Bulgarien gewinnt das 70. Eurovision Song Contest 2026 in Wien!

Foto: Corinne Cumming/EBU

Ein historischer Sieg für Bulgarien, starke Auftritte aus ganz Europa und eine Show, die Wien in ein glitzerndes Eurovision Song Contest verwandelte – das Finale 2026 bot große Emotionen, überraschende Ergebnisse und jede Menge Gesprächsstoff.

Glanz, Drama und Punktefieber

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Bulgarien, das erst in diesem Jahr auf die ESC-Bühne zurückgekehrt war, gewann überraschend den Eurovision Song Contest in Wien. Sängerin DARA sorgte mit ihrem Song Bangaranga für einen der mitreißendsten Auftritte des Abends. Ein treibender Beat, folkloristische Elemente und eine selbstbewusste Performance machten den Beitrag zu einem echten Publikumsliebling. Mit insgesamt 516 Punkten setzte sich Bulgarien klar gegen die Konkurrenz durch und feierte den ersten ESC-Sieg seiner Geschichte.

Auf Platz zwei landete Israel – und das durchaus dramatisch. Noam Bettan sorgte mit Michelle für einen der emotionalsten Momente des Abends. Bei der Punktevergabe des Publikums sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als könnte Israel den Sieg holen. Am Ende lag Israel mit 343 Punkten zwar deutlich hinter Bulgarien, doch sie reichten für Silber.

Rumänien schnappte sich mit Alexandra Căpitănescu und dem provokanten Titel Choke Me den dritten Platz. Der Auftritt war düster, modern und alles andere als gewöhnlich. Während andere auf klassische ESC-Muster setzten, brachte Rumänien eine Portion musikalischen Mut auf die Bühne – und wurde dafür mit 296 Punkten belohnt. Ein Beitrag, der polarisierte, aber genau dadurch im Gedächtnis blieb.

Australien verpasste das Podium nur knapp, durfte sich mit Platz vier aber dennoch zu den Gewinnern des Abends zählen. Delta Goodrem überzeugte mit ihrer kraftvollen Hymne Eclipse und einer gewohnt souveränen Performance. 287 Punkte bedeuteten am Ende ein hervorragendes Resultat – und bestätigten einmal mehr, dass Australien beim ESC längst nicht mehr nur exotischer Gast, sondern ernstzunehmender Titelkandidat ist.

Italien landete mit 281 Punkten auf einem starken fünften Platz und bewies einmal mehr, dass das Land beim ESC eine feste Größe ist. Sal Da Vinci brachte mit Per sempre sì genau das auf die Bühne, was man von einem italienischen Beitrag erwartet: viel Gefühl, große Melodien und eine Portion Sanremo-Flair. Sein Auftritt kam ohne spektakuläre Effekte aus, dafür mit umso mehr Charme.

Die Top-Favoriten Finnland und Griechenland

Finnland musste beim ESC-Finale 2026 mit Linda Lampenius x Pete Parkkonen eine gewisse Enttäuschung hinnehmen, denn als einer der im Vorfeld gehandelten Top-Favoriten reichte es am Ende nur für Platz 6. Ihr Beitrag Liekinheitin verband klassische Violin-Elemente mit modernem Pop- und Rocksound und sorgte zwar für einen stilistisch eigenständigen und hochwertigen Auftritt, konnte die hohen Erwartungen im Vorfeld aber nicht ganz erfüllen. Gerade nach den starken Prognosen im Vorfeld wirkte das Ergebnis etwas ernüchternd – auch wenn Finnland musikalisch und performativ erneut zeigte, wie experimentierfreudig und ambitioniert das Land beim ESC auftritt.

Griechenland landete beim ESC-Finale 2026 in Wien mit Akylas und dem Song Ferto auf Platz zehn und damit zwar noch in den Top Ten, insgesamt aber eher mit einem Ergebnis, das im Land wohl gemischt aufgenommen wird. Der Beitrag setzte auf eine effektreiche Inszenierung mit vielen visuellen Elementen, doch der große Durchbruch blieb am Ende aus. Platz zehn ist unterm Strich ein solides, aber eher enttäuschendes Resultat für einen Act, dem im Vorfeld durchaus mehr zugetraut worden war.

Österreich und Deutschland auf den hinteren Pläzten

Österreich durfte beim ESC-Finale in Wien zwar als Gastgeber glänzen, landete mit Cosmó und Tanzschein am Ende auf dem vorletzten Platz. Cosmó lieferte eine souveräne Performance mit viel Energie und Bühnenpräsenz und sorgte in der Stadthalle für gute Stimmung, doch im starken internationalen Feld reichte es nicht für die vorderen Plätze. Trotzdem: Für das Gastgeberland war es ein respektabler Auftritt, der vor allem beim heimischen Publikum sichtbar ankam.

Auch Deutschland erlebte beim ESC-Finale in Wien einen eher ernüchternden Abend und fand sich am Ende im Ranking nur einen Platz vor Gastgeber Österreich wieder. Sarah Engels trat mit ihrem Song Fire an und brachte eine solide, professionell inszenierte Performance auf die Bühne, die beim Publikum jedoch nur begrenzt zündete. Trotz einer stimmigen Show blieb der große ESC-Moment aus, sodass am Ende nur Platz 23 zu Buche stand. Für Deutschland bedeutet das erneut einen enttäuschenden Ausgang – und die altbekannte Frage, wie der ESC-Fluch endlich gebrochen werden kann.

Ein Finale voller Glanz, Gefühl und großer Showmomente

Das ESC-Finale 2026 in Wien hatte am Ende genau das geliefert, wofür der Eurovision Song Contest steht: eine große, bunte und manchmal herrlich überdrehte Show. Von aufwendig inszenierten Bühnenbildern über starke Live-Performances bis hin zu emotionalen Momenten war alles dabei, was einen langen Fernsehabend kurzweilig macht. Die Wiener Stadthalle zeigte sich dabei als perfekter Gastgeber – technisch präzise, visuell opulent und mit viel Liebe zum Detail inszeniert.

Auch das Rahmenprogramm zum Jubiläum setzte Akzente: Rückblicke auf vergangene ESC-Momente, überraschende Auftritte ehemaliger Gewinnerinnen und Gewinner und eine spürbar festliche Atmosphäre machten den Abend zu mehr als nur einem Wettbewerb. Am Ende blieb vor allem der Eindruck eines ESC, der sich selbst treu bleibt – ein bisschen chaotisch, sehr emotional und genau deshalb jedes Jahr wieder ein Ereignis, über das ganz Europa am nächsten Tag spricht.

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