Wie schätzen die Buchmacher die Siegchancen der bereits feststehenden Songs ein? Wer ist TOP und wer ist FLOP? Wir werfen einen ersten Blick auf die Wettquoten (Stand 19.2.2020)

ESC-Wettquoten: die Top 10

Unter den 10 Ländern, denen die Buchmacher aktuell die größten Siegchancen zutrauen, finden sich gleich 4 schon feststehende Beiträge:

Platz 1  Italien: Diodato – Fai rumore
Platz 2  Litauen: The Roop – On Fire
Platz 5  Norwegen: Ulrikke Brandstorp – Attention
Platz 6  Australien: Montaigne – Don’t Break Me

Mit durchschnittlich 10 Millionen Zuschauern und TV-Marktanteilen von über 50% ist das Sanremo-Festival in Italien eine Straßenfeger. Antonio Diodato, der unter seinem Nachnamen auftritt, gewann mit Fai Rumore das legendäre Festival und verwies sogar Italiens ESC-Teilnehmer und Favorit von 2017 Francesco Gabbani auf Rang 2. Nachdem Italien in den vergangenen Jahren einige Top-ESC-Ergebnisse eingefahren hat, werden auch 2020 Diodatos Chancen hoch eingeschätzt.

Eine faustdicke Überraschung hingegen ist Litauen auf Platz 2 der Wettquoten. In der Show “Pabandom iš naujo! 2020” erhielten The Roop, die seit 2014 bestehen, die Höchstpunktzahl von Jury und Publikum. Im Songtext von On Fire geht es laut dem charismatischen Sänger Vaidotas Valiukevičius darum, dass wir uns häufig selbst unterschätzen. Das tun die Buchmacher ganz und gar nicht. Sie sehen The Roop und ihren hippen Song auf Platz 2 bei den Siegchancen. Litauen schickt sich also an, das beste Ergebnis seit Donny Montell 2016 einzufahren.

Auf Platz 3 und 4 bei der Sieg-Wette sehen die Buchmacher Schweden und Russland, obwohl deren Beiträge noch gar nicht feststehen. Das sind quasi Vorschusslorbeeren aufgrund vieler Top-Platzierungen dieser Länder in den vergangenen Jahren.

Auf Platz 5 findet sich die Power-Ballade Attention aus Norwegen von der 24-jährigen Ulrikke Brandstorp. Sie setzte sich beim Melodi Grand Prix 2020 in Trondheim im Superfinale nur hauchdünn mit 50,7%:49,3% gegen die Lokalmatadorin Kristin Husøy durch. Zum Komponistenteam von Attention gehört auch Kjetil Mörland, der zusammen mit Debrah Scarlett beim ESC 2015 in Wien A Monster Like Me performte.

Sängerin Montaigne gewann den hochklassigen Vorentscheid “Australia Decides” und setzte sich dabei u.a. gegen Vanessa Amorosi durch. Don’t Break Me polarisiert und wandelt auf den Spuren von Sia. Die Buchmacher sehen Australien auch beim ESC 2020 weit oben: mit Platz 6 bei der Wette auf Sieg gehört Montaigne zum erweiterten Favoritenkreis.

ESC-Wettquoten: Platz 11 bis 41

Hier die Platzierungen der schon gewählten Beiträge:

Platz 11 Belgien: Hooverphonic – Release Me
Platz 22 Tschechien: Benny Cristo – Kemama
Platz 23 Spanien: Blas Cantó – Universo
Platz 25 Frankreich: Tom Leeb – The Best in Me
Platz 30 Armenien: Athena Manoukian – Chains On You
Platz 36 Albanien: Arilena Ara – Shaj
Platz 37 Lettland: Samanta Tīna – Still Breathing

Auf Platz 11 setzt Belgien ein Ausrufezeichen und verfehlt die Top 10 der größten Siegchancen nur knapp. Die intern nominierte Band Hooverphonic gibt es bereits seit 1995 in wechselnden Formationen. Das bekannteste Gesicht bei Hooverphonic ist Luka Cruysberghs, die die flämische Ausgabe von The Voice gewonnen hat.

Nach Belgien klafft schon eine große Lücke bis auf Platz 22 im Mittelfeld Tschechien folgt. Ebenfalls nur im Mittelfeld bei den Siegchancen landen die Big 5 Länder Spanien (Platz 23) und Frankreich (Platz 25). Geht es nach Einschätzung der Buchmacher, werden diese Länder kaum eine Chance auf einen Sieg haben. Noch schlechter sind jedoch die Aussichten der Beiträge aus Armenien (Platz 30), Albanien (Platz 36) und Lettland (Platz 37).

Da erst rund 1/4 der Beiträge feststehen, sind die Wettquoten zur Zeit noch mit Vorsicht zu genießen. In den kommenden Tagen und Wochen wird das Tableau sicher nochmal ordentlich durcheinander gewirbelt. Ein erster Trend, wer beim ESC oben mitmischen könnte, ist aber erkennbar.

Foto: eurovision.tv

ESC Wettquoten für Deutschland-Österreich-Schweiz

Die Wettquoten für die D-A-CH Länder sind natürlich Kaffeesatzleserei, solange die Beiträge noch nicht feststehen. Deutschland nutzt 2020 ein ähnliches Auswahlverfahren wie die Schweiz und kündigte per Video an, nun die ultimative ESC Erfolgsformel gefunden zu haben. Der Schweiz war dies 2019 mit Luca Hänni und She Got Me ja bravourös gelungen. Bei der Wette auf Sieg rangieren Deutschland und die Schweiz einträchtig auf Platz 14 & 15.  Nach dem Aus im Halbfinale in Tel Aviv ist die Prognose der Buchmacher für Österreich erstmal sehr verhalten. Austria liegt mit Vincent Bueno auf Platz 39 bei den Siegchancen. Das Warten wird aber bald ein Ende haben, wenn am 27.2. Deutschland und am 4.3. dann Österreich und die Schweiz ihre Beiträge vorstellen. Dann werden die Quoten gnadenlos zeigen, ob der Trend nach oben oder unten geht. Es bleibt also spannend.