EUROVISION SONG CONTEST 1950er

Lys Assia vertrat auch 1957 und 1958 die Schweiz beim Eurovision Song Contest. 1957 war sie mit L’enfant que j’étais Vorletzte, 1958 kam sie mit Giorgio auf Platz 2. Im September 2011 präsentierte sie zusammen mit Ralph Siegel den Beitrag C’était ma vie für die Schweizer Vorausscheidung. Auch 2013 wollte Lys Assia am ESC in Malmö teilnehmen. Sie bewarb sich gemeinsam mit Rappern von „New Jack“ mit dem Beitrag All in your head für die Vorausscheidung, allerdings vergeblich. Auch dieser Song wurde von Ralph Siegel geschrieben.

Rundfunk: SSR SRG
Datum: 24. Mai 1956
Ort: Teatro Kursaal, Lugano
Moderation: Lohengrin Filipello
Gewinner: Lys Assia, Schweiz
Song: Refrain

Der erste Eurovision Song Contest fand am 24. Mai 1956 in Lugano, Schweiz mit nur sieben Ländern statt und wurde von Lohengrin Filipello moderiert. Jedes Land sendete zwei Songs ins Rennen. Dazu entsandte jedes Land auch zwei Juroren vor Ort, die jeden Song, auch die Beiträge des eigenen Landes, bewerteten. Luxemburg, das keine Juroren vor Ort hatte, bat die schweizer Kollegen um Aushilfe.

Beim ersten Eurovision Song Contest wurde nur Gewinner bekannt, alle anderen Platzierungen blieben geheim, die Wertungsbögen wurden vernichtet. Gewonnen hat Lys Assia aus der Schweiz mit dem Song Refrain. Im Laufe der Jahre hat man versucht die alte Fragebogen ausfindig zu machen, etwa durch die Interviews damaliger Jury-Mitglieder, leider vergebens.

Großbritannien, die Mutter der Popmusik, war beim ersten Wettbewerb nicht dabei. BBC versäumte die Anmeldefrist, übertrug aber den Wettbewerb live und zwar erst ab der 46. Minute, also dem zweiten Songdurchgang. Die Reaktionen der von der BBC im Anschluss befragten Zuschauer fielen desaströs aus: diese Song seien es ja wohl nicht wert, dass man sie sich anhöre – zumal noch in einer anderen Sprache! Auch Österreich und Dänemark versäumten die Anmeldefrist für den ersten Wettbewerb.

Corry Brokken sang auch 1956 und 1958 für Niederlande beim ESC. 1956 sang sie den Song Voorgoed Voorbij, 1958 wurde sie mit Heel de wereld Vorletzte. 1976 moderierte sie dann den ESC in den Den Haag, 1998 lass sie die Ergebnisse des niederländischen Televoting.

Rundfunk: ARD
Datum: 3. März 1957
Ort: Großer Sendesaal des Hessischen Rundfunks, Frankfurt am Main
Moderation: Anaïd Iplicjian
Gewinner: Corry, Brokken, Niederlande

Der 2. Eurovision Song Contest fand am 3. März 1957 in Deutschland statt, im Großen Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main, da die Schweiz den Wettbewerb nicht ein zweites Mal organisieren wollte.

Eine neue Regel wurde eingeführt: Keiner der Songs durfte länger als dreieinhalb Minuten dauern. Der britische Song All blieb mit nicht einmal zwei Minuten deutlich unter dieser Vorgabe, während der italienische Beitrag Corde della mia chitarra mehr als fünf Minuten lang dauerte. Auch die spätere Siegerin Corry Brokken überzog mit dem Song Net als toen rund eine Minute. Trotz kleinerer Proteste wurde kein Beitrag disqualifiziert.

Die Wertung wurde grundlegend geändert. In den einzelnen Ländern saßen jeweils 10 Jury-Mitglieder, die jeweils einen Punkt an ihren Favoriten vergeben durften.

Der erste österreichische Eurovision-Teilnehmer war Bob Martin. Mit dem Song Wohin, kleines Pony? ginge er mit der Startnummer 5 in Rennen, hatte damit allerdings wenig Erfolg: Mit nur drei Punkten – einem aus den Niederlanden und zwei aus Großbritannien – landete er auf dem zehnten und damit letzten Platz.

Top 5

1. Niederlande – Corry Brokken – Net als toen
2. Frankreich – Paule Desjardins – La belle amour
3. Dänemark – Birthe Wilke & Gustav Winckler – Skibet skal sejle i nat
4. Luxemburg – Danièle Dupré – Tant de peine
4. Deutschland – Margot Hierscher – Telefon, Telefon

André Claveau sang sechs Jahre lang sang im Vorspann-Programm vor dem Auftritt berühmter Künstler in verschiedenen Pariser Music Halls wie dem Mogador (1939), dem Pacra (1940) und dem Européen (1941). 1944 erzielte er mit dem Song Marjolaine die große Verkaufserfolge. Von diesem Zeitpunkt an stieg André Claveau zu einem der beliebtesten französischen Chansonsänger auf und wirkte in zahlreichen Filmen als Schauspieler.

Rundfunk: NOS
Datum: 12. März 1958
Ort: AVRO Studios, Hilversum
Moderation: Hannie Lips
Gewinner: André Claveau, France

Der Eurovision Song Contest 1958 fand am 12. März in Hilversum, Niederlande statt. Von nun an sollte sich die Tradition einbürgern, dass der jeweilige Vorjahressieger den Wettbewerb ausrichtet. Die Siegerinnen der beiden Vorjahre nahmen wieder teil. Großbritannien pausierte wegen des schlechten Abschneidens im Vorjahr, Schweden nahm zum ersten Mal am Wettbewerb teil.

Italien sendete seinen San-Remo-Sieger, Domenico Modugno mit dem Song Nel Blu Dipinto Di Blu. Aufgrund technischer Schwierigkeiten konnte sein Song mit der Startnummer 1 nicht in allen Teilnehmerländern gesehen werden, sodass er den Song am Ende des Starterfelds noch einmal singen durfte. Platz 3 war das Ergebnis. Bei den Zuschauern war Domenico Modugno jedoch der Sieger: Als Volare ging der Song um die Welt und blieb bis heute in unzähligen Versionen der größte kommerzielle Erfolg, den der Eurovision Song Contest je hervorbrachte. An den eigentlichen Sieger André Claveau mit dem Song Dors, Mon Amour aus Frankreich erinnert sich heute kaum wer.

Die zweite österreichische Eurovision Song Contest Teilnahme in Hilversum, kann man mehr oder weniger als erfolgreich bezeichnen: Liane Augustin ginge mit der Startnummer 9 ins Rennen und erreichte mit dem Song Die ganze Welt braucht Liebe den 5. Platz von 10 Teilnehmer.

Top 5

1. Frankreich – André Claveau – Dors, mon amour
2. Schweiz – Lys Assia – Giorgio
3. Italien – Domenico Modugno – Nel blu dipinto di blu
4. Schweden – Alice Babs – Lilla stjärna
5. Belgien – Fud Leclerc – Ma petite chatte
5. Österreich – Liane Augustin – Die ganze Welt braucht Liebe

Bei der niederländischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest 1959, bei dem die acht Beiträge von jeweils zwei Interpreten unabhängig voneinander vorgestellt wurden, stellte Teddy Scholten jeweils eine Version der Songs De regen und ’n Beetje vor. Mit ersterem erlangte sie den zweiten und mit ’n Beetje den ersten Platz. Die Jury gab ihr als Interpretin den Vorzug vor John de Mol, der die zweite Version von ’n Beetje sang.

Rundfunk: RTF
Datum: 11. März 1969
Ort: Palais des Festivals, Cannes
Moderation: Jacqueline Joubert
Gewinner: Teddy Scholten, Niederlande

Der Eurovision Song Contest 1959 fand am 11. März im französischen Cannes statt. 11 Länder gingen an den Start. Luxemburg hat pausiert, Großbritannien kam zurück und zum ersten Mal nahm auch Monaco an dem Wettbewerb teil.

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr sendete Italien Domenico Modugno erneut zum Wettbewerb, diesmal mit dem Song Piove. Der Italiener hat wieder nicht gewonnen, es gab sogar nur ein 6. Platz, kommerziell gesehen, war der Beitrag erneut erfolgreicher als der Gewinnersong. Der kam übrigens aus den Niederlanden, Een Beetje gesungen von Teddy Scholten. Nicht nur der Gewinnersong, sondern auch der zweit- und drittplatzierte Song wurden noch einmal vorgetragen.

Österreich erreichte mit Ferry Graf und dem Song Der K. und K. Kalypso aus Wien Platz 9. Obwohl der Song als Single veröffentlicht wurde, war er kein kommerzieller Erfolg.

Top 5

1. Niederlande – Teddy Scholten Een beetje
2. Großbritannien – Pearl Carr & Teddy Johnson – Sing little birdie
3. Frankreich – Jean Philippe – Oui, oui, oui, oui
4. Schweiz – Christa Williams – Irgendwoher
5. Dänemark – Birthe Wilke – Uh, jeg ville ønske jeg var dig