SCHWEDEN IN EUROVISION

1961 durfte Siw Malmkvist nicht zum ESC nach Cannes.
1961 durfte Siw Malmkvist nicht zum ESC nach Cannes.
Rundfunk: SVT
Debüt: 1958
Best: 1 (1974, 1984, 1991, 1999, 2013, 2015)
Hauptstadt: Stockholm
Fläche: 450.295 km²
Einwohnerzahl: 9.881.000

Schweden nahm 1958 erstmals am Eurovision Song Contest und belegte mit Alice Babs und dem Song Lilla stjärna gleich den vierten Platz. 1961 gewann Siw Malmkvist mit April, April die schwedische Vorausscheidung Melodifestivalen, durfte jedoch nicht zum ESC nach Cannes fahren, weil sie bei der Vorausscheidung kicherte und lachte – ja, damals sah man den Wettbewerb nicht so locker wie heute. Statt ihr schickte man Lill-Babs zum Wettbewerb wo sie mit ihrer Interpretation von April, April nur Drittletzte wurde. Bis 1964 war Schweden regelmäßig beim Wettbewerb vertreten, jedoch ohne eine weitere Top 5 Platzierung. 1964 verzichtete man auf eine Teilnahme aufgrund eines Künstlerstreiks in Schweden.

1966 in Luxemburg erreichten dann Lill Lindfors & Svante Thuresson mit dem Song Nygammal vals eller hip man svinaherde den 2. Platz. Lill Lindfors moderierte 1985 den Eurovision Song Contest in Göteborg. Zwei Jahre später 1968 in London gab es eine weitere Top 5 Platzierung für Schweden: Claes-Göran Hederström erreichte mit dem Song Det börjar verka kärlek, banne mej den 5. Platz.

Schweden_1974_Abba
ABBA (1974)

1973 in Luxemburg gab es ein weitere Platz 5 für die Band Nova und dem Song You Are Summer – You Never Tell Me No. Unter dem Namen Malta gewann die Band den Melodifestivalen 1973 mit dem schwedischen Titel Sommaren som aldrig säger nej. Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit der Inselrepublik Malta wurde der Bandname für den Wettbewerb in Luxemburg in Nova umgeändert.

In selbem Jahr nahm auch ABBA noch unter dem Namen Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid an Melodifestivalen teil und belegten mit dem Song Ring Ring Platz 3. Ein Jahr später 1974 gewannen sie als ABBA den Melodifestivalen mit der schwedischen Version von Waterloo. Beim Eurovision Song Contest in Brighton sangen sie die englische Version von Waterloo und erreichten damit den ersten Sieg Schwedens beim Wettbewerb. 1976 verzichtete Schweden auf eine weitere Teilnahme am Wettbewerb. Als Grund der Absage wurde die musikalische Qualität der Veranstaltung angegeben, nachdem es beim ESC im Vorjahr in Stockholm mit dem Alternativfestivalen breiten Protest gegen die Veranstaltung gegeben hatte. Ab 1977 war Schweden dann wieder beim ESC vertreten, bis Ende der 1970ern kam jedoch kein weiterer Beitrag über Platz 10 hinaus.

Herreys (1984)
Herreys (1984)

Die 1980er brachten wieder gute Platzierungen für Schweden. Fünf von 10 Beiträge erreichten eine Platzierung unter die Top 5. Den Anfang machte Carola Häggkvist 1983 in München wo sie mit dem Song Främling den 3. Platz erreichte. Gleich ein Jahr später gewannen die Brüder Herreys den Eurovision Song Contest 1984 in Luxemburg mit dem Song Diggi-loo diggy-ley. 1985 auf dem heimischen Boden in Göteborg belegte dann Kikki Danielsson mit Bra vibrationer den 3. Platz. Ende der 1980er schafften dann auch Tommy Nilsson mit dem Song En dag auf Platz 4.

Carola (1991)
Carola (1991)

Die 1990er begann relativ unspektakulär: Die Band Edin-Ådahl erreichten mit ihrer ESC-Hymne Som en vind nur Platz 16 in Zagreb, eher gleich ein Jahr später Carola (natürlich Häggkvist) den Eurovision Song Contest 1991 in Rom mit Fångad av en stormvind gewann. Sie lag nach der Abgabe aller Wertungen punktgleich mit dem französischen Beitrag C’est le dernier qui a parlé qui a raison von Amina auf Platz eins. Aufgrund der höheren Anzahl von Höchstwertungen gewann Carola entsprechend damaligen Regeln den Wettbewerb.

1995 und 1996 gab es weitere Top-Platzierungen für Schweden: 1995 in Dublin kam Jan Johansen mit dem Song Se på mej auf Platz 3. 1996 in Oslo wiederholte die Band One More Time dieses Ergebnis mit dem Song Den vilda. Die Bandmitglieder von One More Time sind Peter Grönvall, Nanne Grönvall und Maria Rådsten. Peter Grönvall ist der Sohn von Abba Komponist und Keyboarder Benny Andersson. Ende der 1990er brachte dann eine weitere Sängerin den Eurovision Song Contest nach Schweden: Charlotte Nilsson gewann den Wettbewerb 1999 in Jerusalem mit dem Song Take Me To Your Heaven. 2008 kam sie als Charlotte Perrelli wieder zum Wettbewerb nach Belgrad wo sie mit dem Song Hero jedoch nur Platz 18 erreichte.

carola-schweden-2006
Carola (2006)

In den 2000er kamen sechs der 10 Beiträge unter die Top 10, drei von denen erreichten den 5. Platz. 2001 in Kopenhagen gelang dies der Band Friends mit ihrem ABBA-Verschnitt-Song Listen To Your Heartbeat. 2003 in Riga schaffte das das Duo Fame mit ebenfalls einem ABBA-Verschnitt-Song Give Me Your Love. 2006 in Athen war dann Carola (1983, 1991) wieder einmal am Start mit dem Song Invincible.

Die vier Folgejahre schauten schlecht aus für Schweden. Es schien, als ob schwedische Beiträge nicht mehr gut ankommen. Die Beitrage aus dem Jahr 2007 von der Band The Ark und 2008 von Charlotte Perrelli kamen jeweils auf Platz 18 im Finale, 2009 in Moskau landete die Opernsängerin Malena Ernmann gar auf Platz 21 im Finale, 2010 war es dann soweit: Anna Begendahl bliebt bis heute mit ihrem Song This Is My Life die einzige schwedische Teilnehmerin, die keine Qualifikation ins ESC-Finale schaffte.

Måns Zelmerlöw (2015)
Måns Zelmerlöw (2015)

Die Jahre 2011 bis 2016 sind soweit die besten Jahren Schwedens in seiner Eurovision Song Contest Geschichte. Abgesehen von dem Ausrutscher auf dem heimischen Boden 2013 in Malmö – Platz 14 für Robin Stjernberg und You – schafften alle Teilnehmer eine Top 5 Platzierung. Zwei von denen brachten sogar den 5. und 6. Sieg Schwedens nach Hause.

2011 in Düsseldorf belegte Eric Saade mit dem Song Popular den dritten Platz im Finale. 2012 in Baku siegte Loreen mit dem Song Euphoria. 2014 in Kopenhagen erreichte Sanna Nielsen, die erst in ihrem siebten Melodifestivalen-Anlauf zum Eurovision Song Contest schaffte, den dritten Platz mit Undo. 2015 in Wien war dann Måns Zelmerlöw mit dem Song Heroes siegreich. Letztendlich belegte Frans 2016 in Stockholm den fünften Platz mit If I Were Sorry. Wie geht die schwedische ESC-Story weiter?