EUROVISION SONG CONTEST 1970er

Dana ist nach ihrem ESC-Sieg weiter im Musikgeschäft geblieben und veröffentlichte in ihrer Karriere insgesamt 10 Alben. Abgesehen von dem ESC-Song All Kinds Of Everything, feierte sie in den 1970er vorwiegend in Irland und Großbritannien mäßige Erfolge. 1979 hatte sie in Irland einen weiteren Top-Hit, Totus, Tuus.

Rundfunk: NOS
Datum: 21. März 1970
Ort: RAI Congrescentrum, Amsterdam
Moderation: Willy Dobbe
Gewinner: Dana, Irland

Der 15. Eurovision Song Contest 1970 fand im Amsterdamer Kongresszentrum unter den Namen Eurovisie Songfestival am 21. März statt.

Nachdem es im letzten Jahr vier Sieger gegeben hatte, gab es einige Schwierigkeiten, bevor die Niederlande sich bereit erklärten, die Ausrichtung zu übernehmen. Einige Länder boykottierten den Wettbewerb, da sie mit den Gegebenheiten und Abstimmungsmechanismen der letztjährigen Veranstaltung unzufrieden waren. Darunter auch Österreich. So kamen nur 12 Länder nach Amsterdam.

Der große Favorit auf den Sieg war wieder einmal Großbritannien, gewonnen hat aber zum ersten Mal Irland mit Dana und All Kinds of Everything. Der Song gehört heute zu einem beliebten Klassiker.

Top 5

1. Irland – Dana – All Kinds of Everything
2. Großbritannien – Mary Hopkin – Knock, Knock, Who’s There?
3. Deutschland – Katja Ebstein – Wunder gibt es immer wieder
4. Schweiz – Henri Dès – Retour
4. Frankreich – Guy Bonnet – Marie-Blanche
4. Spanien – Julio Iglesias – Gwendolyne

Séverine verlegte nach ihrem ESC-Sieg die Musikkarriere in Deutschland. 1975 bewarb sie sich mit dem Song Dreh dich im Kreisel der Zeit bei der deutschen Vorausscheidung und belegte den 7. Platz. 1982 trat sie mit Ich glaub’ an meine Träume erneut bei der deutschen Vorausscheidung und erreichte jedoch nur Platz 10.

Rundfunk: RTÉ
Datum: 3. April 1971
Ort: Gaiety Theatre, Dublin
Moderation: Bernadette Ní Ghallchoir
Gewinner: Séverine, Monaco

Der 16. Eurovision Song Contest 1971 fand am 3. April 1971 in Dublin statt. Da der Wettbewerb mittlerweile in der Farbe ausgestrahlt wurde, musste der irische Rundfunk die geplante Erstausstrahlung in Farbe um zwei Jahre vorverlegen.

Das neue Punktevergabesystem brachte einige Verwirrung. Mehrere Länder (8 von 18) schöpften nicht die mögliche Höchstpunktzahl von 10 für den Beitrag eines Landes aus. So vergaben die französischen Juroren insgesamt 107 Punkte, die Luxemburger „nur“ 43 Punkte. Um den Eurovision Song Contest für neue Musikgenres zu öffnen, wurde die Regel aufgehoben, dass nur Duos oder Solisten auftreten durften. Von nun an durften bis zu 6 Musiker für ein Land auf die Bühne.

Für Belgien sollten ursprünglich Nicole & Hugo an den Start gehen, die Sängerin Nicole bekam aber die Gelbsucht und die beiden mussten die Teilnahme kurzfristig absagen. So sendeten die Belgier Lily Castel & Jacques Raymond als Ersatzduo ins Rennen.

Am Ende gewann Monaco mit dem Song Un banc, un arbre, une rue, gesungen von Séverine. Das blieb bis heute der einzige Sieg des Fürstentums beim Eurovision Song Contest. Mittlerweile nimmt Monaco seit 2007 nicht mehr am Eurovision Song Contest teil.

Für Österreich ging Marianne Mendt mit dem Song Musik an den Start und beendete die Teilnahme auf dem drittletzten 16. Platz.

Top 5

1. Monaco – Séverine – Un banc, un arbre, une rue
2. Spanien – Carina – En un mundo nuevo
3. Deutschland – Katja Ebstein – Diese Welt
4. Großbritannien – Clodagh Rodgers – Jack in the Box
5. Italien – Massimo Ranieri – L’amore è un attimo

Vicky Leandros verkaufte in ihrer Musikkarriere weltweit über 55 Millionen Tonträger. Bereits 1967 nahm sie für Luxemburg am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil und erreichte mit dem Song L’amour est bleu den vierten Platz. Im gleichen Jahr nahm sie auch an der französischen Vorausscheidung mit dem Song Les Amoureux teil. 2006 nahm sie ein weiters Mal an der Vorausscheidung teil, diesmal in Deutschland, schaffte aber mit dem Song Don’t Break My Heart nicht zum ESC.

Rundfunk: BBC
Datum: 25. März 1972
Ort: Usher Hall, Edinburgh
Moderation: Moira Shearer
Gewinner: Vicky Leandros, Luxemburg

Obwohl ein Jahr zuvor Monaco gewann und dieses Land somit das Recht besessen hätte, den Wettbewerb auszurichten, sah man sich in Monte Carlo außerstande, eine derartig große Show zu produzieren. Somit sprang ein weiteres Mal Großbritannien ein.

Der 17. Eurovision Song Contest fand daher am 25. März 1972 in Edinburgh statt. Es nahmen 18 Länder teil. Gleich drei ehemalige Eurovision Teilnehmer kamen nach Edinburgh: Family Four für Schweden, Tereza Kesovija für Jugoslawien (sang 1966 für Monaco) und Vicky Leandros wieder für Luxemburg. 1967 erreichte sie den 4. Platz mit dem Song L’amour est bleu. Diesmal war sie ganz erfolgreich, Platz 1 mit dem Song Aprés toi.

Für Österreich ging die Band Milestones mit der Startnummer 11 ins Rennen und erreichte seit dem Sieg von Udo Jürgens eine der besten österreichischen Platzierungen beim Eurovision Song Contest – der Song Falter im Wind kletterte auf Platz 5.

Top 5

1. Luxemburg – Vicky Leandros – Après toi
2. Großbritannien – New Seekers – Beg, Steal or Borrow
3. Deutschland – Mary Roos – Nur die Liebe läßt uns leben
4. Niederlande – Sandra & Andres – Als het om de liefde gaat
5. Österreich – Milestones – Falter im Wind

Sechs Jahre nach ihrem Eurovision Song Contest Sieg, nahm Anne-Marie David ein weiteres Mal 1979 an dem Wettbewerb teil, dieses Mal für ihr Heimatland Frankreich. Dort belegte sie mit dem Song Je suis l’enfant soleil den dritten Platz.

Rundfunk : CLT
Datum: 7. April 1973
Ort: Nouveau Théâtre, Luxemburg
Moderation: Helga Guitton
Gewinner: Anne-Marie David, Luxemburg

Der 18. Eurovision Song Contest fand am 7. April 1973 in Luxemburg statt. Israel nahm zum ersten Mal am Wettbewerb teil. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden nicht nur deshalb verstärkt, sondern auch wegen des bei den Olympischen Spielen in München stattgefundenen Attentats im Jahr zuvor.

Der Produktionsmanager ließ vor der Veranstaltung das Publikum darüber informieren, beim Applaudieren doch sitzen zu bleiben, da auf Grund der erhöhten Sicherheitsstufe ansonsten die Gefahr des Erschießens durch die im Saal befindliche Security bestünde.

Anne-Marie David, die für Luxemburg antrat, gewann den Wettbewerb mit dem Song Tu te reconnaîtras. Außerdem war der Wettbewerb durch einen Skandal um den spanischen Beitrag geprägt. Der Song Eres tú der Band Mocedades wurde als Plagiat des jugoslawischen Beitrages 1966 Brez besed bezeichnet. Dennoch wurde er nicht disqualifiziert.

Cliff Richard war nach 1968 wieder beim Wettbewerb dabei. Diesmal erreichte er Platz 3 mit dem Song Power To All Our Friends. Damals behauptete er, dass die Gewinnerin Anne-Marie David zwar eine wunderbare Stimme hat, den Wettbewerb aber mit einem dummen Song gewann.

Top 5

1. Luxemburg – Anne-Marie David – Tu te reconnaîtras
2. Spanien – Mocedades – Eres tú
3. Großbritannien – Cliff Richard – Power to All Our Friends
4. Israel – Ilanit – Ey-sham
5. Schweden – Nova – You’re Summer

Ursprünglich plante ABBA 1974 mit dem Song Hasta Mañana bei der schwedischen Vorausscheidung anzutreten, entschieden sich jedoch kurzfristig für den Song Waterloo. Was danach passierte ist ja bekannt: Das war der Beginn einer mehr als erfolgreichen Weltkarriere für die vier Schweden. Bereits 1973 trat ABBA bei der schwedischen Vorausscheidung mit Ring Ring und wurden Vierte.

Lange bevor es noch ABBA gab, nahm 1969 Anni-Frid Lyngstad (Frida) bei der schwedischen Vorausscheidung mit dem Song Härlig Är Vår Jord teil und erreichte dort den 4. Platz.

Rundfunk: BBC
Datum: 6. April 1974
Ort: The Dome, Brighton
Moderation: Katie Boyle
Gewinner: ABBA, Schweden

Der 19. Eurovision Song Contest fand am 6. April 1974 im englischen Brighton statt. Es nahmen 18 Länder teil, darunter zum ersten Mal auch Griechenland. Die BBC sprang kurzfristig als Gastgeber ein, nachdem Vorjahressieger Luxemburg auf eine erneute Austragung des Wettbewerbs verzichtet hatte. Der Wettbewerb wurde in insgesamt 32 Länder ausgestrahlt.

Dieser Jahrgang gilt als eine der Sternstunden des Wettbewerbs: Für die schwedische Gruppe ABBA war der Sieg der Start in eine internationale Karriere. Im Rahmen der Jubiläumsshow 50 Jahr Jubiläum des Eurovision Song Contest wurde Waterloo im Jahr 2005 von den Zuschauern zum besten Song des Grand Prix aller Zeiten.

Neben ABBA trat ein bekanntes Gesicht für Großbritannien an: Olivia Newton John wurde mit Long Live Love Vierte. Frankreich sollte ursprünglich mit dem Song La vie à 25 ans von Dani an den Start gehen. Nach dem Tod von Staatspräsident Georges Pompidou vier Tage vor dem Wettbewerb wurde die Teilnahme jedoch abgesagt. Malta zog sich auch aus dem Wettbewerb aus unbekannten Gründen zurück, hatte aber vor mit dem ausgewählten Song Peace In The World von Enzo Guzman teilzunehmen.

Top 5

1. Schweden – ABBA – Waterloo
2. Italien – Gigliola Cinquetti –
3. Niederlande – Mouth and MacNeal – I see a star
4. Großbritannien – Olivia Newton-John – Long Live Love
4. Luxemburg – Ireen Sheer – Bye, Bye, I Love You

Die Band Teach-In wurde 1969 in Enschede gegründet. Nach dem Eurovision Song Contest Sieg stieg die Sängerin Getty Kaspers aus den Band aus. 1977 hatten Teach-In drei kleinere Hits, darunter Dear John, eine Hommage an John Travolta, und Upside Down, löste sich dann 1979 endgültig auf.

Rundfunk: SR
Datum: 22. März 1975
Ort: St. Eriks Mässan Alvsjö, Stockholm
Moderation: Karin Falck
Gewinner: Teach-In, Niederlande

Der 20. Eurovision Song Contest fand am 22. März 1975 in Stockholm statt. Gewinner war die Gruppe Teach-In, die für die Niederlande mit dem Startnummer 1 und mit dem Song Ding-a-dong antrat. Das war zum ersten mal in der Geschichte des Eurovision Song Contest, dass ein Song mit der Startnummer 1 den Wettbewerb gewann. Die Sängerin der Band war Getty Kaspers, eine gebürtige Österreicherin.

In diesem Jahr wurde das für den Eurovision Song Contest typische Punktesystem eingeführt, das noch heute gilt. In jedem Land vergeben die Jurys 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und einen Punkt an diese zehn besten Songs.

Um den Song Contest in der schwedischen Hauptstadt gab es einige Aufregungen. Es kam zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen, da ein Anschlag auf die israelische Delegation befürchtet wurde. Auch die deutsche Kandidatin Joy Fleming wurde von Personenschützern vom Flughafen abgeholt, da ein angeblicher Jürgen-Marcus-Fan am Telefon Morddrohungen gegen sie ausgesprochen hatte. Und schließlich fand in Schweden ein alternatives Musik-Festival statt, das den Song Contest als künstlich entlarven wollte. Spannungen gab es auch unter den Eurovision Mitgliedern.

Zum ersten Mal nahm 1975 die Türkei am Wettbewerb teil. Griechenland verzichtete aufgrund dessen auf eine Teilnahme. Im Folgejahr nahm dafür die Türkei nicht teil, übertrug den Wettbewerb, blendete allerdings den griechischen Beitrag aus.

Top 5

1. Niederlande – Teach-In – Ding-a-Dong
2. Großbritannien – The Shadows – Let Me Be the One
3. Italien – Wes & Dori Ghezzi – Era
4. Frankreich – Nicole Rieu – Et bonjour à toi l’artiste
5. Luxemburg – Géraldine – Toi

Die Gewinnersong von Brotherhood of Man, Save Your Kisses for Me, ist mit sechs Millionen verkaufter Tonträger bis heute der am meisten verkaufte ESC-Beitrag aller Zeiten. In ihrer Heimat blieben Brotherhood of Man erfolgreich. Mit Angelo und Figaro landeten sie zwei weitere Nummer-eins-Hits. Die Gruppe steht noch immer in Originalbesetzung auf der Bühne.

Rundfunk: NOS
Datum: 3. April 1976
Ort: Congresgebouw, Den Haag
Moderation: Corry Brokken
Gewinner: Brotherhood of Man, Großbritannien

Der 21. Eurovision Song Contest fand am 3. April 1976 im niederländischen Den Haag statt. Moderiert wurde der Wettbewerb von Corry Brokken, die in den Jahren 1956,1957 und 1958 selbst am Eurovision Song Contest teilgenommen hat und 1957 sogar gewinnen konnte.

Die Gewinner des Eurovision Song Contest 1976 – zum zweiten mal von der Startnummer eins – waren Brotherhood of Man aus Großbritannien mit dem Song Save Your Kisses for Me, der mit sechs Millionen verkaufter Tonträger bis heute der am meisten verkaufte Eurovision Song Contest Beitrag aller Zeiten ist.

Nach einer dreijährigen Pause war Österreich wieder beim Wettbewerb vertreten. Waterloo & Robinson erreichten wie ihre Vorgänger einen großartigen 5. Platz mit dem Song My Little World.

Top 5

1. Großbritannien – Brotherhood of Man – Save Your Kisses for Me
2. Frankreich – Catherine Ferry – Un, Deux, Trois
3. Monaco – Mary Cristy – Toi, la musique et moi
4. Schweiz – Peter, Sue & Marc – Djambo, Djambo
5. Österreich – Waterloo & Robinson – My Little World

Den größten Erfolg ihrer Karriere feierte Marie Myriam 1977 mit dem Gewinn des Eurovision Song Contest. Beim Wettbewerb setzte sie sich überraschend mit ihrem als Außenseiter gehandelten Song L’oiseau et l’enfant durch. Sie hat in ihrer Karriere zahlreiche Alben veröffentlicht. Als letzte französische Siegerin wurde sie seit 1997 fast jedes Jahr eingeladen, während der Übertragung des ESC die Ergebnisse der französischen Jury zu übermitteln.

Rundfunk: BBC
Datum: 7. Mai 1977
Ort: Wembley Conference Centre, London
Moderation: Angela Rippon
Gewinner: Marie Myriam, Frankreich

Der 22. Eurovision Song Contest fand am 7. Mai 1977 im Londoner Wembley Conference Centre statt. Ursprünglich sollte der Wettbewerb bereits fünf Wochen zuvor ausgetragen werden, musste aber wegen eines Streiks der Kameramänner der BBC verschoben werden. Erstmals sollte ein afrikanisches Land, nämlich Tunesien, am Eurovision Song Contest teilnehmen, es war bereits an Startposition 4 ausgelost, zog sich aber kurzfristig zurück wegen Teilnahme Israels.

Eine Regeländerung besagte, dass alle Beiträge wieder in der jeweiligen Landessprache vorgetragen werden müssen. Dies wurde allerdings relativ kurzfristig bekannt gegeben, zu diesem Zeitpunkt waren die Songs Deutschlands und Belgiens, jeweils auf Englisch, bereits ausgewählt und erhielten daher eine Ausnahmegenehmigung.

Große Favoriten im Vorfeld waren wieder einmal die Briten. Lynsey de Paul hatte bereits einige Hits wie Sugar me und trat im Duett mit Mike Moranan. Ihr Song Rock Bottom stand schon in vielen europäischen Hitlisten. Sie lagen auch lange in Führung, aber Großbritannien belegte wieder einmal Platz 2. Gewonnen hat Frankreich mit Marie Myriam und dem Song L’oiseau et l’enfant, das eigentlich nur als Außenseiterin galt. Das war der fünfte Sieg Frankreichs beim Eurovision Song Contest, der bis heute auch der letzte Sieg für das Land war.

Für Österreich lief diesmal nicht so gut. Der Song Boom Boom Boomerang und die lustige Performance der Band Schmetterlinge erreichten nur den vorletzten 17. Platz.

Top 5

1. Frankreich – Marie Myriam – L’oiseau et l’enfant
2. Großbritannien – Lyndsey de Paul & Mike Moran – Rock Bottom
3. Irland – The Swarbriggs Plus Two – It’s Nice to Be in Love again
4. Monaco – Michéle Tor – Une petite française
5. Griechenland – Pascalis, Marianna, Robert and Bessy – Mathema Solfege

1982 versuchte Izhar Cohen, Israel erneut beim Wettbewerb zu vertreten, erreichte aber bei der israelischen Vorausscheidung den siebten Platz mit dem Song El ha’or. 1985 nahm er erneut an der israelischen Vorausscheidung teil und gewann diesmal mit dem Song Olé, olé. Beim Eurovision Song Contest in Schweden erreichte er den fünften Platz mit 93 Punkten unter 19 Teilnehmern.

Rundfunk: TF1
Datum: 22. April 1978
Ort: Palais des Congrès, Paris
Moderation: Denise Fabre, Léon Zitrone
Gewinner: Izhar Cohen and the Alphabeta, Israel

Der 23. Concours Eurovision de la Chanson fand am 22. April 1978 in Paris statt. Mit 20 Ländern war dieser Contest der größte bis zu diesem Jahrgang. Diese Zahl wurde erreicht, da die Türkei und Dänemark – nach 11 Jahre Pause – zurückkehrten. Zum ersten Mal waren die Türkei und Griechenland im selben Jahr dabei.

Stars des Abends war das Duo Baccara, die 1977 zwei Nr.-1-Hits mit Yes Sir, I can boogie und Sorry, I’m a lady hatten. Ihren Eurovision Song Contest Beitrag Parlez-vous français? landete jedoch nur auf dem 7. Platz.

Israel konnte nur sechs Jahre nach dem ersten Auftritt den Eurovision Song Contest gewinnen. Der Gewinnersong A-Ba-Ni-Bi wurde ein Hit in Kontinentaleuropa, nicht aber in Großbritannien, wo man Izhar Cohen and the Alphabeta die Einladung zur Show “Top of the Pops” verwehrte, und wo die Schallplatte öffentlich im Radio zerbrochen wurde. Die islamischen Länder hatten während des israelischen Beitrags die Übertragung unterbrochen, als sich der Sieg abzeichnete, und beendeten kommentarlos das Programm.

Top 5

1. Israel – Izhar Cohen and the Alphabeta – A-ba-ni-bi
2. Belgien – Jean Vallée – L’amour ça fait chanter la vie
3. Frankreich – Joël Prévost – Il y aura toujours des violons
4. Monaco – Caline and Olivier Toussaint – Dans les jardins de Monaco
5. Irland – Colm T. Wilkinson – Born to Sing

Nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest wurde Gali Atari in Israel zur Sängerin des Jahres gekürt, Hallelujah zum Song des Jahres. 1980 brach die Formation Gali Atari & Milk and Honey wegen Vertragsstreitigkeiten mit dem Management auseinander. Die gerichtliche Auseinandersetzung dauerte bis 1994. Nach der Trennung von der Gruppe Milk & Honey begann Gali Atari eine Solokarriere als Sängerin. Ihr zweites Album Qach oti ha-Baita verkaufte sich 13.000 Mal in ihrer Heimat und brachte ihr die Auszeichnungen für die beste israelische Sängerin und die beste Produktion des Jahres ein.

Rundfunk: IBA
Datum: 31. März 1979
Ort: Palais de Beaulieu, Lausanne
Moderation: Daniel Pe’er, Yardena Arazi
Gewinner: Gali Atari & Milk and Honey, Israel

Der 24. Eurovision Song Contest fand am 31. März 1979 im Binyanei Ha’ouama Centre in Jerusalem statt. Der israelische Rundfunk IBA musste extra für den Wettbewerb die Einführung des Farbfernsehens vorziehen. Die Türkei hatte den Song Seviyorum von Maria Rita Epik bereits angemeldet, auf Druck diverser arabischer Nachbarländer zog der türkische Rundfunk den Beitrag dann aber zurück.

Der Gewinner in Jerusalem war der Gastgeber selbst. Der Gewinnersong Hallelujah wurde von Gali Atari and Milk and Honey gesungen. Nach diesem Erfolg entstand zwischen Interpretin und der Band ein gemeinsames Album, das halb in hebräischer, halb in englischer Sprache aufgenommen wurde. Interessant: Der Gewinnersong Hallelujah wurde im Vorjahr von der israelischen Gruppe Hakol Over Habibi abgelehnt.

Interessant: In ganz Europa waren über 1000 Songs für den Wettbewerb eingereicht, die in den Namen das Wort Jerusalem beinhalteten. Nur Österreich sendete tatsächlich so einen Beitrag ins Rennen und belegte mit Heute in Jerusalem, gesungen von Christina Simon, den vorletzten 18. Platz.

Top 5

1. Israel – Gali Atari & Milk and Honey – Hallelujah
2. Spanien – Betty Missiego – Su canción
3. Frankreich – Anne-Marie David – Je suis l’enfant soleil
4. Deutschland – Dschinghis Khan – Dschinghis Khan
5. Irland – Cathal Dunne – Happy Man