Eine Startreihenfolge aus Sicht von Eurovision Austria

Dem Vorschlag zum 1. Halbfinale folgt unsere Idee zum 2. Semi des Eurovision Song Contests. Christer Björkman hat 2013 den Anfang gemacht und ein Aufschrei ging durch die Fangemeinde. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt und ein Spiel ist daraus geworden. Ähnlich wie das Öffnen der Umschläge in den Halbfinals lädt auch die Startreihenfolge zu Mutmaßungen ein.

Das israelische Produktionsteam wird sich in den nächsten Tagen zusammensetzen, um eine Startfolge festzulegen. Nach den letzten Bekanntmachungen aus Armenien und Malta nehmen wir die Titel schon jetzt unter die Lupe und spielen ein wenig Christer Björkman.

Das zweite Halbfinale gilt als das stärkere Semi und hat 17 englischsprachige Titel im Rennen. Hier wird die Dynamik der Songs den Ausschlag für die Platzierung geben.

Hier unser Vorschlag für die erste Hälfte des 2. Halbfinals

Die erste Hälfte des zweiten Halbfinals überzeugt mit einer deutlichen Frauenquote. Sechs rein weiblich vorgetragene Beiträge stehen zwei von Männern gesungene Songs gegenüber. Das einzige Duo in dieser Hälfte wird von der weiblichen Stimme dominiert. Die Problematik liegt jedoch darin, dass grad die Herren die schwungvolleren Titel singen und einen guten Auftakt darstellen würden.

1. Armenien: Srbuk – Walking Out
Aufgrund des Männermangels würden wir anstatt poppig eher dramatisch beginnen. Als Beispiel diente hier Armenien 2014 mit Aram Mp3. So bleiben wir dann auch bei dieser Kaukasusrepublik und eröffnen mit Srbuk.

2. Dänemark: Leonora – Love Is Forever
Nach so viel Dramatik darf es etwas ruhiger werden, aber es muss trotzdem den Zuschauer fesseln. Die Start-Nr. 2 neigt ja dazu schnell mal unterzugehen. Daher nehmen wir das feine, aber doch sehr einprägsame Lied aus Dänemark, das durch seine Art einen mitnimmt.

3. Lettland: Carousel – That Night
Zwei Lieder in diesem Halbfinale bedienen vornehmlich die leisen Töne. Neben Österreich ist das vor allem Lettland. Nach Dänemark, das ja nicht mit zu viel Radau schliesst, dürfte das lettische Duo gut zur Geltung kommen.

4. Schweden: John Lundvik – Too Late For Love
An Start-Nr. 4 muss die Show wieder an Fahrt gewinnen und da darf nun einer der Herren ran. Wir ziehen John dem Luca vor, da der schweizerische Beitrag mehr Stakkato artige Rhythmen enthält, welches weniger zu dem lettischen Song kontrastiert. Zudem fängt Schweden etwas ruhiger an.

5. Moldau: Anna Odobescu – Stay
Nach dem typisch poppigen Eurovisionsbeitrag dürfen wir eine adäquate Ballade nehmen. Moldau, das letztes Jahr mit einer Verwechslungskomödie auf der Bühne glänzte, bedient dieses Jahr dasGenre, das immer wieder vertreten ist.

6. Österreich Pænda – Limits
Im Gegensatz zu den Monsterballaden, die noch in der zweiten Hälfte auf uns warten, kann man nach Anna Odobescu ein ruhiges Lied folgen lassen. Den sehr gefühlvollen Song Limits von Pænda lässt sich hier gut platzieren. Eine weitere Überlegung war Österreich als Achtes zu nehmen, aber es ist besser den Song vor als nach einem schnelleren Titel zu hören.

7. Schweiz: Luca Hänni – She Got Me
Da das Verhältnis unter den weiblich dominierten Liedern gewahrt werden muss, sollte nun wieder ein Mann folgen. Luca Hänni hätte man auch gut als Opener nehmen können, was das Produktionsteam vielleicht auch macht, aber dann würden viele Frauen geballt nacheinander folgen. Da darf man gespannt sein, wie sich das Produktionsteam verhält. Wir setzen ihn auf Nr. 7, um wieder etwas mehr Schnelligkeit in die Reihung zu kriegen.

8. Rumänien: Ester Peony – On A Sunday
Rumänien bringt dieses Jahr ein eher experimentelleres Lied mit, dass auf der einen Seite etwas langsamer, aber durch seinen Aufbau eine gewisse Dynamik aufweist. Daher darf der Song ruhig nach dem eingängigen Song aus der Schweiz folgen ohne unterzugehen.

9. Irland: Sarah McTernan – 22
Nun bleibt Irland noch übrig. Es wartet wie der dänische und österreichische Song nicht mit einer bombastischen Orchestrierung auf, aber vertraut auf eine eingängige Melodie. Das Lied hebt sich daher vom rumänischen Beitrag ab und wirkt wohltuend als Übergang zur teilweise sehr dramatischen zweiten Hälfte.

Hier der Vorschlag für die zweite Hälfte des 2. Halbfinals

Die zweite Hälfte überzeugt mit einem Männerüberschuss. 5 Männer stehen 3 weiblich gesungenen Songs gegenüber. Dazu kommt noch die Gruppe aus Norwegen. Der einzige nicht englischsprachige Song des Halbfinals steckt in diesem Abschnitt und gleich drei Favoriten der Buchmacher muss man hier verteilen.

10. Kroatien: Roko – The Dream
Drei Powerballaden warten auf uns in der zweiten Hälfte. Die müssen gut voneinander getrennt werden. Man kann davon ausgehen, dass es wohl keine Pause nach Lied Nr. 9 gibt. Daher darf dem eher feingestrickten Lied aus Irland eine der großen Balladen folgen. Nach so vielen Frauen können wir nun wieder über Männer verfügen und wir entscheiden uns für den Kroaten Roko anstatt Sergey Lazarev aus Russland, denn den vermuten wir eher zum Ende der Starterliste.

11. Malta: Michela Pace – Chameleon
Nach so viel Dramatik kann nun mal wieder was Flotteres kommen. In der zweiten Hälfte gibt es neben Malta nur noch Norwegen und Aserbaidschan, die mit etwas mehr Drive überzeugen. Wir nehmen Malta, um einen besseren Kontrast zu der fließenden Ballade von Roko zu schaffen.

12. Niederlande: Duncan Laurence – Arcade
Malta ist schnell, aber nicht über orchestriert. Deshalb kann an dieser Stelle die eher ruhig fliessende Ballade aus den Niederlanden setzen. Duncan Laurence, der momentan hoch gehandelt wird, sollte auch möglichst weit weg von seinem Konkurrenten aus Russland stehen, da die beiden in ähnlichen Gewässern fischen.

13. Norwegen: KEiiNO – Spirit In The Sky
Um einen guten Kontrast zu den Niederlanden zu schaffen, darf nun wieder etwas Schwungvolleres sein. Und wieder sind Aserbaidschan und Norwegen zu nennen. Dieses Mal nehmen wir Norwegen. Auch wenn dadurch zwei Favoriten aufeinander folgen, dürften sie sich nicht in die Quere kommen. Zudem wäre mit Aserbaidschan wieder ein Mann am Start.

14. Nordmazedonien: Tamara Todevska – Proud
Und schon muss wieder eine Ballade folgen. Wir haben ja einige davon. Nordmazedonien mit Tamara Todevska würde hier gut passen, denn nun kann auch mal wieder eine Solistin an den Start gehen.

15. Aserbaidschan: Chingiz – Truth
Von Drama wieder zu gängiger Tanzmusik und da ist nun endlich Chingiz aus Aserbaidschan gefragt. Er bringt wieder etwas mehr Schwung ins Halbfinale bis zur nächsten Ballade.

16. Albanien: Jolinda Maliqi – Ktheju Tokës
Auch Albanien kommt mit einem getragenen Lied daher. Es ist das einzige nicht englischsprachige Lied. Norwegen hat zwar auch Sami-Elemente im Song und der kroatische Song könnte zum Teil auch in der Nationalsprache erklingen, aber beide Lieder sind nach unserer Reihung weit genug weg.

17. Litauen: Jurijus – Run With The Lions
Wie eine Fieberkurve besteht diese Hälfte des Halbfinals aus Balladen und etwas schnelleren Songs. Nicht ganz so viel Dynamik, aber mit einer gewissen Rhythmik präsentiert sich der Song aus Litauen Run with the Lions. Er nutzt eher gängigere Klänge im Gegensatz zu dem Lied aus Albanien.

18. Russland: Sergey Lazarev – Scream
Zum Schluss darf dann noch ein richtiger Kracher folgen. Russland will es in diesem Jahr wissen und schickt Sergey Lazarev ins Rennen. Der Zuschauer wird nochmals wachgerüttelt, denn der Song schreit regelrecht nach Aufmerksamkeit.

Das ist nun unser Vorschlag für das zweite Halbfinale. Was haltet ihr von unseren Ideen? Mal sehen, ob wir das Produktionsteam überzeugen konnten. In ein paar Tagen wird die tatsächliche Startreihenfolge bekannt gegeben.

8 KOMMENTARE

    • Wenn ich mir die Running Order der Finale 2017 und 2018 ansehe und man davon ausgeht, dass ein früher Start nicht günstig ist, dann kann es natürlich auch Zufall sein dass Österreich so früh starten musste. Im Halbfinale 2018 startete Cesár Sampson spät und wenn man sich die Punkte ansieht bekam er von den Televotern einen Punkt mehr als von den Juries. Im Finale startete er früh was sich sofort im Televoting niederschlug.

    • Naja spät kann man Startnummer 13 nicht nennen, wenn die Hälfte mit 11 begonnen hat. Aber du hast Recht, man erkennt ein gewisses Muster anhand der Startnummern.

    • Das könnte passieren, schließlich ist Björkman wieder am Werk und es ist ja bekannt wie sehr er Österreich liebt.

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