ESC 2026 / Semifinale 1

Das erste Semifinale des Eurovision Song Contest 2026 geht am 12. Mai über die Bühne: 15 Länder treten an und kämpfen um zehn Finaltickets für die große Show am 16. Mai. Wer den Sprung ins Finale schafft, entscheiden Jury und Publikum der teilnehmenden Länder gemeinsam. Mit abstimmen dürfen in diesem Semifinale auch Deutschland und Italien.

Finnland / Linda Lampenius & Pete Parkkonen / Liekinheitin

Die finnische Konzertviolinistin Linda Magdalena Cullberg Lampenius ist international bekannt als Linda Brava 🡕. Sie gilt als vielseitige Musikerin und verbindet klassische Musik mit Genres wie Pop, Rock, Jazz, Folk und Filmmusik. Sie stammt aus einer schwedischsprachigen Musikerfamilie in Helsinki. Schon als Kind trat sie öffentlich auf und begann mit fünf Jahren Violine zu spielen. Sie studierte an der Sibelius-Akademie und entwickelte sich früh zur Solistin und Konzertmeisterin. Internationale Meisterkurse und Orchesterarbeit prägten ihre Ausbildung. Sie konzertierte weltweit als klassische Solistin und Kammermusikerin mit renommierten Orchestern und Künstlern. Neben der Klassik machte sie auch international mit Pop- und Rockprojekten auf sich aufmerksam und arbeitete u. a. mit Andrew Lloyd Webber zusammen. Ihre Alben reichen von klassischem Repertoire bis zu Folk-, Welt- und Weihnachtsmusik; mehrere Veröffentlichungen waren kommerziell erfolgreich.

Pete Eemeli Parkkonen 🡕 ist ein finnischer Sänger, der 2008 durch die Castingshow „Idols“ bekannt wurde, in der er den dritten Platz belegte; anschließend erhielt er einen Plattenvertrag bei Sony BMG und startete eine erfolgreiche Solokarriere. Sein Debütalbum First Album (2009) erreichte Platz 1 der finnischen Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet; nach zunächst englischsprachigen Veröffentlichungen wechselte er später zu finnischsprachiger Popmusik und veröffentlichte weitere Alben sowie trat regelmäßig bei Festivals und im Fernsehen auf.

Georgien / Bzikebi / Replay

Die georgische Musikgruppe Bzikebi 🡕 (Wespen) gewann 2008 den Junior Eurovision Song Contest mit Bzz.. – alle Mitglieder, Giorgi Shiolashvili, Mariam Kikuashvili und Mariam Tatulashvili, waren damals gerade einmal zehn Jahre alt. 2026 kehrt die Gruppe auf die ESC-Bühne zurück und vertritt Georgien beim Eurovision Song Contest. Damit sind sie bereits die vierte Junior-ESC-Siegerin oder -Gruppe, die später beim „Erwachsenen“-ESC antritt, nach den Tolmachevy Sisters (2014), Destiny Chukunyere (2021) und Iru Khechanovi (2023).

Griechenland / Akylas / Ferto

Ein junger, dynamischer Künstler mit unverwechselbarem Sound und starker Bühnenpräsenz: Akylas 🡕 gelang 2024 mit der Hitsingle Atelié der große Durchbruch. Der Self-made-Musiker aus Serres besuchte dort die Musikschule und schärfte sein Performance-Talent zusätzlich in Theaterworkshops, bevor er nach Athen zog und mit viralen Coverversionen auf TikTok erstmals größere Aufmerksamkeit erlangte. Seitdem hat sich Akylas als mitreißender Live-Performer etabliert und formt einen modernen, multikulturellen Sound mit klarer griechischer Identität. Sein ESC- Song Ferto wurde gemeinsam von Akylas, Papatanice und TEO.x3 komponiert, während die Lyrics von Akylas und Orfeas Nonis stammen.

Kroatien / LELÉK / Andromeda

LELÉK ist eine Pop-Folk-Girlgroup, die erstmals bei der nationalen Vorentscheidung Dora 2025 größere Aufmerksamkeit erhielt: Mit dem Song The Soul of My Soul erreichte die Formation sowohl im ersten Semmifinale als auch im Finale jeweils den vierten Platz. Ein Jahr später gewann die Gruppe die Dora 2026 und sicherte sich damit das Ticket für den Eurovision Song Contest 2026, bei dem sie Kroatien mit dem Titel Andromeda vertreten wird. Der Song wurde von Filip Lacković, Zorja Pajić und Lazar Pajić komponiert, der Text stammt von Tomislav Roso. Zur Besetzung gehören Inka Večerina Perušić, Judita Štorga, Korina Olivia Rogić, Lara Brtan und Marina Ramljak.

Moldau / Satoshi / Viva, Moldova!

Vlad Sabajuc, besser bekannt als Satoshi 🡕, ist ein moldauischer Sänger, Songwriter, Rapper und Komponist aus Cahul. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für Musik, begann in der siebten Klasse zu komponieren und brachte sich selbst das Schlagzeugspielen bei. 2019 startete er sein Musikprojekt Satoshi und unterschrieb 2022 einen Vertrag beim Label „Versus Artist“ der BR Media Group. Nach seinem Studium an der Academy of Music, Theatre and Fine Arts in Chișinău trat er im Januar 2026 mit Viva, Moldova! bei der „Finala Națională“ an und gewann sowohl das Publikumsvoting als auch die Stimmen der nationalen und internationalen Jury – damit sicherte er sich das Ticket für den Eurovision Song Contest 2026 in Wien.

Portugal / Bandidos do Cante / Rosa

Bandidos do Cante 🡕 sind eine portugiesische Musikgruppe aus Beja (Alentejo), bestehend aus Miguel Costa, Duarte Farias, Francisco Raposo, Luís Aleixo und Francisco Pestana. Die Band verbindet den traditionellen Cante Alentejano mit modernen Pop-Elementen. Bekannt wurden sie 2022 durch ihren Gesangsbeitrag zum Song Casa von DAMA & Buba Espinho; zuvor traten sie unter dem Namen Amigos do Alentejo auf. 2024 veröffentlichten sie ihre erfolgreiche Debütsingle Amigos Coloridos, 2025 folgte Já Não Há Pardais No Céu. 2026 erschien ihr erstes Album Bairro das Flores.

Schweden / Felicia / My System

Felicia Agneta Eriksson ist eine schwedische Sängerin aus Botkyrka bei Stockholm. Bekannt wurde sie zunächst als maskierte Kunstfigur Fröken Snusk 🡕, die vom Produzenten Rasmus Gozzi geschaffen wurde und mit EPA-Dunk-Songs große Erfolge in Schweden erzielte, darunter den Nummer-eins-Hit Rid mig som en dalahäst. 2024 nahm sie mit Unga & fria am „Melodifestivalen 2024“ teil und gewann zudem die schwedische Version von „The Masked Singer“. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Gozzi im Jahr 2025 startete sie unter dem Namen Felicia 🡕 ihre Solokarriere und veröffentlichte die Single Black Widow.

Belgien / ESSYLA / Dancing on the Ice

ESSYLA 🡕 geht für Belgien beim 70. Eurovision Song Contest in Wien an den Start. Bekannt wurde die Sängerin einst in „The Voice Belgium“, bevor sie sich 2023 mit ihrer Debüt-EP „I’ll Be Okay“ neu erfand: Aus Alice wurde ESSYLA (Alice rückwärts) – ein Künstlername mit klarer Botschaft rund um Selbstbestimmung und Selbstwert. Ihr ESC-Song Dancing on the Ice, entstanden bei einem Songwriting-Camp der SABAM (Belgischer Autorenverband) und gemeinsam mit Indie-Folk-Newcomer Benni (belgischer Star der Indie-Folk-Szene) geschrieben, verbindet kraftvollen Elektropop mit einer optimistischen Botschaft über Durchhaltewillen und Hoffnung. Das sinnlich-moderne Video inszenierten James Barbosa und Choreograf David Vandenplas, während Produzent Nicolas D’Avell gemeinsam mit Emil Stengele für den Feinschliff sorgte. Mit vielseitiger Stimme, selbst eingesungenen Backings und einem überraschenden arabischen Touch will ESSYLA nun – ausgewählt vom Sender RTBF – ihren großen ESC-Traum leben.

Estland / Vanilla Ninja / Too Epic To Be True

Vanilla Ninja 🡕 wurde im August 2002 in Estland als vierköpfige Girlgroup gegründet und bestand zunächst aus Maarja Kivi, Lenna Kuurmaa, Katrin Siska und Piret Järvis; Produzent war Sven Lõhmus. Nach ersten Erfolgen in Estland gelang der internationale Durchbruch ab 2003/04 mit dem Umzug nach Deutschland und Hits wie Tough Enough und When the Indians Cry. Das zweite Album „Traces of Sadness“ wurde ein großer Erfolg im deutschsprachigen Raum, während es mehrfach zu Besetzungswechseln kam. 2005 vertrat die Band mit Cool Vibes die Schweiz beim Eurovision Song Contest und erreichte Platz acht. In den folgenden Jahren erschienen weitere Alben, Tourneen und Soloprojekte, ehe es längere Pausen gab. 2021 feierte die Gruppe mit dem Album „Encore“ ihr Comeback, seit 2024 ist sie wieder aktiv und gewann mit Too Epic to Be True den Eesti Laul 2026, womit Vanilla Ninja Estland beim Eurovision Song Contest 2026 vertreten.

Israel / Noam Bettan / Michelle

Noam Bettan 🡕, geboren am 5. März 1998 in Ra’anana, Israel, ist ein israelischer Sänger und Songwriter, der nach seinem Sieg in der zwölften Staffel von „HaKokhav HaBa“ Israel beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien vertreten wird. Bettan wuchs als Sohn französischer Einwanderer in Ra’anana auf, lebte zeitweise aber auch in Frankreich. Seine musikalische Karriere begann er 2017 gegen Ende seines Militärdienstes. 2018 belegte er in der Sendung „Aviv or Eyal“ den dritten Platz, ab 2021 arbeitete er an seinem Debütalbum und veröffentlichte erfolgreiche Singles wie One-Day Love, und K.O.. In den Jahren 2022 und 2023 folgten weitere Songs sowie sein Debütalbum „Über dem Wasser„, aus dem die Single Puppe Platz drei der Galgalatz-Radiocharts erreichte. 2024 beteiligte er sich an Tribute-Projekten und veröffentlichte Eye-opener, basierend auf einem Gedicht eines im Einsatz gefallenen Soldaten. 2025 erschienen die Singles Madame und Lampen und Klaviere. Am 20. Januar 2026 gewann Bettan schließlich die zwölfte Staffel von „HaKokhav HaBa“ und sicherte sich damit das Ticket für Wien.

Litauen / Lion Ceccah / Sólo quiero más

Der 1991 in Vilnius geborene Tomas Alenčikas ist Performer, Songwriter und eine prägende Figur der litauischen Drag-Szene. Schon früh begeisterte ihn die Verbindung von Musik, Tanz und visueller Kunst. Nach seiner Ausbildung an der Karoliniškės-Musikschule und einem Musicaltheater-Studium an der Vilniaus Kolegija sammelte er Bühnenerfahrung in TV-Projekten, Tanzproduktionen und im Universitätschor „Pro Musica“, bevor er 2017 mit einem Auftritt bei „X Factor“ erstmals landesweite Aufmerksamkeit erlangte. Mit Songs wie Aš čia, Your Cure oder Humana, damals noch unter dem Namen Alen Chicco 🡕 veröffentlicht, etablierte er sich als vielseitiger Pop-Künstler und setzte sich zugleich für die Sichtbarkeit der Drag-Kultur in Litauen ein. Nach einer künstlerischen Neuausrichtung begann er 2024 unter dem Namen Lion Ceccah 🡕 ein neues Kapitel; nachdem er 2025 mit Drobė bereits Platz zwei in der litauischen ESC-Vorentscheidung erreicht hatte, vertritt er nun 2026 sein Land beim Eurovision Song Contest in Wien.

Montenegro / Tamara Živković / Nova Zora

Tamara Živković 🡕 ist eine montenegrinische Sängerin und Flötistin, die Montenegro beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien mit dem Song Nova zora vertreten wird. Aufgewachsen in Kotor, wo sie auch die Musikschule besuchte, stand sie schon mit 14 Jahren erstmals solo auf der Bühne und verband dabei Gesang und Flötenspiel. Erste Bekanntheit erlangte sie 2016 bei „Pinkove Zvezdice“, gefolgt vom Einzug ins Finale der 15. Staffel von „Zvezde Granda“ im Jahr 2022. Mehrfach trat sie bei Montesong, der montenegrinischen ESC-Vorentscheidung, an: 2024 erreichte sie mit Poguban let Platz neun, 2025 gewann sie mit Nova zora die Jurywertung und wurde Zweite im Televoting, was ihr das ESC-Ticket einbrachte. Seit 2022 lebt Tamara zwischen Kotor und Belgrad, studiert dort an der Universität der Künste und nennt unter anderem Charli XCX, Lady Gaga, Rosalía und Tate McRae als musikalische Einflüsse.

Polen / Alicja Szemplinska / Pray

Alicja Maria Szemplińska 🡕, bekannt als Alicja, ist eine polnische Popsängerin. Bekannt wurde sie bereits als Jugendliche: 2016 gewann sie mit 14 Jahren die Castingshow Hit, Hit, Hurra!. Dort sang sie unter anderem den ESC-Song von Edyta Górniak, To nie ja!. Drei Jahre später siegte sie mit 17 Jahren in der polnischen Ausgabe von „The Voice“. Kurz darauf veröffentlichte sie ihre Debütsingle Prawie my. 2020 gewann sie mit dem Song Empires die polnische Vorenthsciedung „Szansa na Sukces – Eurowizja 2020“ und sollte Polen beim Eurovision Song Contest in Rotterdam vertreten; der Wettbewerb wurde jedoch wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt. Als musikalisches Vorbild nennt sie vor allem Whitney Houston. 2023 sang sie zudem den offiziellen Song Stick Together zur Handball-Weltmeisterschaft der Männer.

San Marino / Senhit feat. Boy George / Superstar

Senhit Zadik Zadik, bekannt als Senhit 🡕 (früher Senit), ist eine italienische Popsängerin eritreischer Abstammung, die San Marino bereits 2011, 2021 und 2026 beim Eurovision Song Contest vertritt. Sie wuchs in Bologna auf, begann ihre Karriere 1999 mit Engagements in Deutschland und der Schweiz, unter anderem in den Musicals Fame, Hair und Der König der Löwen, und kehrte 2002 nach Italien zurück, wo sie mehrere Alben veröffentlichte, darunter Senit (2006), Un tesoro è necessariamente nascosto (2007) und So High (2009). 2011 trat sie erstmals für San Marino beim ESC an Stand By, 2021 kehrte sie mit Adrenalina zusammen mit Flo Rida zurück und erreichte Platz 22 im Finale. 2026 gewann sie gemeinsam mit Boy George 🡕 die san-marinesische Vorentscheidung „San Marino Song Contest“ und wird das Land erneut beim Eurovision Song Contest vertreten.

Serbien / Lavina / Kraj mene

Die serbische Progressive-Metal-Band Lavina 🡕 wurde 2020 in Niš gegründet. Zur Besetzung gehören Luka Aranđelović, Pavle Aranđelović, Pavle Samardžić, Andrija Cvetanović, Nikola Petrović und Bojan Ilić. Nach ihrem Debütalbum Odyssey (2022) mit den Songs Id und Myopic veröffentlichte die Band 2024 die Singles In Your Absence und Iron Will und trat 2025 unter anderem beim Arsenal Fest in Kragujevac sowie in mehreren europäischen Städten auf. Bekannt wurde Lavina einem breiteren Publikum durch die serbischen Vorentscheidung „Pesma za Evroviziju 2026“, bei dem sie mit ihrem ersten vollständig auf Serbisch geschriebenen Titel Kraj mene antrat und das Finale am 28. Februar 2026 gewann.

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