus (5 Punkte)
Die Erwartungen waren groß als es bekannt wurde, Sergej ist zurück. Grandios produzierter Song und stimmlich vollkommen sauber gesungen, auch live. Aber ich finde es allerhöchstens Durchschnitt was Russland in diesem Jahr präsentieren wird. Wir können uns sicher auf eine bombastische Bühnenumsetzung freuen.

Daniel (6 Punkte)
Das Dream-Team Ist zurück. Sergej ist es wahrscheinlich gar nicht so wichtig, beim Song Contest zu sein. Es ist für ihn eine Ehre einen Song aus der Feder von Philip Kirkorov zu singen. Da ist es egal, wie gut schließlich Russland abschneidet. Die erste Minute von Scream hat Gewinner-Momente, danach steckt der Song in einer bombastischen Wolke fest, aus der er nicht mehr herauskommt. Mir wäre es lieber gewesen, der Song wäre auf Russisch geschrieben worden.

Tjabe (9 Punkte)
Wenn es nicht Russland wäre, dann würden sich sicherlich viele für diesen Song und seinen Interpreten begeistern. Aber leider haben die Künstler, die dieses Land vertreten immer einen schweren Stand. Sergey fungiert als guter Sympathieträger, dem die Buhrufe, die seine Kolleginnen ertragen mussten, erspart bleiben. Vielleicht ist Scream ein gemeinsamer Nenner, auf den sich wie 2011 bei Aserbaidschan die meisten einigen können.

Salman (8 Punkte)
Sergey hätte den ESC-Sieg 2016 klar verdient gehabt. Es war die beste Show, die eine ESC-Publikum je erlebt hat. Dass er sich trotz bösem Spiel der Jurys erneut dem Wettbewerb stellt zeigt Größe. Nötig hätte er es nicht, denn in Russland ist er ein großer Star. Natürlich waren die Erwartungen unermesslich hoch. Auch wenn das Lied nicht gleich zündet, zeigt Sergey bei Scream die volle Bandbreite seiner gesanglichen Qualitäten. Und die Bühnenshow wird es bestimmt auch in sich haben.

Marc (8 Punkte)
Toll, dass Sergey Lazarev wieder antritt und diesmal eine ganz andere Seite von sich zeigt. Die Erwartungshaltung ist nach dem Dancefloor-Kracher You’re The Only One natürlich riesig. Scream ist eine dramatische Musicalballade im Disney-Stil. Der Song flasht beim ersten Hören nur zum Teil, wird aber sicher bombastisch inszeniert und könnte daher ein heißer Kandidat für die Top 3 sein.

Manfred (7 Punkte)
Habe den Song von Sergey Lazarev wahrscheinlich bis jetzt zu wenig gehört, sonst würde ich wohl mehr Punkte geben, denn diese Art der Balladen mir normalerweise an einem Song Contest Abend am besten gefallen. Da Sergey eine grandiose Stimme hat, wissen wir schon seit 2016, auch das Russland Inszenierung Profis sind ist kein Geheimnis. Deswegen schaut ganz sicher eine Topplatzierung dabei heraus.

Sascha (6 Punkte)
Scream ist eine nette Ballade, natürlich sehr gut von Sergey gesungen, ich kann es mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, diesen Song in den Top 5 zu sehen. Dafür ist er mir zu schwach. Inszeniert wird er sicherlich perfekt, was dem Song auf jeden Fall helfen wird etwas nach vorne zu kommen.

Estland: Victor Crone – Storm

Markus (4 Punkte)
Mit einem Gastarbeiter aus Schweden tritt Victor Crone für Estland an. Nur der Sturm ist für mich allerdings nur eine Brise. Ein Lied das man nach 3 Minuten nicht gut in Erinnerung behält.

Daniel (6 Punkte)
Storm ist musikalisch eher ein flaches Lüftchen. Sänger Victor Crone (auf diesen königlichen Namen muss man erstmal kommen) macht aber im Vergleich zu Sebastian Rejman aus Finnland eine deutlich bessere Figur. Im Musikvideo wurden virtuelle Stürme mit dem Auftritt beim estnischen Vorentscheid zusammengeschnitten. Ein Hinweis vielleicht auf die Performance in Tel Aviv? Wenn dem so ist, dann ist Estland sicher im Finale, da es den Song nicht mehr ganz so austauschbar macht.

Tjabe (5 Punkte)
Victor kann von Glück sagen, dass er im ersten schwächeren Halbfinale steht. Im Gegensatz zu Jurijus aus Litauen hat er da den besseren Stand, aber ob das fürs Finale reicht? Das Lied ist eher eine Brise denn ein Sturm.

Salman (7 Punkte)
Eine typische Radionummer. Von den Lyrics sehr einfach, aber der Song schafft gute Laune und man singt gerne mit. Victor war in der estnischen Vorentscheidung die beste Wahl. Mit einer guten Inszenierung ist eine Finalteilnahme sicher drin.

Marc (6 Punkte)
Victor wandelt mit Storm auf den ausgetretenen Pfaden von Avicii: Country Folk gemixt mit Dance. Das ist schön anzuhören und auch schön anzuschauen. Allerdings ist die Produktion etwas zu „glatt gebürstet“ geraten.

Manfred (3 Punkte)
Attraktiver Sänger rettet nicht den farblosen Song. Bei diesem Song ist der Begriff Storm das letzte, an das ich denken würde.

Sascha (5 Punkte)
Anfangs möchte ich den Song aus Estland sehr, mittlerweile ist er nur noch ein Durchschnitt geworden. Komisch wie manche Songs mit der Zeit an Bedeutung gewinnen, die andere wiederum verlieren. Damit aus dem Sturm keine Flaute wird, höre ich ihn zu analysieren.

Albanien: Jonida Maliqi – Ktheju Tokës

Markus (6 Punkte)
Jedes Land das sich auf seine eigene Sprache beim Song Contest besinnt hat bei mir schon mal einen extra Punkt. Jonida nehme ich all die Dramatik und Passion die ich in diesem Lied höre ab, obwohl ich kein einziges Wort verstehe. Sie macht einen tollen Job und deshalb von mir.

Daniel (7 Punkte)
Schönes Lied mit einer verzauberten Stimme. Das Kleopatra-Kleid, das sie bei der albanischen Vorentscheidung trug, sah umwerfend aus. Kann schwer einschätzen, wie das beim europäischen Publikum ankommt. Für mich wäre es sicher im Finale.

Tjabe (5 Punkte)
Drama Baby. Irgendwie lieben die Albaner geschrienen Gesang. Kaum ein Song kommt ohne dem aus. Da lobe ich mir noch die erste Teilnehmerin Anjeza Shahini, das wirkte damals locker und frisch. Aber Albanien ist ja immer für eine Überraschung gut. Ob mit Froschmann, Schlangenzopf oder unzähligen Tattoos.

Salman (7 Punkte)
Ein Titel, der total unterbewertet ist. Gesanglich ist Jonida wahrscheinlich die beste Sängerin in diesem Jahrgang. Toll, dass sie den Titel auf albanisch gelassen hat. Für die breite Masse wird er aber wohl zu sperrig sein.

Marc (3 Punkte)
„Kehre zurück in Dein Land“ fordert Jonida Maliqi. Nach zehn Anläufen darf sie endlich ihr Land beim ESC vertreten. Ktheju Tokës besticht durch Ethno-Elemente und Landessprache. Mir ist der Song jedoch zu anspruchsvoll und zu schwer zugänglich.

Manfred (7 Punkte)
Albanien ist bekannt für deren interessanten Beiträge. Manchmal ging´s gut, öfters aber auch ohne großes Verständnis beim ESC-Publikum. Aber heuer bieten sie mit Jonidas Beitrag meiner Meinung nach wieder einen sehr schönen und dramatischen Song, der hoffentlich nicht nur bei mir in so guter Erinnerung bleiben wird.

Sascha (3 Punkte)
Würde Albanien den ESC Gewinnen, dann wäre Jonida bestimmt als Moderatorin für den ESC eingesetzt. Ja, ihr zweiter Beruf ist Fernsehmoderatorin. Da aber Albanien mit dem Song den ESC nicht gewinnen wird, erübrigt sich das Ganze. Bei albanischen Beiträgen habe ich immer das Gefühl, den Interpreten tut was weh (Ausnahme 2018 weil genial gesungen!!). Optisch wird immer Schmerz als Gesichtsausdrucksmittel verwendet, akustisch sowieso. Auch Jonida ist davon nicht befreit. Ich schreie daher leise 3 Punkte für den albanischen Beitrag.

Italien: Mahmood – Soldi

Markus (10 Punkte)
Mahmood und Soldi ist für mich der qualitativ hochwertigste Beitrag in diesem Jahr. Ein wahres Masterpiece. Die Sounds und der Aufbau des Songs gehen mir sofort unter die Haut. Mahmoods Interpretation ist so glaubwürdig, ich fühle all seine Enttäuschung die er beschreibt.Die arabischen Parts geben Soldi noch den extra Kick. Ich fühle seine Geschichte. Für mich der endlich verdiente Sieg.

Daniel (10 Punkte)
„Soldi, Soldi (clap-clap)“. Das dritte Jahr in Folge schickt Italien ein Lied zum Song Contest, bei dem es nicht klassisch um „amore“ geht. Man muss den Text nicht verstehen, um das Lied tief im Bauch zu spüren. Genial ist nicht nur der Doppel-Klatscher im Refrain. Ganz allein auf der Bühne, zieht einen Mahmood regelrecht in eine andere Welt und sagt uns: „Jetzt rede ich Tacheles über meine Geschichte! Und wenn es auch in Arabisch sein muss.“ Das ist großartig anzuschauen und anzuhören. Auch beim zwanzigsten Mal.

Tjabe (10 Punkte)
Von den Big 5 auf jeden Fall das Beste. Letztendlich konnten die Italiener froh sein, dass die Entscheidung so gelaufen ist. Ein rhythmischer Titel, der seine Liebhaber kennt und aus dem Ganzen heraus sticht. Zudem werden die ägyptischen Wurzeln des Interpreten für die nötige Aufmerksamkeit sorgen.

Salman (5 Punkte)
Okay der Song ist ganz nett. Warum er aber so gut bewertet wird ist mir ein Rätsel. Liegt wahrscheinlich daran, dass Italien immer ein kleines Plus hat. Sänger gibt es bestimmt bessere. Und das Geklatsche geht mir mit der Zeit auf die Nerven.

Marc (10 Punkte)
Mahmood verarbeitet in Soldi seine Vater-/Sohn-Beziehung. Damit fischt er in ähnlichen Gewässern wie Michael Schulte im Vorjahr. Mahmood kommt dabei sehr authentisch und sympathisch rüber. Soldi klingt modern und fasziniert mit Besonderheiten: z.B. dem rhythmischen Klatschen. Ein starker Beitrag und ein heißer Kandidat für den ESC Sieg 2019.

Manfred (5 Punkte)
Ich weiß, dass dieser Song von Mahmood den meisten von uns Fans sehr gut gefällt. Bei mir kam er noch nicht so gut an, obwohl der Song natürlich grandios produziert ist, wie man es eben aus Italien gewohnt ist. Ich bin sehr gespannt, ob Mahmood der Favoritenrolle in Tel Aviv gerecht wird.

Sascha (8 Punkte)
Der italienische Beitrag Soldi ist für mich das Pendant zum estnischen Beitrag – je mehr ich ihn anhöre umso besser gefällt er mir. Er hat einen sehr modernen Sound mit leicht angehauchtem arabischen Still. Das prägnantes doppelte Händeklatschen im „Refrain“ war noch beim Sanremo durch das Orchester optisch bekräftigt und ein wesentlicher Teil der Performance. Wie wird das in Tel Aviv aussehen, denn dort haben wir ja kein Orchester? Die ganze Halle wird bestimmt darauf trainiert mit zu klatschen. Wollen wir wetten?

Zwischenstand

# ESC 2019 Markus Daniel Tjabe Salman Marc Manfred Sascha Total
1 Schweiz 10 8 10 8 10 6 8 60
2 Italien 10 10 10 5 10 5 8 58
3 Schweden 8 7 7 10 10 7 7 56
4 Tschechien 6 9 7 9 6 7 7 51
5 Russland 5 6 9 8 8 7 6 49
6 Dänemark 9 7 7 6 7 8 3 47
7 Israel 10 6 5 6 5 10 4 46
8 Frankreich 8 7 2 8 7 5 7 44
9 Polen 2 7 6 6 5 9 8 43
10 Armenien 7 6 6 3 6 8 7 43
11 Slowenien 8 8 6 1 5 7 7 42
12 Irland 8 3 6 6 5 8 6 42
13 Zypern 4 7 7 7 7 5 5 42
14 Serbien 7 4 7 7 3 6 5 39
15 Malta 5 5 6 7 7 2 7 39
16 Ungarn 7 5 6 5 4 5 7 39
17 Albanien 6 7 5 7 3 7 3 38
18 Österreich 9 5 6 4 6 4 3 37
19 Belgien 1 4 8 7 6 4 6 36
20 Estland 4 6 5 7 6 3 5 36
21 Lettland 7 10 5 3 3 3 4 35
22 Island 6 9 1 5 6 6 2 35
23 Kroatien 6 7 6 3 5 5 3 35
24 Litauen 3 4 5 3 4 8 7 34
25 Rumänien 4 4 5 6 4 2 5 30
26 Australien 4 1 4 8 7 2 3 29
27 Moldau 6 3 4 5 4 4 3 29
28 Weißrussland 2 1 3 7 4 2 5 24
29 Montenegro 3 5 4 5 2 4 1 24
30 Finnland 5 2 3 3 5 3 3 24
31 Deutschland 2 2 3 5 5 4 1 22
32 Georgien 2 2 2 2 2 4 2 16

 

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