Szansa na sukces – Ein Erfolgsmodell für die Eurovision

Nachdem die Polen in den letzten zwei Jahren wieder im Halbfinale stecken blieben, nutzten sie das Vorentscheidungsmodell Szansa na sukces für die Wahl 2020. Diese Art der Vorentscheidung lieferte dem Land zwei Siege beim Junior Eurovision Song Contest in 2018 und 2019.

Polen bei der Eurovision

Polen ist dafür bekannt, großartige Stimmen und ungewöhnliche Acts zum Song Contest zu schicken. Schon 1994 beim Debüt sandten sie mit Edyta Górniak eine Wahnsinnsstimme nach Dublin, die dann mit „To nie ja“ gleich Platz 2 holte, den bis heute größten Erfolg des Landes.

Ihr folgten nicht minder klangvolle Namen wie Justyna Steczkowska, Kasia Kowalska, Ana Maria Jopek, Mietek Szcześniak und Ich Troje, aber die großen Erfolge blieben aus. Nur dreimal gab es ein einstelliges Platzergebnis. Dafür blieb man achtmal im Halbfinale stecken. 2012 war die Laune dann dahin und man pausierte für zwei Jahre. Donatan & Cleo und ihr „My Słowianie – We Are Slavic“ brachten die Begeisterung zurück und man konnte mit Michał Szpak 2016 sogar beim Televoting in den Top 4 sich wiederfinden. Gromee feat. Lukas Meijer und Tulia setzten diesen Erfolgskurs in den letzten beiden Jahren aber nicht fort.

Die Vorentscheidung Szansa na sukces

In drei Vorrunden stellten sich jeweils 7 Künstler mit Coversongs am Sonntagnachmittag dem televotenden Publikum und einer Expertenjury bestehend aus Cleo (Eurovision 2014), Michał Szpak (Eurovision 2016) und Gromee (Eurovision 2018).

In den Vorrunden wurden Coversongs dargeboten und der beste Act qualifizierte sich jeweils fürs Finale. So gab es eine ABBA-, eine Eurovisions, und eine Beatles-Vorrunde. Die Sieger hiessen Kasia Dereń, Alicja Szemplińska und Albert Černy. Letztgenannter vertrat Tschechien mit der Gruppe Lake Malawi in Tel Aviv und wurde mit „Friend Of A Friend“ Elfter im Finale.

Das Finale

Im Finale traten nun die drei Sieger nochmals mit einem Eurovisions-Coversong auf und zusätzlich brachten sie ihren Titel zu Gehör.

Kasia Dereń:

Eurovisionssong: Satellite von Lena 2010
Ihr eigener Song: Count on me

Alicja Szemplińska:

Eurovisionssong: Euphoria von Loreen 2012
Ihr eigener Song: Empires

Albert Černy:

Eurovisionssong: Fairytale von Alexander Rybak 2009
Sein eigener Song: Lucy (eine Hommage an Lucy Ayoub, Moderatorin des Eurovision Song Contest 2019 in Israel)

Die Zuschauer und die Experten waren sich einig und platzierten Kasia Dereń auf Platz 3, Albert Černy auf Platz 2, und als Siegerin wurde Alicja Szemplińska ausgerufen.

Alicja Szemplińska und „Empires“

Alicja Szemplińska hat schon zwei Casting Shows in Polen gewonnen, zum einen Hit, Hit, Hurra! 2016, zum anderen The Voice of Poland 2019. Bisher brachte sie eine Single heraus, die im Zuge des Sieges von The Voice entstand: „Prawie my“.

Das Siegerlied „Empires“ wurde geschrieben durch Patryk Kumór, Dominic Buczkowski-Wojtaszek, Laurell Barker und Frazer Mac. Laurell Barker scheint der neue weibliche Ralph Siegel zu sein, denn ihr Name taucht in vielen Vorentscheidungen auf. Letztes Jahr wirkte sie erfolgreich am Schweizer Beitrag von Luca Hänni mit und scheiterte kläglich mit Deutschland und Grossbritannien.

Polen tritt in der ersten Hälfte des zweiten Halbfinals am Donnerstag, den 14. Mai, an.