EBU verschärft Regeln für den ESC 2026

EBU

ESC 2026 bekommt neues Voting-System und strengere Promotion-Vorgaben

Mit einem umfassenden Reformpaket will die Europäische Rundfunkunion den Eurovision Song Contest transparenter, fairer und politisch neutraler machen. Ab 2026 gelten strengere Promo-Regeln, das Voting wird angepasst und die Jury kehrt in die Semifinals zurück.

Strengere Regeln gegen externe Einflussnahme

Die Europäische Rundfunkunion hat ihr Regelwerk für den Eurovision Song Contest 2026 überarbeitet und will damit nach eigener Aussage „Transparenz, Verantwortlichkeit und Neutralität stärken“. Zentral ist eine Verschärfung der Vorgaben zur Promotion: Künstler, Sender und Labels dürfen ihre Beiträge weiterhin professionell bewerben, externe Kampagnen – insbesondere solche, die von Regierungen oder staatlichen Stellen ausgehen – sind jedoch ausdrücklich verboten. Hintergrund ist unter anderem der diesjährige Fall einer israelischen PR-Agentur, die massiv für den Beitrag ihres Landes geworben hatte. Nachgewiesene Versuche, das Ergebnis zu beeinflussen, sollen künftig konsequent sanktioniert werden.

Neuer Voting-Rahmen

Auch beim Voting gibt es Neuerungen: Die Zahl der möglichen Stimmen pro Zuschauer wird von 20 auf zehn reduziert – ein Schritt, den mehrere Rundfunkanstalten gefordert hatten. Noch bedeutender ist jedoch die Rückkehr der Fachjurys in die Semifinals. Ab 2026 gilt wieder ein 50/50-System aus Jury- und Publikumswertung in allen Shows. Die Jurys werden auf sieben Mitglieder erweitert und sollen breiter aufgestellt werden; mindestens zwei Juroren müssen zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Alle Jury-Mitglieder müssen eine Erklärung zur Unparteilichkeit unterzeichnen. Zudem sollen verbesserte technische Sicherheitsmaßnahmen Manipulationen beim Voting verhindern.

EBU will ESC als neutralen Raum stärken

EBU-ESC-Direktor Martin Green betonte, Ziel der Reformen sei es, „Neutralität, Fairness und Integrität“ des Wettbewerbs zu sichern und den Fokus auf Musik und Kreativität zu stärken. Der ESC müsse auch 2026 – seinem 70. Jubiläum – ein Ort bleiben, an dem Musik im Mittelpunkt steht und Künstler, nicht Regierungen, das Wort haben. Der Song Contest funktioniere nur dann, „wenn er Menschen verbindet und nicht trennt“. Die Änderungen wurden vom ESC-Reference-Group-Gremium gebilligt und sollen nach dem Contest 2026 erneut evaluiert werden. Die endgültige Teilnehmerliste für Wien soll wie üblich noch vor Weihnachten veröffentlicht werden.

Was sagt ihr zum neuen EBU-Reformpaket? Insbesondere zur Anpassung des Votings und der Jurys in den Semifinals?

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