1. Halbfinale des 54. Festival RTP da Canção 2020

Im Jahr 3 nach Salvador Sobral sucht Portugal weiterhin nach einem Konzept, den Erfolg von 2017 zu wiederholen. Die Hoffnungsträger haben wir hier schon vorgestellt. Tânia Ribas Dias de Oliveira und Jorge Gabriel führten durch das 1. Halbfinale. In den RTP Studios in Lissabon liessen sie eine bunte Mischung auf die Bühne.

Die Teilnehmer im ersten Halbfinale

Mit kleinen Filmchen, die in der Region rund um Elvas gedreht wurden, wurden die Autoren und Interpreten vorgestellt. Elvas darf in diesem Jahr das nationale Finale zum Eurovision Song Contest ausrichten. Das Event sind schon ausverkauft.

Hier sind nochmals die acht Teilnehmer im ersten Halbfinale:

MEERA – Copo de gin
Filipe Sambado – Gerbera amarela do Sul
Ian Mucznik – O dia de amanhã
Bárbara Tinoco – Passe-Partout
Blasted Mechanism – Rebellion
Elisa – Medo de sentir
JJaZZ – Agora
Throes + The Shine – Movimento

Die Darbietungen

Die acht Teilnehmer gaben ihr Bestes. Auf der einen Seite futuristische Kostüme bei MEERA auf der anderen historisch anmutende Outfits bei Blasted Mechanism. JJaZZ traten in recycelten bunten Plastiktüten auf. Throes + The Shine setzten ihren Titel „Bewegung“ passend auf der Bühne um, so dass das eine Bandmitglied sich hinterher das Knie kühlen musste.

Dahingegen gestaltete Filipe Sambado seinen Bühnenauftritt wie eine Königin, der von trauernden Witwen umgeben schien. Bárbara Tinocos Show erinnerte an den maltesischen Beitrag aus dem Jahr 2013. Klassisch präsentierte sich Ian Mucznik. Sein Lied hätte auch schon in den Siebzigern beim nationalen Concours dabei sein können. Die typische Grand Prix Ballade sang ohne viel TamTam Elisa.

Die Jury

50 % der Wertung lieferte das portugiesische Fernsehpublikum und die Radiohörer, denn der Wettbewerb wurde auch bei Antena 1 übertragen. Die zweite Hälfte steuerte eine siebenköpfige Jury bei. Dazu zählten Capicua, Héber Marques und Miguel Ângelo, die in der Vergangenheit Beiträge zum Festival RTP da Canção einreichten. Der Kritiker Rui Miguel Abreu und die Journalistin Isilda Sanches lieferten den nicht eurovisionären Part im Panel. Mit Anabela und Conan Osíris sassen die portugiesischen Vertreter beim Eurovision Song Contest aus den Jahren 1993 und 2019 in der Jury. Conan Osíris nahm den Platz von José Cid ein.

In der Pause bis zur Wertung wurde an zwei Künstler erinnert. Zum einen sandte man die besten Genesungswünsche zu Isaura, Komponistin des portugiesischen Beitrags aus dem Jahr 2018. Sie kämpft momentan mit einer Krebserkrankung.

Der zweite, dem RTP gedachte, war der Sänger, Songwriter, Schauspieler und Produzent José Mario Branco, der 1975 mit dem Titel „Alerta“ am Festival RTP da Canção teilnahm und Fünfter wurde. Er starb am 19. Npvember 2019 im Alter von 77 Jahren. Branco bleibt als politischer Charakter im künstlerischen Leben Portugals in Erinnerung. Er bezog Stellung gegen das faschistische Regime, welches 1974 mit der Nelkenrevolution weggefegt wurde. Anschließend wurde José Mario Branco zum Sprachrohr für zum Beispiel Osttimor, das jahrelang durch Indonesien besetzt war.

Das Ergebnis

2020 wurden zum ersten Mal die Einzelwertungen nicht bekannt gegeben. Gemäß dem internationalen Wettbewerb werden die Ergebnisse erst nach dem Finale am 7. März veröffentlicht.

Somit wissen wir nur, dass folgende vier Beiträge im Finale des Festival RTP da Canção stehen:

Bárbara Tinoco – Passe-Partout

Elisa – Medo de sentir

Filipe Sambado – Gerbera amarela do Sul

Throes + The Shine – Movimento

Am 29. Februar geht es mit dem 2. Halbfinale weiter.