© Efi Gousi (Griechenland)
© Julia Marie Nagelstd (Norwegen)
© Paul Bellaart (Niederlande)
© Royal Contemporary (Portugal)

Auf dem Weg nach Tel Aviv mit …

Heute im vorletzten Teil unserer Reihe „Auf dem Weg nach Tel Aviv“ werfen wir den Blick auf Portugal, Norwegen, Griechenland und Niederlande.

Das Eurovision Austria Team hat auch hier den jeweiligen Song mit einer Note zwischen 1 und 10 bewertet (1 ist Flop, 10 ist Top) und kommentiert.

Portugal: Conan Osíris – Telemóveis

Markus (4 Punkte)
Portugal führt seine Tradition mit Beiträgen die gewollt nicht kommerziell sind fort. Ob das die Jury oder die Televote Zuschauer verstehen glaube ich leider nicht. Aber vielleicht werde ich eines Besseren belehrt. Das ist kein Radio oder Playlist Song. Aber er fällt auf.

Daniel (2 Punkte)
Ich schätze das künstlerische Moment in dieser Performance. Nur, was mir da Conan Osiris erzählen will, verstehe ich überhaupt nicht. Weder mit dem Herzen noch mit dem Kopf. Weder durch die Musik noch durch den aufsehenerregenden Tanz seines Bühnenpartners. Ich brauche da wohl ein Philosophiestudium auf Portugiesisch um nachvollziehen zu können, warum die Portugiesen so dermaßen auf Conan abfahren.

Tjabe (7 Punkte)
Ich habe seit Jahrzehnten diesem Land die Treue gehalten und 2017 hat es dann endlich geklappt, auch wenn mir persönlich das Lied nix sagte. Auch dieses Jahr ist die Stilrichtung so gar nicht meins. Aber es ist auf jeden Fall wesentlich spektakulärer als das dramatische Schnarchlied vom letzten Jahr. Mal sehen, was Conan auf der Bühne zaubert und ob er überhaupt mit seinen Scherenhänden einreisen darf. Ich halte Portugal auf jedem Fall wieder die Daumen, damit sie ins Finale kommen.

Salman (7 Punkte)
Ein Song, der sehr polarisiert. Ich lache mich jedes Mal bei Schauen der Tänze total kaputt, aber mir irgendwie gefällt mir der Song. Ich finde es gut, wenn auch so außergewöhnliche Nummern mit dabei sind.

Marc (3 Punkte)
Ich gebe 1 Extrapunkt für Originalität und 1 Extrapunkt, weil der Beitrag in Erinnerung bleibt. Zum Anschauen ist es großes Kino, zum Anhören finde ich Telemóveis anstrengend.

Manfred (3 Punkte)
Eine Melodie, die ich noch nicht ganz verstanden habe. Man muss sich wahrscheinlich mehr Zeit nehmen dafür. Song und Interpret sind sehr extravagant. Das kann ein Vorteil bei einer so großen Teilnehmerzahl sein. Ausgefallenes aus Portugal hat bekanntlich schon einmal sehr gut funktioniert.

Sascha (3 Punkte)
Die 3-minütige Performance von Telemovéis ist wirklich außergewöhnlich und hat sicherlich viel dazu beigetragen, das Festival da Canção zu gewinnen. Musikalisch ist der Song ebenfalls außergewöhnlich, fast eigenartig kann man sagen, ich glaube aber nicht, dass Portugal damit weit nach vorne kommen wird.

Norwegen: KEiiNO – Spirit In The Sky

Markus (7 Punkte)
Spirit in the sky ist für mich eine typische Eurovision Dance Nummer. Bleibt im Ohr, hat den Effekt mit der hola hola Einlage, aber es passiert mir einfach zu wenig . Man wartet immer dass noch mehr kommt . Wird sich aber gut schlagen.

Daniel (5 Punkte)
Hier kommt es ganz auf die Tagesform von KEiiNO an. Spirit In The Sky kommt nur dann gut an, wenn die Stimmen von Tom Hugo und Alexandra Rotan harmonisch sind und der samische Gesang von Fred Buljo nicht allzu durchdringend klingt. Und lieber Tom Hugo, deine Fuchsfrisur aus dem Musikvideo ist der Hammer! Die will ich unbedingt in Tel Aviv wiedersehen!

Tjabe (6 Punkte)
Wenn nicht die nichtenglischsprachigen Anteile im Lied wären, dann würde Norwegen ein ziemlich gewöhnliches Lied, dass auch schon vor Jahren hätte teilnehmen können, schicken. Ich hatte viel erwartet, nachdem ich die Vorschusslorbeeren gelesen hatte und war anschließend ein wenig enttäuscht. Hoffentlich profitieren sie davon, dass es sehr wenige wirklich temporeiche Lieder im Wettbewerb gibt.

Salman (8 Punkte)
Ist das der Fanfavorit der in diesem Jahr scheitert? Eher unwahrscheinlich, da der Song heraussticht und bestimmt auch in der breiten Bevölkerung ausserhalb der ESC Bubble seine Liebhaber finden wird. Die Stimmen von Keiino harmonieren gut miteinander und der Sami Teil ist genial.

Marc (8 Punkte)
Guilty Pleasure Alarm. Dieser Song schreit nach ESC: Fahnen, Trommler, Lederhosen und Ethno-Elemente. Spirit in the Sky wandelt auf den Spuren der kultigen 90er Jahre Eurodance-Hits. Ich liebe es, auch wenn es ein heißer Kandidat für einen Fan Favorite Fail sein könnte.

Manfred (7 Punkte)
Ein typischer ESC-Beitrag aus Skandinavien den man mag oder nicht. Ich mag ihn. Solid inszenierter Eurovisions-Zuckerl-Pop, locker und tanzbar. Warum nicht?

Sascha (5 Punkte)
Es ist ok, der norwegische Beitrag, war aber nicht mein Favorit beim Melodi Grand Prix. Man kann es anhören und ansehen, klingt allerdings ein wenig alt. Mittelfeld wäre in Ordnung, mehr aber auch nicht.

Griechenland: Katerine Duska – Better Love

Markus (9 Punkte)
Wow das ist mal eine aufmerksamkeitserregende Stimme, die Katerine vom übrigen Feld abhebt. Toll produziert und keine langweilige Passage während der 3 Minuten. Greece is back. Freu mich auf die live Performance. Wenn sie das genauso rüberbringt wird das für mich ein Erfolg.

Daniel (9 Punkte)
Better Love ist ein wuchtiger Pop-Song im Stil von You’ve Got The Love. Katerine Duska hat eine wunderschöne Färbung in ihrer Stimme. Meine Sorge ist, ob ihr es letztlich gelingen kann, den Song live zu transportieren. Bei all ihren Auftritten bisher war sie doch sehr darauf konzentriert, die Töne zu treffen, was ihr mehr oder weniger gelang. Aber was noch nicht ist, kann noch werden.

Tjabe (5 Punkte)
Die Griechen besinnen sich wieder auf alte Tugenden. Ein leicht flotter Titel gesungen von einer Frau. Das lief schon öfters gut. Kalomira mit ihrem anstrengenden Secret Combination konnte ja sogar einen dritten Platz davontragen. So einfach wird es 2019 sicherlich nicht, aber das Finale könnte wieder realistisch sein.

Salman (5 Punkte)
Nachdem Griechenland im letzten Jahr mit einheimischer Musik nicht so viel Erfolg hatte, geht es dieses Jahr mit einer eher internationale Nummer. Sie könnte auch von jedem anderen Land sein. Es klingt wie tausendmal gehört. Stimmlich ist Katerine gut keine Frage. Aber irgendwie nimmt mich Better Love nicht mit.

Marc (7 Punkte)
Katerine Duska offeriert uns einen ESC-Beitrag mal ganz ohne griechische Folklore-Elemente. Better Love thematisiert die Selbstliebe. Der Song ist ein „Grower“ und baut sich toll auf. Gegen Ende explodiert er förmlich. Könnte ein Top 10 Kandidat werden.

Manfred (7 Punkte)
Der Song hat bei mir sehr gewonnen. Anfangs war ich skeptisch, nun bin ich begeistert. Schöne Melodieführung, tolle Stimme und wird sicherlich auch live in Tel Aviv eine gute Inszenierung haben. Nach einem Jahr Pause wird sich Griechenland bestimmt ins Finale qualifizieren.

Sascha (7 Punkte)
Die Stimme von Katerine klingt für mich ein bisschen wie die von Lady Gaga. Sie bringt ein ganz modern Nummer nach Tel Aviv mit, bei mir hat es ein wenig gedauert, bis ich mit dem Song warm wurde. Ja, der Einzug ins Finale für Griechen sollte heuer kein Problem sein.

Niederlande: Duncan Laurence – Arcade

Markus (10 Punkte)
Mir standen Tränen in den Augen als ich zum ersten Mal das Video gesehen und den Song gehört habe. Zurecht ein Favorit für Tel Aviv. Ich würde es den Niederländern gönnen nach 1975 den Contest wieder nach Hause zu holen. Wäre eine Conchita nicht gewesen, hätte es bereits 2014 geklappt. Ganz klar gehört dieser Beitrag auch zu meinen Favoriten und spricht meine Emotionen an.

Daniel (9 Punkte)
„Loving you is a losing game“ heißt es in dem Song. Oder auf Deutsch: „Dich zu lieben ist ein Spiel, das man nicht gewinnen kann“. Was für eine fantastische Liedzeile! Die sollte man einrahmen und ins Museum stellen! Duncan ist zudem ein herausragender Sänger mit einer fast schon göttlichen Stimme. Der plötzlich aus dem Nichts daher kommende Refrain löst Gänsehautmomente aus. Und im Radio kann Arcade sicherlich auch laufen. Ein Anwärter für den Siegertitel? Vielleicht.

Tjabe (10 Punkte)
Das zweite Land, das über Jahrzehnte meine Sympathie erhielt. Wäre echt der Hammer, wenn Duncan mit seinem Song die Konkurrenz nass macht. Hoffentlich hat Stage Designer Hans Pannecouke ein ähnlich gutes Händchen wie bei Calm After The Storm von den Common Linnets. So einen „Lappen-Auftritt“ wie bei Trijntje Oosterhuis 2015 und dem missglückten „Sun Of Jamaica“ Remake für Spanien 2017 darf er sich nicht erlauben, denn dann ist Duncan die Favoritenrolle schnell wieder los. Ilse DeLange soll mal ein gutes Auge darauf haben.

Salman (8 Punkte)
Der große Favorit. Ich habe Duncan in London interviewt. Er ist total sympathisch und auf dem Boden geblieben. Ob es zum Sieg reicht hängt auch viel von der Bühnenperformance ab. Es bleibt abzuwarten, ob die Emotionen auch in der großen Halle so gut rübergebracht werden und ob Duncan dem Druck standhält.

Marc (9 Punkte)
Die Überraschung des Jahrgangs. Duncan Laurence hat ein kleines Juwel am Start: eine Ballade mit toller Instrumentierung und dezenter Steigerung. Ich liebe die Lyrics und besonders den Refrain „Loving you is a losing game“. 1 Punkt ziehe ich jedoch ab: das Video zu Arcade weckt sehr hohe Erwartungen und es wird schwer diesen Zauber auf die Bühne in Tel Aviv zu transferieren.

Manfred (5 Punkte)
Scheinbar der absolute Topfavorit, was ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann. Duncan hat eine sehr schöne Stimme, keine Frage, aber für mich wirkt der Song mehr wie eine typische Komposition für ein Musical. Kann natürlich beim ESC auch sehr gut ankommen, aber ob es wirklich den ersten niederländischen Sieg seit 1975 geben wird, wage ich zu bezweifeln.

Sascha (7 Punkte)
Die Melodie von Arcade ist zwar sehr interessant und eingängig, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Song den ESC gewinnen soll und kann. Für mich leider kein Gewinnersong, würde mich für die Niederlanden trotzdem aber freuen.

Zwischenstand

# ESC 2019 Markus Daniel Tjabe Salman Marc Manfred Sascha Total
1 Schweiz 10 8 10 8 10 6 8 60
2 Italien 10 10 10 5 10 5 8 58
3 Niederlande 10 9 10 8 9 5 7 58
4 Schweden 8 7 7 10 10 7 7 56
5 Tschechien 6 9 7 9 6 7 7 51
6 Russland 5 6 9 8 8 7 6 49
7 Griechenland 9 9 5 5 7 7 7 49
8 Dänemark 9 7 7 6 7 8 3 47
9 Israel 10 6 5 6 5 10 4 46
10 Norwegen 7 5 6 8 8 7 5 46
11 Frankreich 8 7 2 8 7 5 7 44
12 Polen 2 7 6 6 5 9 8 43
13 Armenien 7 6 6 3 6 8 7 43
14 Slowenien 8 8 6 1 5 7 7 42
15 Irland 8 3 6 6 5 8 6 42
16 Zypern 4 7 7 7 7 5 5 42
17 Serbien 7 4 7 7 3 6 5 39
18 Malta 5 5 6 7 7 2 7 39
19 Ungarn 7 5 6 5 4 5 7 39
20 Albanien 6 7 5 7 3 7 3 38
21 Österreich 9 5 6 4 6 4 3 37
22 Belgien 1 4 8 7 6 4 6 36
23 Estland 4 6 5 7 6 3 5 36
24 Lettland 7 10 5 3 3 3 4 35
25 Island 6 9 1 5 6 6 2 35
26 Kroatien 6 7 6 3 5 5 3 35
27 Litauen 3 4 5 3 4 8 7 34
28 Rumänien 4 4 5 6 4 2 5 30
29 Australien 4 1 4 8 7 2 3 29
30 Portugal 4 2 7 7 3 3 3 29
31 Moldau 6 3 4 5 4 4 3 29
32 Weißrussland 2 1 3 7 4 2 5 24
33 Montenegro 3 5 4 5 2 4 1 24
34 Finnland 5 2 3 3 5 3 3 24
35 Deutschland 2 2 3 5 5 4 1 22
36 Georgien 2 2 2 2 2 4 2 16

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Wie gefallen euch diese vier Songs, liebe Leser?

1 KOMMENTAR

  1. Portugal: 3 Punkte – hört sich interessant an, aber nichts für mich
    Norwegen: 6 Punkte – guter Song, für mich Mittelfeld
    Griechenland: 7 Punkte – guter Radio-Song
    Niederlande: 8 Punkte – gefällt mir mit jedem Hören besser, aber nicht mein Top-Favorit

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