Italien in Eurovision

Gigliola Cinquetti (1964, 1974)
Italien nimmt ab dem ersten Eurovision Song Contest 1956 teil und konnte diesen zweimal gewinnen: 1964 mit Gigliola Cinquetti und dem Song Non ho l´eta und 1990 mit Toto Cutugno und dem Song Insieme: 1992. Die beiden Gewinner moderierten gemeinsam den Eurovision Song Contest 1991 in Rom.

Bereits zwei Jahre nach seiner ersten Teilnahme lieferte Italien international erfolgreichsten Song ins Rennen: Nel blu dipinto di blu (Volare), gesungen von Domenico Mudugno. Der Song erreichte europaweit und auch in den USA den ersten Platz in den Charts und gewann 1958 den ersten Grammy als beste Platte und bester Song des Jahres. Beim Eurovision Song Contest in Hilversum erreichte Volare „nur“ den dritten Platz. Auch 1959 vertrat Domenico Modugno Italien beim Eurovision Song Contest in Cannes. Dort erreichte sie mit einem weiterem Hit Piove (Ciao, ciao, bambina) den sechsten Platz.

In den 1960er schafften vier italienische Beiträge unter die Top 5. Der Erste war der Song Al di là, mit dem Betty Curtis 1961 Fünfte wurde. Zwei Jahre später 1963 erreichte Emilio Pericoli mit dem Song Uno per tutte den dritten Platz. Gleich ein Jahr danach brachte Gigliola Cinquetti 1964 mit dem Song Non ho l´etá den ersten italienischen Sieg nach Hause. Beim Eurovision Song Contest 1965 in Neapel schaffte dann Bobby Solo mit dem Song Se piangi, se ridi auf Platz Fünf.

Gigliola Cinquetti sang ein zweites Mal für Italien beim Eurovision Song Contest. 1974 in Brighton belegte sie mit dem Song Si den zweiten Platz. Dieser Erfolg wurde von der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehanstalt RAI nicht übertragen, da befürchtet wurde, Gigliola Cinquetti könne mit dem Song die Volksabstimmung zur Abschaffung des alten Scheidungsrechts, die etwa fünf Wochen später am 12. Mai stattfinden sollte, hin zu einem positiven Wahlergebnis beeinflussen.

In der 1970ern schafften neben Gigliola nur noch zwei weiteren Teilnehmer in die Top Five: 1971 in Dublin gelang das Massimo Ranieri mit dem Song L’amore è un attimo (Platz 5) und 1975 in Stockholm Wess & Dori Ghezzi mit dem Song Era (Platz 3). Massimo Ranieri vertrat auch 1973 Italien beim Eurovision Song Contest in Luxemburg und landete dort mit dem Song Chi sará jedoch nur auf den 13. Platz von 17 Teilnehmern.

In der 1980ern kamen fünf italienische Beiträge unter die Top 10 wobei der italienische Rundfunk RAI 1981, 1982 und 1986 freiwillig auf eine Teilnahme am Eurovision Song Contest verzichtete. 1980 erreichte Alan Sorrenti mit Non so che darei den 6. Platz und lieferte mit dem Song einen kleineren internationalen Erfolg. 1984 sangen sich Alice & Franco Battiato mit dem Song I treni die Tozeur auf Platz 5. 1985 waren nach 1976 erneut Al Bano & Romina Power für Italien am Start. Mit dem Song Magic, Oh Magic wiederholten sie den 7. Platz. Al Bano konnte man 2000 in Stockholm wieder auf der Eurovision Bühne sehen. Dort sang er für Schweizerin Jane Bogaert im Background. 1987 lieferten Umberto Tozzi & Raff erneut einen kleinen internationalen Hit Gente di mare, mit dem sie beim Wettbewerb in Brüssel den dritten Platz erreichten. Letztendlich landeten 1989 Anna Oxa & Fausto Leali mit dem Song Avrei voluto auf den 9. Platz.

Der Anfang der 1990er Jahre brachte den zweiten italienischen Sieg beim Eurovision Song Contest. 1990 in Zagreb gewann Toto Cutugno den Wettbewerb mit dem internationalen Erfolg Insieme: 1992. Den Eurovision Song Contest 1991 in Rom moderierte er dann gemeinsam mit der 1964 Siegerin Gigliola Cinquetti.

Italien nahm bis 1993 noch regelmäßig am Eurovision Song Contest teil, inklusive den 4. Platz 1992 in Malmö durch Mia Martini mit dem Song Rapsodia, eher man dann bis 2011 auf den Wettbewerb verzichtete. Eine Zwischenteilnahme 1997 in Dublin, mit dem Duo Jalisse und dem Song Fiumi di parole (Platz 4), kam angeblich nur zustande, weil der zuständige Rundfunk RAI die Absagefrist versäumt hatte und sonst hohe Strafgebühren zu zahlen gehabt hätte.

Seit dem Rückkehr auf die Eurovision-Bühne sind die italienische Beiträge relativ erfolgreich. Das im Jahr 2008 eingeführte 50:50 Jury/Televoting System brachte dem Italiener Raphael Gualazzi 2011 in Düsseldorf kein Glück. Hätte es dort eine reine Jury-Abstimmung gegeben, hätte Italien mit dem Song Madness Of Love den Wettbewerb gewonnen. Hätte es 2015 in Wien eine reine Televoting-Abstimmung gegeben, wäre Italien mit Il Volo und dem Song Grande Amore der Sieger. So wurde Raphael 2011 Zweiter und Il Volo 2015 Dritter. Neben oben erwähnten schafften noch Nina Zilli 2012 in Baku und Marco Mengoni 2013 in Malmö mit ihren Songs L’amore è femmina (9) bzw. L´essenziale (6) unter die Top 10.