Press_17mai (3)Wien, Österreich – Zweite Proben und Pressekonferenzen der fixen Finalisten.

Heute haben die sieben fix qualifizierten Finalisten – Italien, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Spanien, Australien – ihre zweiten Proben und die Pressekonferenzen abgehalten. Hier unser Eindruck über die Einzelproben:

Italien

Eine der Top Favoriten heuer sind die Italiener Il Volo. Gianluca, Ignazio und Piero sind auf der Bühne stimmlich top, die Inszenierung ist eher statisch, aber man möchte sich wohl ganz klar auf die jugendliche Ausstrahlung und die Stimmen der drei konzentrieren. Sie gelten zu Recht als Anwärter auf den Sieg. Die Pressekonferenzen der drei sind immer bis auf den letzten Platz gefüllt, wir hatten ja das Glück die Jungs in einem Videointerview zu treffen. Wir wünschen toi, toi, toi!

Großbritannien

Die Engländer schicken heuer das Duo Electro Velvet mit einer swingenden Nummer ins Rennen. Total retro, aber dennoch mit einem gewissen Charme und Ohrwurmcharakter. Die Inszenierung in der Halle ist bunt, die beiden kommen jeweils von einer Treppe, die im gesamten Stöckelschuhe darstellen, ganz witzig eigentlich. Leider merkt man, dass die Sängerin Bianca mit dem Tanzen und Bewegen etwas Probleme zu haben scheint, da hilft auch das Lächeln von Sänger Alex nichts. Würde die Nummer von ihren vier Backgroundsängerinnen und -sängern alleine getragen, würde die Nummer wohl glaubwürdiger rüberkommen. Bleibt zu hoffen, dass es noch gelingt, dass die beiden Hauptprotagonisten etwas mehr von der Begeisterung ihres Backgrounds reinlegen, sonst sehe ich eher schwarz für eine gute Platzierung.

Frankreich

Lisa Angell ist eine wunderbare Chansonsängerin und Frankreichs Beitrag ist ein Titel, der diesem Genre gerecht wird. N’oubliez pas ist einer der wenigen Titel in Landessprache, was mir allein schon deswegen imponiert und gefällt. Die Bühneninszenierung ist gepägt von fiktiven Landschaften, Friedenstauben und einem Trommlerkorps, wobei nur 4 Trommler live auf der Bühen sind und eine Schar Trommler im Hintergrund virtuell marschieren. Ein schönes Bild. Ein Song, der für Hoffnung, Frieden, Courage und Solidarität steht. Für mich nicht überraschend, dass Frankreich ein Chanson dieser Art entsendet, bedenkt man die schrecklichen Vorfälle in Paris vor wenigen Monaten. Hier ruhige Töne anzuschlagen und keine Tralala-Nummer zu senden ist in diesem Zusammenhang eigentlich nur logisch. Ich wünsche Lisa bonne chance, ich bin gespannt, wie der Beitrag bei so vielen tollen Balladen, die es heuer gibt, abschneiden wird.

Österreich
(Kommentar von Harald)

The Makemakes sind die österreichische Hoffnung beim ESC in diesem Jahr. Nur leider wird diese Hoffnung wohl arg gebäutelt werden. So gut der Song ist, so langweilig ist die Inszenierung auf der großen ESC Bühne. Das Styling der drei muss leider als katastrophal bezeichnet werden. Selbst junge Volunteer-Teeniemädels, die wir befragt haben, gefällt das Styling der drei nicht. Schade, der Sänger ist ein attraktiver Typ, nur versteckt er dies perfekt unter diesem Hut und den Haaren. Den Styling-Vogel abgeschossen hat definitiv der Gitarrist, der an Waterloo und Robinson aus den tiefsten 70er Jahren erinnert. Alles in allem, schaaaaaade!

Österreich
(Kommentar von Johannes)

Als zweites Land betrat heute Österreich, vertreten durch The Makemakes die Song Contest Bühne. Sie meisterten die Proben in gewohnter locker-flockigen Stimmung. Sehr reduziert und zurückhaltend performten sie ihren Song I Am Yours. In dunkler Atmosphere, nur durch Scheinwerfer unterstützt legten die 3 Jungs einen soliden, aber eher einen monotonen Proben-Auftritt hin. Dodo (Dominic) Muhrer sitzt am Klavier und zeichnet sich durch seine einzigartige Stimme aus. Max (Markus) Christ an der Bass-Gitarre schwingt sich sozusagen durch den Song, ein richtiger Hingucker sind sein Outfit und sein spezielles Styling. Last but not least komplettiert der Schlagzeuger Flo (Florian) X. Meindl die Band The Makemakes. Am Beginn ist die Lichtstimmung ganz kühl in blau und weiß gehalten, welche sich zum Schluss in eine gelb orange – fast goldige – Stimmung verändert.

Bei der anschließenden Pressekonferenz plauderten sie unter anderem über ihr Album, über ihr Bier und über das Gefühl auf der ESC-Bühne zu stehen. Internationale Luft konnten sie schon mal vor 2 Jahren schnuppern, als sie mit Bon Jovi auf der Bühne standen. Weiters wurden sie auf den Special-Effekt angesprochen da es ja geplant ist, dass das Klavier zu brennen beginnen soll. Der Head of Delegation von Österreich meinte, dass wir das am Freitag beim Jury Finale und am Samstag beim Grand Final sehen werden.

Deutschland

Ann Sophie legte einen sehr selbstsicheren Auftritt hin und präsentierte ihren Song Black Smoke mit beeindruckender Stimme. Ihr schlichter Kleidungsstil – schwarzer Pantsuit, High Heels und ein dominanter Ohrring – passt perfekt zur Performance auf der Bühne. Große Scheinwerfer in warmen Farben hüllen Ann Sophie in eine schöne Atmosphere. Die 24-jährige Ann Sophie ist die zweite Künstlerin in Folge, die Deutschland über den Gewinn einer Wildcard beim Song Contest vertritt. Black Smoke wurde von Michael Harwood, Ella McMahon und Tonino Speciale komponiert und getextet.

Leicht angeschlagen, wie sie eben bei der Pressekonferenz verkündete, hofft sie bis Freitag wieder ganz fit zu werden. Heute wurden auch einige Änderungen bezüglich Outfit vorgenommen, welche jedoch gleich wieder revidiert wurden. Ihre goldenen High Heels waren ihr heute zu hoch und diese bot sie gleich einer Journalistin bei der Pressekonferenz an. Alles in allem ein sehr gut gemachter Beitrag von unseren deutschen Nachbarn, welcher auch international guten Anklang findet.

Spanien

Edurne singt mit südländischem Temperament und viel Gefühl ihre Ballade Amanecer. Die gut gemachte Bühnenshow erzählt eine Geschichte und wird durch Tänzer und Outfitwechsel unterstützt. Zu Beginn an trägt sie ein rotes Kleid, welches ihr dann gewissermaßen vom Leib gerissen wird und sie in einem goldenen Kleid auf der Bühne steht. Sehr dramatische Hintergrundgrafiken runden ihren kriegerischen Auftritt ab und machen Edurne zu einer Göttin auf der Bühne. Die Musik stammt von Tony Sánchez-Ohlsson, Peter Boström und Thomas G:son.

Die spanische Schönheit präsentierte sich bei der Pressekonferenz sehr sympathisch. Man merkt richtig, wie das Eurovision Herz der Spanier höher schlägt – Begeisterung machte sich in allen Reihen breit. Edurne ist ein fixer Bestandteil der spanischen Musikszene. Mit ihrem Popsong Amanecer (Morgengrauen) wird sie im Finale zu sehen sein – Daumendrücken wird dann sicher auch ihr Freund und Manchester-United-Tormann David de Gea. Die Karriere der Popsängerin Edurne begann mit der spanischen Talentshow „Operacion Triunfo“. Die Bühne ist ihr Zuhause, neben ihrem Gesangstalent hat sie auch bewiesen, dass sie eine ausgezeichnete Tänzerin ist.

Australien

Guy Sebastian betrat heute zum zweiten Mal die Song Contest Bühne. Mit einem breiten Lächeln und einem perfekten Styling performte er sein Stimmungslied Tonight Again. Unterstützt durch die Background-Sängerinnen wird Australien zu einem in sich stimmigen Auftritt. Im Hintergrund wird ein Highway gezeigt, welcher in eine Großstadt führt und die Zuschauer zu einer Partynacht einlädt. Ganz überzeugen konnte mich sein Auftritt nicht, aber zum Schluss hin wird es eine ganz gute Performance. Guy wird mit seiner positiven Art bestimmt das eine oder andere Herz am Samstag beim großen Finale erobern.

Mit australischem Charme kam er nach der Präsentation seiner Postcard zum Pult und beantwortete die Fragen der Journalisten. Der in Malaysia geborene Guy Sebastian startete seine Karriere vor mittlerweile zwölf Jahren mit seinem Sieg bei der ersten Staffel der Castingshow „Australian Idol“. Sieben seiner acht Alben wurden seitdem mit Platin und teils Doppelplatin veredelt, sechs Singles schafften den Sprung an die Spitze der australischen Charts und feierten auch in Neuseeland und im asiatischen Raum große Erfolge. Der Song Tonight Again schrieb er gemeinsam mit David Ryan Harris und Louis Schoorl. Wir dürfen schon sehr auf Samstag gespannt sein, wie Australien bei seinem Song Contest Debüt abschneiden wird – als Geheimfavorit wird er ja durchaus bei einigen gehandelt.

Harald, Johannes, Bernd
eurovision-austria.com

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