So denken Sanremo-Zuschauer und ESC-Fans über den Song-Contest-Vertreter.

Endlich ist etwas Schwung in die ESC-Saison gekommen. Sanremo hat für eine kleine Überraschung gesorgt. Mahmood, ein Sänger mit ägyptischen Wurzeln, hatte das traditionelle Festival der italienischen Popmusik gewonnen. Er hat prompt für Wirbel gesorgt und die Migrationsdebatte in Italien angeheizt.

Wer ist Mahmood?

Mahmood, mit bürgerlichem Namen Alessandro Mahmoud, wurde 1992 in Mailand geboren ist dort aufgewachsen. Er ist Sohn einer Italienerin und eines Ägypters. Mahmoods Vater hat die Familie verlassen und ist nach Ägypten gegangen. Später kam sein Vater wieder nach Italien zurück. Die schwierige Beziehung zu ihm verarbeitet Mahmood in Soldi. Das Lied ist das Einzige in der Geschichte Sanremos, das arabische Textzeilen enthält. Mahmood selbst kann kein Arabisch. Der 26-Jährige wurde in Italien bekannt durch seinen Sieg letztes Jahr bei Sanremo Giovani, dem Musikfestival für den Nachwuchs.

#NotMyWinner

Die Italiener scheinen alles andere als glücklich über diese Auswahl zu sein. An vorderer Stelle der für seine Flüchtlingspolitik umstrittene italienische Innenminister Matteo Salvini:

…………… hmm …………
Das schönste italienische Lied?!?
Ich hätte #Ultimo gewählt, was sagt ihr?

(@matteosalvinimi, Twitter)

So ganz unrecht hat er nicht: Mahmood wurde beim Televoting eigentlich Dritter. Er gewann dank der Presse-Jury und der Ehren-Jury. Sie setzten ihn auf den ersten Platz. Für den Sieg reichte es trotzdem. Das italienische Abstimmungsverfahren ist so kompliziert, dass selbst wir es nicht so leicht erklären können.

Auch unsere Leser hätten lieber einen anderen Künstler als Sieger

„Der Gewinner!“

Anders dagegen sehen es viele ESC-Fans. In diesem Tweet zum Beispiel schreibt @unaninamala:

Es ist früh um es zu sagen, aber Ich denke, dass Italien soeben #Eurovision2019 gewonnen hat. Ich bin absolut begeistert! #Sanremo2019 #Mahmood

(La Nina Mala @unaninamala, Twitter)

Einen Ohrwurm verortet diese Leserin von Eurovision.tv:

Der Song ist saugut! Ich kann nicht aufhören, ihn mir anzuhören.
(francisca, Eurovision.tv)

Die überschwängliche Freude in der Fan-Community nahm sich ein Fan zu Herzen, um einen Rundumschlag auf die Popmusik zu legen.

wiwibloggs sponsert Mahmood heute bis ins Unendliche. Die sind heute endlich aufgewacht! Sie sollten Sanremo besser folgen. […] Europa ist gelangweilt von üblicher Tanzmusik und will Qualität […]

(sucof, ESCunited)

Diese Twitter-Nutzerin sieht sogar einen Effekt auf das internationale Ansehen von Rapmusik:

@Mahmood_Music bei ESC würde soviel Freude bereiten, weil er nicht nur ein positives Licht auf Rap Music wirft. Er würde Italien Stolz machen. Gebt den negativ eingestellten leuten keinen Raum. Wir unterstützen dich. Wir wollen einen brillanten Song!

(Febry @bESCpositive, Twitter)

Italien hat sich zumindest zu einem Mitfavoriten gemausert. Bei den Wettquoten ist – Stand 12.02.2019 – Italien auf dem dritten Platz.

Mahmood bestätigt Teilnahme

Ein Interview des italienischen Radiosenders RTL 102,5 mit Mahmood hinterließ den Eindruck, dass Mahmood noch über seine Teilnahme nachdenken müsse. Nach Tagen der Ungewissheit hat Mahmood den Gerüchten ein Ende versetzt. Auf Instagram verkündete er seine Teilnahme:

Ok, euch kann ich es sagen. Werde Italien mit Soldi beim ESC vertreten. Kann es kaum erwarten!

(@mahmoodworld, Instagram)

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