EUROVISION SONG CONTEST 1990er

1978 startete Toto Cutugno eine erfolgreiche Solokarriere. Zwei Jahre später gewann er mit dem Song Solo noi das Sanremo-Festival. 1983 hatte er mit dem Song L’Italiano seinen größten internationalen Hit. 1990 gewann er mit Insieme: 1992 den Eurovision Song Contest, den er 1991 zusammen mit Gigliola Cinquetti moderierte. 2005 landete er zum sechsten Mal auf Platz 2 beim Sanremo-Festival.

Rundfunk: JRT
Datum: 5. Mai 1990
Ort: Vatroslav Lisinski, Zagreb
Moderation: Oliver Mlakar, Helga Vlahović
Gewinner: Toto Cutugno, Italien

22 Länder nahmen am Eurovision Song Contest 1990 in Zagreb teil. Der Top Favorit auf den Sieg war der italienische Beitrag Insieme: 1992, gesungen von Toto Cutugno. Am Ende gewann er auch den Wettbewerb. Die Backgrounds für Italien war die slowenische Band Pepel in Kri, die Jugoslawien in 1975 beim Eurovision Song Contest vertrat. Die österreichische Teilnehmerin Simone wurde mit Keine Mauern Mehr Zehnte.

Der bekannte Missgeschick des Jahrgangs: Die Startnummer 1 aus Spanien musste zweimal starten, weil beim ersten Versuch nur das Rhythmusplayback eingespielt wurde, der Dirigent jedoch nichts hören konnte. Das hat dem Song offenbar nicht geschadet: Die Band Azúcar Moreno beendete die Teilnahme auf dem 5. Platz.

Belgiens Teilnehmer Philippe Lafontaine wollte seinen Song Macédomienne ursprünglich nicht kommerziell veröffentlichen, so dass lange nur eine auf 500 Exemplare limitierte Promo-Edition von Vinylsingles existierte und der Titel als einziger Eurovision Beitrag von 1990 auf dem in Skandinavien erschienenen Jahrgangssampler fehlt. Angesichts des Jugoslawien-Krieges war der Sänger 1994 dann aber doch bereit, den Song für eine Benefiz-CD-Single zur Verfügung zu stellen. Der Song war eine Hommage an seine aus Mazedonien stammende Frau.

Top 5

1. Italien – Toto Cutugno – Insieme: 1992
2. Frankreich – Joëlle Ursull – White & Black Blues
3. Irland – Liam Reilly – Somewhere in Europe
4. Island – Stjórnin – Eitt lag enn
5. Spanien – Azúcar Moreno – Bandido

Carola wurde in Schweden bekannt mit dem Song Främling, mit dem sie Dritte beim ESC 1983 wurde. Ihr Album Främling ist bis heute das meistverkaufte Album in Schweden. 1990 war sie Zweite bei der schwedischen Vorausscheidung mit dem Song Mitt i ett äventyr. 2006 vertrat sie erneut Schweden beim ESC und wurde mit dem Song Invincible Fünfte. 2008 hat Carola erneut am schwedischen Melodiefestival teilgenommen. Im Duo mit Andreas Johnson kam sie mit dem Song One Love nicht über die Second Chance hinaus.

Rundfunk: RAI
Datum: 4. Mai 1991
Ort: Studio 15 de Cinecittà, Rom
Moderation: Gigliola Cinquetti,Toto Cutugno
Gewinner: Carola, Schweden

Der 36. Concorso Eurovisione della Canzone, so der offizielle Titel in diesem Jahr, fand am 4. Mai 1991 im Cinecittà Studio 15 in Rom statt, und wurde von den beiden italienischen ESC-Gewinnern moderiert: Gigliola Cinquetti und Toto Cutugno. 23 Länder kamen zum Eurovision Song Contets nach Rom. Darunter auch Malta, das 1975 zum letzten Mal beim Wettbewerb dabei war.

Die Wertung in Rom war ganz spannend: Beiden Erstplatzierten Teilnehmer Frankreich und Schweden hatten am Ende 146 Punkte. Nach den bis 2003 geltenden Regeln wurde der Sieger bei Punktegleichstand nach der Anzahl der 12-Punkte-Wertungen entschieden. Da beide jeweils vier Mal 12 Punkte bekamen, entschied die Anzahl der 10-Punkte-Wertungen, von denen Schweden fünf und Frankreich zwei bekam. Carola aus Schweden war damit mit Fångad av en stormvind die Siegerin, Amina aus Frankreich Zweite. Nach heutigen Regeln (bei Gleichstand gewinnt das Land, das von mehreren Länder Punkte bekam) wäre Frankreich Gewinner gewesen.

Österreich sendete zum zweiten Mal Thomas Forstner ins Rennen. Der von Robby Musenbichler, Hubert Moser und Wolfgang Eltner geschriebene Song Venedig im Regen wurde mit 0 Punkte Letzter.

Top 5

1. Schweden – Carola – Fångad av en stormvind
2. Frankreich – Amina – C’est le dernier qui a parlé qui a raison
3. Israel – Duo Datz – Kan
4. Spanien – Sergio Dalma – Bailar pegados
5. Schweiz – Sandra Simó – Canzone per te

Noch während ihrer Schulzeit trat Linda Martin 1969 der Band Chips bei, mit der sie auch vier Mal an der irischen Vorausscheidung teilnahm. Sie nahm vier weitere Male als Solistin an der Vorausscheidung teil und ein weiteres Mal als Sängerin der Gruppe Linda Martin and Friends. Mit insgesamt neun Beiträgen (inklusive 1992) ist sie die häufigste Teilnehmerin der irischen Vorausscheidung.

Rundfunk: SVT
Datum: 9. Mai 1992
Ort: Malmö Mässan, Malmö
Moderation: Lydia Capolicchio, Harald Treutiger
Gewinner: Linda Martin, Irland

Der 37. Eurovision Song Contest fand am 9. Mai 1992 im Malmö Isstadion in Malmö statt. Die Gewinnerin des Wettbewerbs 1992 kam aus Irland, Linda Martin mit Why Me?. Sie nahm bereits 1984 beim Wettbewerb teil und wurde Zweite. Ihre beiden Eurovision Beiträge wurden von Johnny Logan komponiert.

Schweden, der Gastgeber, erlebte eine große Enttäuschung: I morgon är en annan dag von Christer Björkman kam nur auf Platz 22, damit wurde Schweden Vorletzter. Jugoslawien nahm in diesem Jahr das letzte Mal beim Eurovision Song Contest teil.

Zu Schwierigkeiten kam es um den eigentlichen Gewinner der Schweizer Vorausscheidung: Der Song wurde bereits beim westschweizerischen TSR eingereicht, aber nicht angenommen. So wurde eine deutsche Version des ursprünglich französischen Songs beim SFDRS eingereicht, die es dann zur Vorentscheidung schaffte und dort auch gewann. Als jedoch herauskam, dass der Song zweimal bei zwei Schweizer Fernsehstationen eingereicht wurde, wurde Soleil, Soleil von Geraldine Olivier nachträglich disqualifiziert. Dafür durfte die Zweitplatzierte Daisy Auvray mit Mister Music Man nach Malmö fahren.

Für Österreich ging Tony Wegas an den Start. Sein Song Zusammen gehn schrieben Dieter Bohlen und Joachim Horn-Bernges. Die Belohnung in Malmö war ein 10. Platz. In einem Interview meinte Bohlen, für ihn sei es eine Katastrophe gewesen einen Song zu schreiben, der nur einen Platz 10 Wert ist (interessanterweise veröffentlichte Bohlen 10 Jahre später den Song mit dem verändertem Text für seine DSDS Show). Tony Wegas dazu: “Er habe mit Bohlen in Malmö nicht einmal drei-vier Minuten gesprochen, Bohlen hat sich am Ende gar nicht von ihm verabschiedet“.

Top 5

1. Irland – Linda Martin – Why Me?
2. Großbritannien – Michael Ball – One Step out of Time
3. Malta – Mary Spiteri – Little Child
4. Italien – Mia Martini – Rapsodia
5. Griechenland – Cleopatra – Olou tou kosmou i elpida

Niamh Kavanagh war Bankkauffrau, bevor sie als Sängerin entdeckt wurde. Ersten Erfolg hatte sie 1991, als sie Songs für den Soundtrack des Films The Commitments als Lead- und Backgroundsängerin aufnahm. Nach ihrem Auftritt beim ESC nahm sie weitere Singles und Alben auf, konnte jedoch nicht an den Erfolg von In your eyes anknüpfen. 2010 vertrat Niamh Kavanagh erneut Irland beim ESC. Dort belegte sie mit dem Song It´s For You den 23. Platz unter 25 Teilnehmern.

Rundfunk: RTÉ
Datum: 15. Mai 1993
Ort: Green Glens Arena, Millstreet
Moderation: Fionnuala Sweeney
Gewinner: Niamh Kavanagh, Irland

Den Eurovision Song Contest 1993 fand am 15. Mai in Millstreet, in Green Glens Arena statt. Der Sieger wurde wieder Irland. Diesmal mit Niamh Kavanagh und dem Song In Your Eyes. Großbritannien war wieder einmal Zweiter, diesmal mit Sonia und Better The Devil You Know.

Für die Schweiz trat mit Annie Cotton zum zweiten Mal nach Céline Dion wieder eine Kanadierin an. Die damals 17-jährige Sängerin kam mit Moi, tout simplement auf den dritten Platz, seit damals die beste Platzierung der Eidgenossen. Annie Cotton war die zweitjüngste Sängerin des Abends hinter der damals sechzehn Jahre alten Silje Vige aus Norwegen.

Tony Wegas wurden erneut für Österreich zum Wettbewerb geschickt. Diesmal mit dem Song Maria Magdalena. Das Ergebnis in Dublin war der 14. Platz. Drei neue Länder nahmen am Wettbewerb teil – Kroatien, Slowenien und Bosnien und Herzegowina – die sich zuerst über eine osteuropäische Vorrunde für den ESC Qualifizieren mussten.

Top 5

1. Irland – Niamh Kavanagh – In Your Eyes
2. Großbritannien – Sonia – Better the Devil You Know
3. Schweiz – Annie Cotton – Moi, tout simplement
4. Frankreich – Patrick Fiori – Mama Corsica
5. Norwegen – Silje Vige – Alle mine tankar

OSTEUROPÄISCHE VORAUSSCHEIDUNG
Rundfunk: RTV SLO
Datum: 3. April 1993
Ort: RTV SLO Studio 1, Ljubljana
Moderation: Tajda Lekše

Weil zu viele Länder an dem Eurovision Song Contest 1993 teilnehmen wollten, musste EBU eine osteuropäische Vorausscheidung organisieren. Diese fand am 3. April in Ljubljana, Slowenien statt. Es nahmen sieben osteuropäische Länder teil. Die Top Drei Länder dürften dann zum Eurovision Song Contest nach Millstreet fahren. Es wurden 12, 10, 8, 7, 6 und 5 Punkte vergeben. Alle sieben Kandidaten haben neben ihren ESC-Beiträge auch einen zweiten Song vorgestellt.

Die Ergebnisse der Vorausscheidung

1. Slowenien – 1x Band – Tih deževen dan – 57
2. Bosnien & Herzegowina – Fazla – Sva bol svijeta – 52
3. Kroatien – Put – Don’t Ever Cry – 51
4. Slowakei – Elán – Amnestia na neveru – 50
5. Estland – Janika – Muretut meelt ja südametuld – 47
6. Ungarn – Andrea Szulák – Árva reggel – 44
7. Rumänien – Dida Drăgan – Nu pleca – 38

Paul Harrington & Charlie McGettigan haben mit dem ESC Sieg gleich drei Rekorde auf der Liste: Irlands dritte Sieger in Folge, es war das erste Männerduo, das gewann, beide Interpreten waren auch die ersten Teilnehmer, die mehr als 200 Punkte beim Wettbewerb erreichten.

Paul Harrington ließ sich noch einmal 1998 bei Eurovision Song Contest blicken – im Background-Chor für Dawn Martin.

Rundfunk: RTÉ
Datum: 30. April 1994
Ort: Point Theatre, Dublin
Moderation: Cynthia Ni Mhurchú, Gerry Ryan
Gewinner: Paul Harrington & Charlie McGettigan, Irland

Der 39. Eurovision Song Contest fand am 30. April 1994 im Point Theatre in Dublin statt. Nachdem die osteuropäischen Länder der EBU beigetreten waren, wurde eine neue Regel eingeführt, um die Teilnehmerzahl auf 25 zu begrenzen. Die Plätze 1-19 aus dem Vorjahr qualifizierten für die Teilnahme in diesem Jahr. Belgien, Dänemark, Israel, Slowenien, Luxemburg und die Türkei mussten demnach dieses Jahr eine Zwangspause einlegen. Italien verzichtete freiwillig auf eine Teilnahme.

Eine große Anzahl an Newcomer kam dieses Jahr aus dem Osten Europas: Edyta Górniak aus Polen sorgte gleich für eine Sensation – ihr Song To nie ja! kam auf Platz 2. Auch Ungarn kam hoch – Kinek mondjam el vétkeimet von Friderika Bayer bekam gleich bei den ersten drei Wertungen die Höchstpunktzahl, und zwar aus Schweden, Finnland und Irland. Am Ende wurde sie aber “nur” Vierte. Auch Russland landete in der ersten Hälfte. Dagegen schnitten die Slowakei, Rumänien, Estland und Litauen bei ihrer Premiere verhältnismäßig schlecht ab. All diese Länder mussten im folgenden Jahr aussetzen.

Am Ende gewann zum dritten Mal in Folge Irland. Der Gewinnersong Rock ‘n’ roll kids wurde von Paul Harrington und Charlie McGettigan gesungen. Es war zudem der erste Beitrag, der den Wettbewerb ohne begleitende Orchestermusik gewann – Paul & Charlie begleiteten sich selbst am Klavier und der Gitarre. Die weitaus erfolgreichste Darbietung des Abends war jedoch das erstmals in der Pause aufgeführte Riverdance.

Top 5

1. Irland – Paul Harrington & Charlie McGettigan – Rock ’n‘ roll Kids
2. Polen – Edyta Górniak – To nie ja!
3. Deutschland – MeKaDo – Wir geben ’ne Party
4. Ungarn – Friderika Bayer – Kinek mondjam el vétkeimet
5. Malta – Chris & Moira – More than love

Der Sieg von Secret Garden sorgte für Aufsehen, als ihr Siegertitel Nocturne aus gerade einmal 24 Wörtern bestand und ansonsten instrumental vorgetragen wurde. Weniger Wörter hatte noch nie ein Titel beinhaltet, der am ESC teilnahm. Ferner erlangte der Song Bekanntheit als Teil des Soundtracks des Films „Shrek – Der tollkühne Held“. Der vielleicht bekannteste Song von Secret Garden ist You Raise Me Up aus dem Album Once In A Red Moon, das mittlerweile von über 100 Interpreten und Gruppen gecovert wurde.

Rundfunk: RTÉ
Datum: 13. Mai 1995
Ort: Point Theatre, Dublin
Moderation: Mary Kennedy
Gewinner: Secret Garden, Norwegen

Der 40. Eurovision Song Contest fand am 13. Mai 1995 im Point Theatre in Dublin statt. Dieses Jahr war die Teilnehmerzahl auf 24 begrenzt, so dass nicht sechs, sondern sieben Länder ein Jahr Zwangspause einlegen mussten. Diesmal traf es Estland, Finnland, Litauen, Niederlande, Rumänien, die Slowakei und die Schweiz, die somit zum ersten Mal in der Geschichte beim Wettbewerb fehlte. Nach der einjährigen Zwangspause durften dagegen Belgien, Dänemark, Israel, Slowenien und die Türkei wieder an den Start gehen. Da Luxemburg 1994 aussetzten musste, nimmt es seit 1993 nicht mehr teil. Somit gingen in diesem Jahr 23 Länder ins Rennen.

Der Gewinnersong Nocturne von Secret Garden aus Norwegen bestand nur aus ca. 25 Wörtern und wurde zum Überraschungssieg. Platz 2 belegte Spanien, Dritter wurde Schweden.

Mazedonien hatte für den Wettbewerb die Sängerin Karolina Gočeva mit dem Song Me sakas ausgewählt, zog die Teilnahme jedoch wieder zurück, denn das mazedonische Fernsehen konnte sie nicht finanzieren.

1995 war das Jahr der langsamen Beiträge. Österreich zog die Startnummer acht und war der erste Beitrag an der Reihe, welche ein wenig Stimmung in die Bude brachte. Dennoch erreichte der österreichische Beitrag Die Welt dreht sich verkehrt, gesungen von Stella Jones nur Platz 13. Mit dieser Platzierung sicherte sich Österreich jedoch die Eurovision Song Contest Teilnahme für 1996.

Top 5

1. Norwegen – Secret Garden – Nocturne
2. Spanien – Anabel Conde – Vuelve conmigo
3. Schweden – Jan Johansen – Se på mig
4. Frankreich – Nathalie Santamaria – Il me donne rendez-vous
5. Dänemark – Aud Wilken – Fra Mols til Skagen

Eimear Quinn wurde international bekanntdurch ihren Sieg beim Eurovision Song Contest 1996. Mit dem Song The Voice, das an traditionelle irisch-gälische Volkslieder angelehnt ist, setzte sie sich mit großem Abstand gegen die Konkurrenz durch. Die Single erreichte Platz 40 in den britischen Charts, Platz 21 in den Niederlanden, Platz 31 in Schweden und Platz 3 in ihrer Heimat. Eine kommerzielle internationale Karriere gelang Eimear Quinn jedoch nicht.

Rundfunk: NRK
Datum: 18. Mai 1996
Ort: Oslo Spektrum, Oslo
Moderation: Morten Harket, Ingvild Bryn
Gewinner: Eimear Quinn, Irland

Der 41. Eurovision Song Contest fand am 18. Mai im Spektrum in Norwegens Hauptstadt Oslo statt. Moderiert wurde der Abend von A-ha-Frontmann Morten Harket und der Journalistin Ingvild Bryn.

30 Länder haben sich für das Wettbewerb in Oslo angemeldet, nur 23 Länder durften ins Finale. Daher musste EBU eine Vorrunde organisieren. Alle Länder, bis auf den Gastgeber Norwegen, mussten sich dieser Qualifikationsrunde stellen. Die letzten 7 Plätze durften nicht nach Oslo fahren. Darunter zum ersten mal Deutschland. Dort reagierte man mit Zorn auf die gescheiterte Qualifikation, sodass Jahr drauf eine neue Regelung geschaffen wurde: Um die langfristige Teilnahme der großen Geldgeber (Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) und so das Überleben des Wettbewerbs zu sichern, wurde diesen Ländern der Status Big Four zuerkannt. Diese Länder waren also – unabhängig von ihrer Vorjahresplatzierung – immer direkt für das Finale qualifiziert.

Fan-Favorit auf den Sieg in Olso war Großbritannien mit Gina G und dem Song Oooh, Aah … Just a Little Bit. Das Ergebnis war Platz 8. Gewonnen hat wieder einmal Irland. Diesmal mit Eimear Quinn und dem Song The Voice. Platz 2 belegte der Gastgeber Norwegen, Platz 3 ging erneut an Schweden. Österreich wurde durch George Nussbaumer vertreten. Mit dem Song Weil´s dr guat got erreichte er Platz 10.

Top 5

1. Irland – Eimear Quinn – The voice
2. Norwegen – Elisabeth Andreassen – I evighet
3. Schweden – One More Time – Den vilda
4. Kroatien – Maja Blagdan – Sveta ljubav
5. Estland – Maarja-Liis Ilus & Ivo Linna – Kaelakee hääl

Qualifikationsrunde

Die Qualifikationsrunde für den Eurovision Song Contest 1996 fand intern statt. Alle 30 Länder erhielten von der EBU die Bänder mit den Beiträgen, die sie dann bewerteten. Interessanterweise weichen die Ergebnisse der Qualifikationsrunde teilweise stark von den ESC-Ergebnissen in Oslo. Hier ein Paar Beispiele:

Großbritannien – Platz 3 (QF) / Platz 8 (ESC)
Österreich – Platz 6 (QF) / Platz 10 (ESC)
Türkei – Platz 7 (QF) / Platz 12 (ESC)
Schweiz – Platz 8 (QF) / Platz 16 (ESC)
Portugal – Platz 18 (QF) / Platz 6 (ESC)
Kroatien – Platz 19 (QF) / Platz 4 (ESC)

Platzierungen der ausgeschiedenen Länder

23. Ungarn – Gjon Delhusa – Fortuna
24. Deutschland – Leon – Planet of Blue
25. Dänemark – Martin Loft & Dorthe Andersen – Kun med dig
26. Mazedonien – Kaliopi – Samo ti
26. Russland – Andrej Kossinksi – Ja eto ja
28. Israel – Galit Bell – Shalom olam
29. Rumänien – Monica Anghel & Sincron – Rugă pentru pacea lumii

Die Band Katrina and the Waves wurde im Jahre 1981 in Cambridge gegründet und von der US-amerikanischen Sängerin Katrina Leskanich bis zu ihrem Austritt 1998 geführt. Der große Durchbruch gelang ihnen im Frühjahr 1985 mit dem Song Walking on Sunshine, der weltweit zum Hit wurde und noch heute in vielen Ländern als „Sommerhit“ populär ist. Als Folge dieses Hits wurde die Gruppe sogar für den Grammy als „Best New Artist“ nominiert.

Jahre nach der Trennung gründete Katrina Leskanich in der Hoffnung, an ihren Erfolg beim ESC anknüpfen zu können, eine neue Band, jedoch für ein anderes Land: 2005 nahmen sie am Melodifestivalen in Schweden teil. Ursprünglich nannten sie sich Katrina and the New Wave, doch der Unmut der früheren Bandmitglieder führte zu einem abrupten Namenswechsel. Als Katrina and the Nameless scheiterten sie mit dem von Thomas G:son geschriebenem Song As if tomorrow will never come im Melodifestivalen Semifinale aus.

Rundfunk: RTÉ
Datum: 3. Mai 1997
Ort: Point Theatre, Dublin
Moderation: Ronan Keating, Carrie Crowley
Gewinner: Katrina and The Waves, Großbritannien

Der 42. Eurovision Song Contest fand am 3. Mai 1997 im Point Theatre in Dublin statt und wurde von Ronan Keating & Carrie Crowley moderiert. Israel, Rumänien und Mazedonien verzichteten wegen ihrer Ergebnisse im Vorjahr auf ihre Teilnahme, obwohl alle ausgeschiedenen Länder eigentlich für den nächsten Wettbewerb qualifiziert gewesen wären.

Nach der massiven Kritik im letzten Jahr wurde der Qualifikationsmodus geändert. Nun wurde für jedes Land die Durchschnittspunktzahl der letzten vier (für die Wettbewerbe nach 1997 fünf) Jahre berechnet. Die Länder mit dem geringsten Wert mussten ein Jahr pausieren, waren aber im darauf folgenden Jahr direkt qualifiziert. Belgien, Finnland und die Slowakei mussten daher eine Zwangspause einlegen, Dänemark, Deutschland, Italien, Ungarn und Russland waren wieder dabei.

Den Wettbewerb in Dublin gewann die Band Katrina and the Waves aus Großbritannien, welche bereits in den Achtzigerjahren Hits hatte. Der Gewinnersong Love Shine a Light bekam aus allen Ländern Punkte. Italien, das mit Fiumi die Parole den 4. Platz erreichte, hat sich entschlossen dem Wettbewerb bis auf weiteres fernzubleiben und kehrte erst 2011 zurück.

Top 5

1. Großbritannien – Katrina and the Waves – Love shine a light
2. Irland – Marc Roberts – Mysterious woman
3. Türkei – Şebnem Paker & Grup Etnic – Dinle
4. Italien – Jalisse – Fiumi di parole
5. Zypern – Hara & Andreas Konstantinou – Mana mou

Schon 1995 hatte Dana International an der israelischen Vorausscheidung mit dem Song Layla tov Europa teilgenommen und war Zweite. Beim Eurovision Song Contest 2008 in Belgrad interpretierte der Sänger Boaz Mauda den von Dana International geschriebenen Song Ke’ilu Kan. 2011 vertrat Dana International erneut Israel mit dem Song Ding Dong beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf und schied im zweiten Semifinale aus.

Rundfunk: BBC
Datum: 9. Mai 1998
Ort: National Indoor Arena, Birmingham
Moderation: Terry Wogan, Ulrika Jonsson
Gewinner: Dana International, Israel

Der 43. Eurovision Song Contest fand am 9. Mai 1998 in der National Indoor Arena in Birmingham statt. Moderiert wurde er von der britischen Eurovision-Legende Terry Wogan und Ulrika Jonsson.

Der eigentliche Star des Abends und die am kontroversesten diskutierte Teilnehmerin der ESC-Geschichte war die Sängerin Israels, Dana International, die wenige Jahre zuvor noch ein Mann gewesen war. Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Staates Israels hatte das Staatsfernsehen IBA sie als Vertreterin des Landes ausgewählt, um sich als modernes und offenes Land zu zeigen, sehr zum Ärger der ultraorthodoxen in Israel. Nach einer spannenden Wertung gewann die Sängerin mit ihrem Song Diva den ESC in Birmingham.

Auch Guildo Horn aus Deutschland sorgte für Medienecho: Nach seinem Sieg bei der Vorausscheidung wurde in der Presse intensiv darüber diskutiert, ob er ein geeigneter Vertreter Deutschlands ist oder eher das nationale Ansehen im Ausland beflecken würde. Die Sorgen waren umsonst: Sein von Stefan Raab unter dem Pseudonym „Alf Igel“ (in Anspielung auf den Komponisten Ralph Siegel) geschriebener Song Guildo hat euch lieb erreichte den 7. Platz. Darüber hinaus erhielt der ESC in Deutschland einen enormen Popularitätsschub.

Der ESC 1998 war der letzte, in dem die teilnehmenden Länder in einer ihrer offiziellen Landessprachen singen mussten. Im Jahr darauf wurde die „Free-Language-Rule“ eingeführt, nach der in jeder beliebigen Sprache gesungen werden kann. Neben der Einführung des Televotings und der Abschaffung des Orchesters war dies eine der Maßnahmen zur Verjüngung des Contests in den späten 1990er-Jahren.

Top 5

1. Israel – Dana International – Diva
2. Großbritannien – Imaani – Where Are You?
3. Malta – Chiara – The One That I Love
4. Niederlande – Edsilia Rombley – Hemel en aarde
5. Kroatien – Danijela – Neka mi ne svane

Nach ihrem ESC-Sieg unterschrieb Charlotte Nilsson einen Plattenvertrag bei Sony BMG und veröffentlichte ihren Siegertitel Take Me to Your Heaven in ganz Europa. Ihr Debütalbum Charlotte Nilsson wurde im Herbst 1999 in Europa veröffentlicht. Ende des Jahres folgten weitere Veröffentlichungen in Japan und Australien. In Schweden wurde das Album mit dreifach-Platin ausgezeichnet und konnte auch Erfolge in Norwegen buchen. In den Jahren 2003 und 2004 moderierte sie die schwedische Vorausscheidung Melodifestivalen. 2008 vertrat sie noch einmal Schweden beim ESC in Belgrad. Mit dem Song Hero erreichte sie dort nur den 18. Platz. Dennoch war der Song ein großer Erfolg in Schweden und belegte fünf Wochen in Folge den ersten Platz.

Rundfunk: IBA
Datum: 29. Mai 1999
Ort: Convention Center, Jerusalem
Moderation: Yigal Ravid, Dafna Dekel, Sigal Shachmon
Gewinner: Charlotte Nilsson, Schweden

Der 44. Eurovision Song Contest fand am 29. Mai 1999 in der Usshishkin Halle im International Convention Center in Jerusalem statt. Zum ersten Mal gab es gleich drei Moderatoren, darunter Dafna Dekel, die bereits beim Eurovision Song Contest 1992 als Interpretin für Israel angetreten war. Zwei neue Regeln wurden erschaffen: Es gab keinen Orchester mehr – die Musik wurde vom Playback gespielt, gesungen muss aber live – und die Songs dürfen in beliebiger Sprache gesungen werden.

Der Gewinnerin kam aus Schweden: Charlotte Nilsson mit Take Me To Your Heaven gewann vor Island mit Selma und All Out Of Luck. Zum Abschluss, nach dem Siegertitel, sangen alle Interpreten gemeinsam den Siegertitel vom Wettbewerb 1979 Hallelujah als Friedensbotschaft an die Menschen der Jugoslawienkriege.

Für Deutschland nahm die Gruppe Sürpriz mit dem Song Reise nach Jerusalem – Kudüs’e seyahat teil, obwohl der Song bei der deutschen Vorausscheidung nur den zweiten Platz belegte. Die eigentliche Sängerin der deutschen Vorausscheidung Corinna May durfte Ihren Song Hör’ den Kindern einfach zu nicht in Jerusalem vortragen, da der Song schon einmal auf Englisch veröffentlicht wurde. Daher wurde der Song disqualifiziert.

Ähnlich ging es auch dem Vorausscheidungs-Gewinner aus Bosnien & Herzegowina, Hari Mata Hari. Es durfte auch seinen Gewinnersong Starac i more nicht in Jerusalem vortragen, weil der Song zwei Jahre zuvor in Finnland veröffentlicht wurde. Der Nachrücker, die Zweitplatzierten Dino & Batrice erreichten in Jerusalem den 7. Platz mit dem Song Putnici.

Top 5

1. Schweden – Charlotte Nilsson – Take Me to Your Heaven
2. Island – Selma – All Out of Luck
3. Deutschland – Sürpriz – Reise nach Jerusalem – Kudüs’e seyahat
4. Kroatien – Doris Dragović – Marija Magdalena
5. Israel – Eden – Happy Birthday (Yom huledet)