Salvador Sobral (2017)
Portugal nimmt seit 1964 am Eurovision Song Contest teil und musste am längsten auf einen Sieg warten. Erst 2017 schaffte der Sänger Salvador Sobral mit der außergewöhnlichen Ballade seiner Schwester Luísa, Amar pelos dois, den Wettbewerb zu gewinnen.

Abgesehen von dem Sieg von Salvador Sobral, kamen nur noch neun weiteren Beiträge unter die Top 10, wie z.B. A festa da vida von Carlos Mendez (Platz Sieben, 1972) oder Um grande, grande amor von José Cid (Platz Sieben 1980). Er ist in Portugal einer der bekanntesten Pop-Rock-Sänger.

In den 1980er schaffte kein weiterer portugiesischer Beitrag eine Platzierung unter die Top 10. 1991 entsandte der portugiesische Rundfunk Dulce Pontes mit dem wunderschönen Song Lusitana paixão nach Rom und erzielte dort den achten Platz unter 22 Teilnehmer. Zwei Jahre später, 1993, veröffentlichte sie ihr zweites Album Lágrimas, das in Portugal eines der bestverkauften Alben aller Zeiten wurde.

1994 in Dublin schaffte Sara Tavares mit dem Song Chamar a música auf Platz acht. Nach diesem Erfolg avancierte sie zu einer nationalen Berühmtheit in Portugal.

Zwei Jahre später, 1996 in Oslo, wurde Lúcia Moniz dem Song O meu coração não tem cor Sechste. Obwohl dies damals die beste Platzierung Portugals beim Eurovision Song Contest war, blieb der Song O meu coração não tem cor in Portugal ziemlich unbekannt.

Seit Einführung der Semifinali im Jahr 2004 schafften nur noch vier Song eine Qualifikation ins ESC-Finale. Zunächst gelang dies Vânia Fernandes 2008 in Belgrad mit dem Song Senhora do mar, mit dem sie „Festival da Canção“, die portugiesische nationale Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest, konkurrenzlos gewann. Der Song Senhora do mar erhielte dort 17.650 Stimmen – 10.000 mehr als der Zweitplatzierte Alex Smith mit Obrigatório ter. Es schien als ob Portugal mit dem Song Senhora do mar das bis dato beste Ergebnis von 1996 übertreffen würde. Aber, nach dem zweiten Platz im zweiten Semifinale landete der Song Senhora do mar im Finale nur auf dem dreizehnten Platz.

Ein Jahr später, 2009 in Moskau, schaffte auch die Band Flor-de-Lis die Qualifikation ins Finale, und wurde dort mit dem Song Todas as ruas do amor Fünfzehnte. Wiederum ein Jahr später in Oslo kam die Sängerin Filipa Azevedo mit dem Song Há dias assim auf Platz Achtzehn im Finale. 2011 und 2012 gab es keine Qualifikation Portugals ins Finale, 2013 und 2016 war der Rundfunk aus finanziellen Gründen nicht beim Eurovision Song Contest vertreten, 2014 und 2015 schaffte man keine Qualifikation ins Finale.

2017 in Kiew, 53 Jahren nach der ersten Teilnahme, kam dann der ersehnte Sieg. Salvador Sobral gewann mit 143 Punkten Vorsprung den Eurovision Song Contest und brachte somit zum ersten Mal den Wettbewerb nach Portugal.