EUROVISION SONG CONTEST 1960er

Nachdem Jacqueline Boyer den ESC gewann, gewann sie noch im selben Jahr auch „Le coq d’or“ (Der goldene Hahn) des französischen Chansons mit dem Song Comme au premier jour. Mit dem Song Ich sag´oui oui oui trat sie im selben Jahr im deutschen Schlagerfilm „Schlagerraketen – Festival der Herzen“ auf.

Rundfunk: BBC
Datum: 29. März 1960
Ort: Royal Festival Hall, London
Moderation: Katie Boyle
Gewinner: Jacqueline Boyer, Frankreich

Der 5. Eurovision Song Contest fand am 29. März 1960 in der Royal Festival Hall in London statt, da das Vorjahressiegerland Niederlande den Wettbewerb nicht erneut ausrichten wollte. Moderatorin war Katie Boyle, die den Wettbewerb bis 1974 vier Mal präsentierte. Das ist bis heute ein ungebrochener Rekord. Dreizehn Länder nahmen teil, darunter zum ersten Mal auch Norwegen.

Die Teilnehmerin Frankreichs Jacqueline Boyer gewann den Wettbewerb mit dem Song über einen imaginären Freund Tom Pillibi. Sie ist übrigens die Tochter von Jacques Pills, der im Vorjahr den letzten Platz für Monaco erreichte.

Österreich wurde vom Horst Winter unter seinem Künstlernamen Harry Winter vertreten. Mit dem Song Du hast mich so fasziniert, der von dem bekannten Komponisten Robert Stolz geschrieben wurde, erreichte er mit der Startnummer 7 den 7. Platz unter 13 Teilnehmern.

Top 5

1. Frankreich – Jacqueline Boyer – Tom Pillibi
2. Großbritannien – Bryan Johnson – Looking High, High, High
3. Monaco – François Deguelt – Ce soir-là
4. Norwegen – Nora Brockstedt – Voi voi
4. Deutschland – Wyn Hoop – Bonne nuit, ma chérie

Jean-Claude Pascal, der diesjährige Gewinner, trat ein zweites mal für Luxemburg beim Eurovision Song Contest an. Das war im Jahr 1981 in Dublin. Dort erreichte er mit dem Song C’est peut-être pas l’Amérique den 11. Platz.

Jean-Claude Pascal war unverheiratet, Kettenraucher und starb 1992 65-jährig an Lungenkrebs. Er liegt auf dem Cimetière Montparnasse in Paris begraben.

Rundfunk: RTF
Datum: 18. März 1961
Ort: Palais des Festivals, Cannes
Moderation: Jacqueline Joubert
Gewinner: Jean-Claude Pascal, Luxemburg

Der 6. Eurovision Song Contest fand am 18. März 1961 in Palais des Festivals in französischen Cannes statt und wurde moderiert von Jacqueline Joubert. Es nahmen 16 Länder teil, zum ersten Mal waren auch Finnland, Spanien und Jugoslawien dabei.Bei diesjährigem Song Contest war auffällig, dass gleich vier Länder Jahreszeiten oder Monate besangen: Norwegen, Frankreich, Belgien und Schweden.

Um den schwedischen Beitrag gab es im Vorfeld Aufregungen: Ursprünglich wurde er von der Vorjahresteilnehmerin Siw Malmkvist interpretiert. Diese wurde aber bei der Wiederholung ihres Titels übermütig, kicherte, vergaß ihren Text und konnte nicht mehr pfeifen. So viel “unreifes Verhalten” veranlasste den schwedischen Rundfunk dazu, statt sie Lill Babs zum Wettbewerb zu schicken. Siw Malmkvist trat nie wieder für Schweden an – dafür aber 1969 für Deutschland.

Der Sieg ging indirekt wieder an Frankreich – aber unter der Flagge Luxemburgs: Ein komplett französisches Team schrieb für den singenden Schauspieler Jean-Claude Pascal, ebenfalls Franzose, den Song Nous, Les Amoureux.

Der österreichische Beitrag Sehnsucht, gesungen von Jimmy Makulis, belegte Platz 15 – damit war er mit dem belgischen Vertreter punktgleich Letzter.

Top 5

1. Luxemburg – Jean-Claude Pascal – Nous les amoureux
2. Großbritannien – The Allisons – Are you sure?
3. Schweiz – Franca di Rienzo – Nous aurons demain
4. Frankreich – Jean-Paul Mauric – Printemps (Avril carillonne)
5. Dänemark – Dario Campeotto – Angelique
5. Italien – Betty Curtis – Al di là

Isabelle Aubret nahm bereits 1961 an der französischen Vorausscheidung teil und erreichte mit dem Song Le gars de n’importe où den dritten Platz. Ein Jahr später 1962 gewann sie den ESC in Luxemburg. 1968 kehrte sie intern ausgewählt zum Wettbewerb zurück und erreichte mit La source in London den dritten Platz. Abgesehen davon, war Isabelle Aubret eine erfolgreiche Turnerin. 1952 gewann sie die französische Turnmeisterschaften.

Rundfunk: RTL
Datum: 18. März 1962
Ort: Villa Louvigny, Luxemburg
Moderation: Mireille Delannoy
Gewinner: Isabelle Aubret, Frankreich

Der 7. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne fand am 18. März 1962 in der Villa Louvigny in Luxemburg mit 16 Länder statt und wurde moderiert von Mireille Delannoy.

Eine technische Panne gab es nach dem französischen Beitrag: Ein Stromausfall sorgte für eine längere Bildstörung. Geschadet hat es dem Song nicht – Isabelle Aubret gewann den Wettbewerb mit Un Premier Amour. Alle weiteren Songs, die später unter die ersten fünf kamen, starteten übrigens nach dem Stromausfall.

Der Hitparadenstürmer wurde aber ein anderer Beitrag: Für Deutschland ging Conny Froboess mit Zwei kleine Italiener an den Start. Dieser Song wurde zu einem Millionenhit und ist heute noch ein beliebter Evergreen.

Eleonore Schwarz vertrat Österreich mit dem operettenartigen Song Nur in der Wiener Luft. Für den Song erhielte sie keine Punkte und landete mit drei weiteren Teilnehmern auf dem letzten Platz.

Beim Wettbewerb in Luxemburg wurde ein neues Wertungssystem eingeführt: Jedes Land vergab nur noch 3, 2 und 1 Punkte an die in der internen Wertung bestplatzierten Länder. Der Rest ging leer aus. So überrascht nicht, dass gleich vier Länder mit 0 Punkten den Wettbewerb beendeten.

Top 5

1. Frankreich – Isabelle Aubret – Un premier amour
2. Monaco – François Deguelt – Dis rien
3. Luxemburg – Camillo Felgen – Petit bonhomme
4. Jugoslawien – Lola Novaković – Ne pali svetla u sumrak
4. Großbritannien – Ronny Carroll – Ring-a-Ding Girl

Grethe Ingmann nahm auch an den deutschen Schlagerfestspielen teil (1963 und 1965). 1965 war sie mit dem Song Sommerwind bei den Festspielen erfolglos. 1966 wurde der Song in Englisch Summer Wind übersetzt, und wurde ein Welthit für Frank Sinatra.

Jørgen Ingmanns eigene Gitarrentrickaufnahmen wurden mit einem fünfspurigen Tonbandgerät aufgenommen und von seinem Toningenieur Phillip Foss bis 1968 als Mono Aufnahmen zusammen gemischt. Foss war der Meinung, dass „Stereo“ nur eine vorübergehende Modeerscheinung sei. Neben dem ESC-Sieg 1963 mit seiner Gattin Grethe, hatte Jørgen Ingmann 1964 mit Drina-Marsch einen weiteren Top 10 Welthit.

Rundfunk: BBC
Datum: 23. März 1963
Ort: BBC Television Centre, London
Moderation: Katie Boyle
Gewinner: Grethe & Jørgen Ingmann, Dänemark

Der 8. Eurovision Song Contest fand am 23. März 1963 in London statt, da der französische Rundfunk nicht den Wettbewerb wieder austragen wollte. Der Wettbewerb in London fand in zwei Sälen statt: Publikum und Moderatorin befanden sich in einem anderen Raum als die Künstler. Auch waren keine Mikrofone zu sehen und der Umbau zwischen den Darbietungen verlief recht schnell, so dass der Eindruck entstand, die Musikbeiträge seien vorher aufgezeichnet worden.

Für Luxemburg ging Griechin Nana Mouskouri mit dem Song A force de prier an den Start und sie war die erste Frau, die beim Wettbewerb mit Brille auftrat. 1963 sendete ORF israelische Sängerin Carmela Corren zum Wettbewerb nach London. Unter 16 Teilnehmern erreichte sie mit dem Song Vielleicht geschieht ein Wunder und mit der Startnummer 4 einen akzeptablen 7. Platz. Den Eurovision Song Contest gewann zum ersten Mal Dänemark mit Grethe & Jørgen Ingmann und Dansevise.

Eine kuriose Geschichte ereignete sich bei der Stimmenvergabe, die in der Startreihenfolge bekannt gegeben werden sollte. Als der norwegische Sprecher seine Stimmen in anderer Reihenfolge verkündete und er von der Moderatorin Katie Boyle hierauf hingewiesen wurde, erbat er sich Bedenkzeit bis zum Ende der Abstimmung. Am Schluss der Abstimmung teilte der Sprecher für Norwegen seine Wertung erneut mit, sie wich jedoch von der vorherigen ab, so dass nun Dänemark statt Schweiz vorne lag. Ende der 90er-Jahre konnten die alten Wertungsbögen ausfindig gemacht werden. Es stellte sich heraus, dass das zweite norwegische Ergebnis richtig war und Dänemark zu Recht gewonnen hatte.

Top 5

1. Dänemark – Grethe & Jørgen Ingmann – Dansevise
2. Schweiz – Esther Ofarim – T’en va pas
3. Italien – Emilio Pericoli – Uno per tutte
4. Großbritannien – Ronny Carroll – Say Wonderful Things
5. Frankreich – Alain Barrière – Elle était si jolie
5. Monaco – Françoise Hardy – L’amour s’en va

Mit dem Song Non ho l’età gewann Gigliola Cinquetti 1964 zunächst das Sanremo-Festival und kurz darauf auch den Eurovision Song Contest. Ihren Sieg in Sanremo konnte sie 1966 mit Dio come ti amo wiederholen, fuhr aber nicht zum ESC. 1974 war sie dann ein zweites mal für Italien beim ESC, und erreichte mit dem Son den zweiten Platz. 1991 moderierte sie zusammen mit Toto Cutugno den ESC in Rom.

Rundfunk: DR
Datum: 21. März 1964
Ort: Tivolis Koncertsal, Kopenhagen
Moderation: Lotta Wæver
Gewinner: Gigliola Cinquetti, Italien

Der 9. Grand Prix Eurovision fand am 21. März 1964 im Kopenhagener Tivoli statt und wurde von Lotta Wæver moderiert. Zum ersten Mal nahm Portugal am Wettbewerb teil und bekam keine Punkte von den Juroren. Schweden pausierte wegen eines Künstlerstreiks.

Zu einem Zwischenfall kam es, als vor der Vorstellung des belgischen Beitrags ein Mann die Bühne stürmen wollte, um mit den Worten „Nieder mit Franco, nieder mit Salazar“ gegen die Militärregimes in Spanien und im erstmals teilnehmenden Portugal zu protestieren. Dieses Ereignis ist angeblich der Grund, warum der dänische Rundfunk bis heute die Aufzeichnung der Sendung unter Verschluss hält.

Siegerin wurde Gigliola Cinquetti, die für Italien ihr Siegersong des Sanremo-Festivals Non ho l’età sang. Österreich wurde zum ersten Mal durch Udo Jürgens vertreten. Mit seinem Song Warum nur, warum? erreichte er Platz 6 von 16 Teilnehmer.

Top 5

1. Italien – Gigliola Cinquetti – Non ho l’età
2. Großbritannien – Matt Monro – I Love the Little Things
3. Monaco – Romuald – Où sont-elles passées?
4. Luxemburg – Hugues Aufray – Dès que le printemps revient
4. Frankreich – Rachel – Le chant de Mallory

Der französische Komponist und Chansonnier Claude François schrieb Ende 1966 zunächst eine Ballade mit dem englischen Titel For You, in der er seine gescheiterte Beziehung zu der ESC-Gewinnerin France Gall musikalisch verarbeitete. In leichter Abänderung der Melodie wurde der Song als Welterfolg für Frank Sinatras mit dem Titel My Way berühmt. France Gall selbst hatte 1987 einen Welt Ella, elle l’a.

Rundfunk: RAI
Datum: 20. März 1965
Ort: Sala di Concerto della RAI, Italien
Moderation: Renata Mauro
Gewinner: France Gall, Luxemburg

Der 10. Gran Premio Eurovisione della Canzone fand am 20. März 1965 im italienischen Neapel statt. Alle Länder, die bisher am Wettbewerb teilgenommen haben waren diesmal dabei, inklusive Irland, das zum ersten Mal beim Eurovision Song Contest debütierte. Somit wurde bisheriger Teilnehmerrekord auf 18 erhöht.

Der Gewinner in diesem Jahr kam aus Luxemburg mit der französischen Interpretin France Gall und dem Song Poupée de cire, poupée de son, der auch von den Plattenkäufern und Radiohörern anerkannt und zu einem Hit wurde. France Gall selbst feierte bis in die späten Achtzigerjahre große Erfolge. Im späteren Verlauf ihrer Karriere lehnte sie entschieden ab, über ihrer Eurovision Song Contest Teilnahme zu sprechen.

Für Österreich ginge erneut Udo Jürgens an den Start. Mit dem Song Sag ihr, ich laß sie grüßen belegte er Platz 4 unter 18 Teilnehmer.

Top 5

1. Luxemburg – France Gall – Poupée de cire, poupée de son
2. Großbritannien – Kathy Kirby – I Belong
3. Frankreich – Guy Mardel – N’avoue jamais
4. Österreich – Udo Jürgens – Sag ihr, ich laß sie grüßen
5. Italien – Bobby Solo – Se piangi se ridi

Bevor Udo Jürgens den ESC in Luxemburg gewann, war er 1964 und 1965 für Österreich am Start. 1964 erreichte er mit dem Song Warum nur, warum? den sechsten Platz, 1965 war er mit Sag ihr, ich laß sie grüßen Vierter. Am 21. Dezember 2014 starb Udo Jürgens in Münsterlingen, Thurgau, Schweiz.

Rundfunk: RTL
Datum: 5. März 1966
Ort: Villa Louvigny, Luxemburg
Moderation: Josiane Shen
Gewinner: Udo Jürgens, Österreich

Der 11. Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne fand am 5. März 1966 in Luxemburg statt. Es nahmen 18 Länder teil. Als neue Regel wurde erstmals eingeführt, dass jedes Land nur Texte in seiner eigenen Sprache vortragen durfte. Dies wurde aufgrund des schwedischen Beitrages im letzten Jahr, als der Interpret ausschließlich auf Englisch sang, beschlossen.

Italien entsandte zum dritten Mal Domenico Modugno zum Wettbewerb. 1958 und 1959 hatte er mit seinen Beiträge zwei Riesenhits, 1966 kam dann aber ein totaler Flopp mit Dio, come ti amo, dem Song, mit dem Gigliola Cinguetti den Sanremo gewann, sie selbst wollte aber nicht zum Eurovision Song Contest nach Luxemburg fahren. Gewonnen hat zum ersten Mal Österreich mit Udo Jürgens und Mercie Cherié.

Kurios: Der britische Vertreter Kenneth McKellar ist bisher der einzige Interpret, der beim Wettbewerb im Kilt aufgetreten ist. Mit Milly Scott entsandte Niederlande zum ersten Mal eine farbige Sängerin zum Wettbewerb. Das zweitplatzierte Schweden erhielt insgesamt 16 Punkte, davon 15 von den skandinavischen Nachbarn Norwegen, Dänemark und Finnland. Auch Portugal erhielt 5 von 6 Punkten aus dem benachbarten Spanien.

Top 5

1. Österreich – Udo Jürgens – Merci, Chérie
2. Schweden – Lill Lindfors & Svante Thuresson – Nygammal vals eller hip man svinaherde
3. Norwegen – Åse Kleveland – Intet er nytt under solen
4. Belgien – Tonia – Un peu de poivre, un peu de sel
4. Irland – Dickie Rock – Come Back to Stay

Ihren ersten Schallplattenvertrag bekam Sandie Shaw 1964. As Long as You’re Happy Baby hieß ihre erste Platte, die jedoch noch keinen Erfolg brachte. Dieser stellte sich jedoch schon im Oktober 1964 ein, als sie mit Always Something There to Remind Me einen Millionenseller hatte. Ab 1967 gehörte Sandie Shaw zu den erfolgreichsten Sängerinnen in Großbritannien.

Rundfunk: ORF
Datum: 8. April 1967
Ort: Großer Festsaal Hofburg, Wien
Moderation: Erica Vaal
Gewinner: Sandie Shaw, Großbritannien

Der 12. Eurovision Song Contest fand am 8. April 1967 in Wien statt, im Großen Festsaal der Wiener Hofburg. Da Dänemark pausierte, kamen 17 Länder nach Wien.

Wegen der zahlreichen 0-Punkte-Wertungen in den vergangenen Jahren, hat EBU das Wertungssystem der Jahre 1958 bis 1961 wieder eingeführt. Das sorgte für ein Chaos auf der Scoreboard. Die Moderatorin Erika Vaal produzierte die Sätze des Abends: “There is still a mistake at the scoreboard”, “May I interrupt you again” und “I’m so sorry”. Trotz Allem gewann Sandie Shaw aus Großbritannien erdrutschartig den Wettbewerb mit dem Song Puppet on a String und war die erste Teilnehmerin, die Barfüssig beim Wettbewerb aufgetreten ist.

Für Österreich ging Peter Horten mit dem Song Warum es 100.000 Sterne gibt an den Start. Mit Startnummer 3 und mit nur zwei Punkten landete er auf dem 14. Platz unter 17 Teilnehmern.

Top 5

1. Großbritannien – Sandie Shaw – Puppet on a String
2. Irland – Sean Dunphy – If I Could Choose
3. Frankreich – Noëlle Cordier – Il doit faire beau là-bas
4. Luxemburg – Vicky Leandros – L’amour est bleu
5. Monaco – Minouche Barelli – Boum Badaboum

Massiels erste Single erschien 1966 und mit der 1967er Single Rosas en el mar, geschrieben von Luis Eduardo Aute, wurde sie in ganz Spanien und Lateinamerika bekannt. Den bislang größten Erfolg ihrer Karriere feierte sie 1968 als sie den Eurovision Song Contest gewann. In den 1970er Jahren war sie auch als Theaterschauspielerin tätig.

Rundfunk: BBC
Datum: 6. April 1968
Ort: Royal Albert Hall, London
Moderation: Katie Boyle
Gewinner: Massiel, Spanien

Der 13. Eurovision Song Contest fand am 6. April 1968 in der Royal Albert Hall in London statt und wurde wieder einmal von Katie Boyle moderiert. Am Wettbewerb, der zum ersten Mal in Farbe übertragen wurde, nahmen 17 Länder teil.

Dieser Eurovision Song Contest war der Wettbewerb der Kuriositäten: Ursprünglich sollte der Gewinnersong La, la, la von Joan Manuell Serrat gesungen werden. Dies wurde ihm nicht gestattet, da er darauf bestand, auf Katalanisch zu singen, was zu Francos Zeiten nicht erlaubt war. So hat der spanische Rundfunk entschieden Massiel zum Wettbewerb zu schicken. In einer Fernsehdokumentation wird außerdem behauptet, dass Franco Jurystimmen kaufen ließ, um den Sieg Spaniens zu ermöglichen.

Der große Favorit auf den Sieg war jedoch der Song aus Großbritannien Congratulations, gesungen von Cliff Richrad. Alles deutete darauf hin, dass er den Wettbewerb gewinnen wird, doch es kam anders: Die vorletzte Jury – Deutschland – vergab zwei Punkte an Cliff Richard, aber sechs an die Spanierin Massiel, die dadurch in Führung ging – mit nur einem Punkt Vorsprung. Jugoslawien als letztes Land ignorierte aber beide Titel völlig, sodass es einen der größten Überraschungssiege der Eurovisionsgeschichte gab.

Top 5

1. Spanien – Massiel – La, la, la
2. Großbritannien – Cliff Richard – Congratulations
3. Frankreich – Isabelle Aubret – La source
4. Irland – Pat McGeegan – Chance of a Lifetime
5. Schweden – Claes-Göran Hederström – Det börjar verka kärlek, banne mej

Von allen vier Gewinnerinnen feierte Lulu die größten Welterfolge. Cineasten ist sie als Interpretin des James Bond-Titelsongs Der Mann mit dem goldenen Colt (1974) ein Begriff. 1974 hatte sie mit The Man Who Sold The World einen Top-10-Hit in England. Mit der Single Take Your Mama For A Ride hatte sie einen weiteren großen Hit. Von 1969 bis 1973 war Lulu mit Maurice Gibb von den Bee Gees verheiratet.

Rundfunk: TVE
Datum: 29. März 1969
Ort: Teatro Real, Madrid
Moderation: Laurita Valenzuela
Gewinner: Salomé (Spanien), Lulu (Großbritannien), Lenny Kuhr (Niederlande), Frida Boccara (Frankreich)

Der 14. Eurovision Song Contest fand am 29. März 1969 in Madrid statt. 16 Länder nahmen teil. Moderiert wurde die Sendung von der spanischen Ansagerin Laurita Valenzuela. Österreich boykottierte die Veranstaltung, da man der Diktatur Francisco Francos keine Plattform bieten mochte. Der Künstler Salvador Dalí, ein Freund des Diktators, war im Vorfeld für die Werbung und teilweise für die künstlerische Gestaltung verantwortlich.

Dieser Jahrgang bleibt in Erinnerung, weil gleich vier verschiedene Länder den Eurovision Song Contest gewannen: Spanien mit Salomé und Vivo cantando, Frankreich mit Frida Boccara und Un jour, un enfant, Niederlande mit Lenny Kuhr und De troubadour und Großbritannien mit Lulu und Boom Bang-a-Bang. Da es kein Reglement für einen Gleichstand gab, wurden alle vier Länder zu Gewinnern erklärt.

Die Siegerin aus Frankreich, Frida Boccara wollte schon 1964 ihr Land beim Eurovision Song Contest vertreten und zwar mit dem Song Autrefois. Damals scheiterte sie an der internen Auswahl des französischen Rundfunks. In selbem Jahr versuchte sie auch in Italien beim Sanremo ihr Glück, kam aber mit dem Song L´ultimo tram (a mezzanotte) nicht über dem Semifinale hinaus.

Bereits im Jahr 1968 war in Frankreich eine Single mit dem Aufdruck “La chanson officielle du Liechtenstein pour le Grand Prix Eurovision 1969″ erschienen. Mit einem ernsthaften Teilnahmeversuch Liechtensteins am Eurovision Song Contest 1969 hatte dies jedoch nichts zu tun, schon alleine weil das Land bis heute kein EBU-Mitglied ist und daher auch gar nicht am Wettbewerb teilnehmen darf.

Bei dem von Vetty gesungenem Song Un beau matin handelt es sich um eine Parodie des französischen Autorenduos Jacques Martin und Jean Baïtzouroff auf den ESC-Wettbewerb und den Stil der dort präsentierten Songs. Der Song ist als Gag auf dem von Patrick Campistron zusammengestellten 3-CD-Sampler “Eurovision – Les plus belles chansons françaises” zu finden.

Top 5

1. Spanien – Salomé – Vivo cantando
1. Großbritannien – Lulu – Boom Bang-a-Bang
1. Niederlande – Lenny Kuhr – De troubadour
1. Frankreich – Frida Boccara – Un jour, un enfant
5. Schweiz – Paola del Medico – Bonjour, bonjour